← Zurück zu den Nachrichten

Kasachstan strebt vollständige Selbstversorgung mit Geflügelfleisch an

Kasachstan will Geflügelfleischimporte durch heimische Produktion ersetzen, nachdem der Selbstversorgungsgrad in fünf Jahren von 58 % auf 78 % gestiegen ist. Neue Projekte von Aitas und Alel Agro sollen die Kapazität erhöhen; frühere Berichte nannten 2027 als Zieljahr.

Kasachstan strebt vollständige Selbstversorgung mit Geflügelfleisch an

Heimische Versorgung erreicht 78 %

Kasachstan will seinen gesamten Inlandsbedarf an Geflügelfleisch aus heimischer Produktion decken und damit die Abhängigkeit von Importen beenden. Der stellvertretende Landwirtschaftsminister Azat Sultanov gab dieses Ziel nach Angaben von Kazinform bei einer Regierungssitzung bekannt. Frühere Berichte hatten eine vollständige Selbstversorgung mit Geflügelfleisch bis 2027 angekündigt.

Die Geflügelwirtschaft ist diesem Ziel in den vergangenen fünf Jahren deutlich näher gekommen. Die inländische Produktion nahm um 58 % zu, während die Importe um 25 % zurückgingen. Dadurch stieg der Anteil des kasachischen Geflügelfleischs an der Versorgung des Binnenmarktes von 58 % auf 78 %. Die verbleibende Lücke zeigt, dass Importware weiterhin eine spürbare Rolle spielt, allerdings eine wesentlich kleinere als noch vor fünf Jahren.

Neue Projekte sollen Kapazitäten ausbauen

Sultanov führte den Produktionsanstieg auf die Erweiterung bestehender Betriebe und die Inbetriebnahme neuer Kapazitäten zurück. Die Regierung erwartet, dass weitere Großprojekte diesen Prozess fortsetzen. Dazu zählen ein Projekt von Aitas im Gebiet Almaty und ein Vorhaben von Alel Agro im Gebiet Schambyl. Kazinform nannte weder die geplanten Produktionsmengen noch die Investitionssummen oder Termine für die Inbetriebnahme.

Die Behörden erwarten, dass die neuen Projekte die Geflügelfleischproduktion so weit erhöhen, dass sie den gesamten Binnenmarkt versorgen kann. Ob das gelingt, hängt neben den Aufzucht- und Verarbeitungskapazitäten auch von einer ausreichenden Versorgung mit Futtermitteln, Zuchtmaterial und weiteren Betriebsmitteln ab. Aus der Regierungserklärung geht nicht hervor, ob die Importsubstitution neben der Ausweitung der heimischen Produktion durch neue Handelsbeschränkungen, Subventionen oder andere Maßnahmen unterstützt werden soll.

Geflügel ist Teil einer breiteren Ernährungspolitik

Das Geflügelziel gehört zu Kasachstans umfassenderen Bemühungen um eine höhere Selbstversorgung mit Lebensmitteln. Sultanov zufolge deckt das Land seinen Inlandsbedarf bei den wichtigsten Lebensmittelgruppen bereits ab; bei den meisten Grundnahrungsmitteln liegt der Selbstversorgungsgrad über 80 %. Durch höhere heimische Produktion und Importsubstitution soll auch die Versorgung mit Geflügelfleisch, Fisch, Zucker, Käse und Quark, Wurstwaren sowie Äpfeln auf mehr als 80 % steigen.

Kasachstan erweitert außerdem die Rohstoffbasis seiner Milchwirtschaft durch vergünstigte Kredite für den Bau kommerzieller Milchviehbetriebe. Finanziert wurden 95 Betriebe mit einer gemeinsamen Jahreskapazität von mehr als 500.000 Tonnen Milch; 71 davon sind bereits in Betrieb. Bis zum Ende des laufenden Jahres sollen weitere 19 Betriebe mit einer Kapazität von rund 100.000 Tonnen starten. Für Geflügelproduzenten und Importeure zeigt der Anstieg des heimischen Versorgungsanteils auf 78 %, dass die kasachische Branche wettbewerbsfähiger wird. Wie schnell die restlichen 22 % ersetzt werden, hängt von der Umsetzung und tatsächlichen Leistung der angekündigten Projekte ab.

Vollständige Marktanalyse

Wir verwenden Cookies, um Ihr Surferlebnis zu verbessern, personalisierte Inhalte bereitzustellen und unseren Traffic zu analysieren. Durch Klicken auf "Alle akzeptieren" stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Einstellungen verwalten oder mehr erfahren in unserer Datenschutzrichtlinie.