Kirgisistans Käse- und Quarkimporte steigen von Januar bis Mai 2026 um 51,4 %
Kirgisistan importierte von Januar bis Mai 2026 insgesamt 2.500 Tonnen Käse und Quark im Wert von 9,6 Millionen $. Russland lieferte 54,2 % der Menge, während Iran seine Lieferungen auf das 3,8-Fache steigerte und Kasachstan deutlich verlor.
Importmenge erreicht 2.500 Tonnen
Kirgisistan importierte von Januar bis Mai 2026 insgesamt 2.500 Tonnen Käse und Quark. Das waren 51,4 % mehr als im Vorjahreszeitraum, berichtete Tazabek unter Berufung auf Daten des Nationalen Statistischen Komitees. Die Zahlen zeigen einen schnellen Anstieg der ausländischen Milchprodukte, die in den ersten fünf Monaten des Jahres auf den kirgisischen Markt gelangten.
Der Importwert erhöhte sich um 39,9 % auf 9,6 Millionen $. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte Kirgisistan 1.600 Tonnen im Wert von 6,9 Millionen $ eingeführt. Die Menge wuchs damit schneller als die Ausgaben, was auf einen niedrigeren durchschnittlichen deklarierten Wert je Tonne hindeutet. Aus den veröffentlichten Gesamtwerten ergeben sich rund 3.840 $ je Tonne im Jahr 2026, verglichen mit etwa 4.313 $ zuvor. Angaben zu Käsesorten, Quarkprodukten, Verpackungen oder Preissegmenten liegen nicht vor.
Russland baut seine führende Position aus
Russland lieferte 1.341 Tonnen im Wert von 4,5 Millionen $ und stellte damit 54,2 % der kirgisischen Importmenge. Die russischen Lieferungen stiegen gegenüber 743 Tonnen im Vorjahr um 80,5 %. Sie wuchsen somit deutlich schneller als der Gesamtmarkt und festigten Russlands Position als wichtigster ausländischer Lieferant von Käse und Quark.
Die russische Menge entsprach nicht nur mehr als der Hälfte aller Importe, sondern auch rund 53,7 % des Nettozuwachses gegenüber dem Vorjahr. Der durchschnittliche Wert lag bei ungefähr 3.356 $ je Tonne. Die Daten zeigen allerdings nicht, welchen Einfluss Produktmix, Vertragspreise oder Logistikkosten hatten. Für kirgisische Importeure und Händler macht das hohe Gewicht Russlands die dortigen Produktions- und Lieferbedingungen besonders relevant.
Die regionale Lieferstruktur verschiebt sich
Belarus erhöhte seine Lieferungen laut Tazabek um 30,5 %. Konkrete Mengen- und Wertangaben wurden dazu nicht veröffentlicht. Den stärksten relativen Zuwachs unter den Lieferanten mit ausgewiesenen Mengen verzeichnete Iran: Die Lieferungen nach Kirgisistan stiegen auf das 3,8-Fache, von 36 auf 137 Tonnen. Mit einem Anteil von rund 5,5 % blieb Iran jedoch ein vergleichsweise kleiner Anbieter.
Kasachstan entwickelte sich in die Gegenrichtung. Seine Lieferungen sanken auf ein Sechstel, von 122 auf 20 Tonnen, und damit auf weniger als 1 % der kirgisischen Importmenge. Der Zuwachs im Jahr 2026 verteilte sich folglich nicht gleichmäßig auf die Lieferländer. Russland erzeugte den größten Teil der ausgewiesenen Zusatzmenge, Iran expandierte von einer niedrigen Basis, Belarus wuchs moderat und Kasachstan verlor Marktanteile. Für heimische Milchverarbeiter bedeutet das Importplus von 51,4 % mehr Wettbewerb. Groß- und Einzelhändler erhalten dagegen ein breiteres Angebot, werden aber zugleich stärker von Produktion, Preisen und Transportbedingungen in den wichtigsten Lieferländern abhängig.