Kasachstans Speiseeisproduktion steigt im ersten Halbjahr 2026 um 47,4%
Kasachstan produzierte im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 35.100 Tonnen Speiseeis, 47,4% mehr als im Vorjahr. Lieferungen nach Russland und Kirgisistan sowie neue Kapazitäten im Gebiet Almaty stützten ein Exportwachstum, das deutlich über dem Importzuwachs lag.
Produktion wächst schneller als der Binnenmarkt
Kasachstan produzierte im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 35.100 Tonnen Speiseeis. Das waren 47,4% mehr als im entsprechenden Zeitraum 2025, berichtete Azh.kz unter Berufung auf das Landwirtschaftsministerium. Die Einschätzung des Ministeriums stützt sich auf Daten des Büros für nationale Statistik und von Branchenanalysten.
Das Volumen des Binnenmarktes nahm um 41,2% auf 31.900 Tonnen zu. Die Produktion wuchs damit schneller als der heimische Markt, während die Importe deutlich schwächer zulegten. Die Zahlen zeigen, dass kasachische Verarbeiter einen größeren Teil der zusätzlichen Nachfrage bedienen und zugleich mehr Ware für Auslandsmärkte bereitstellen.
Das Landwirtschaftsministerium führt den Produktionsanstieg teilweise auf die Inbetriebnahme eines neuen Produktionskomplexes im Gebiet Almaty zurück. Die Anlage kann täglich bis zu 350 Tonnen Erzeugnisse herstellen. Diese Kapazität schafft zusätzlichen Spielraum, um die saisonale Nachfrage im Inland zu bedienen und Lieferungen in benachbarte Märkte auszuweiten.
Exporte liegen mehr als 1,6-mal über den Importen
Von Januar bis Mai 2026 exportierte Kasachstan 8.343 Tonnen Speiseeis und damit 38,5% mehr als im Vergleichszeitraum 2025. Die Importe stiegen um 7,1% auf 5.145 Tonnen. Das Exportvolumen lag folglich mehr als 1,6-mal über dem Importvolumen, was die wachsende Bedeutung regionaler Verkäufe für die Expansion der Branche verdeutlicht.
Russland blieb mit 5.748 Tonnen der größte Abnehmer. Das entsprach fast 69% der gesamten kasachischen Speiseeisausfuhren. Die Lieferungen nach Russland nahmen um 39,6% zu. Auf Platz zwei folgte Kirgisistan mit 2.019 Tonnen und einem Zuwachs von 46,7%. Weitere 498 Tonnen gingen nach Usbekistan, 53 Tonnen nach Tadschikistan, 17 Tonnen in die Mongolei und acht Tonnen nach Aserbaidschan.
Der Handel konzentriert sich weiterhin auf benachbarte eurasische Märkte, bei denen kurze Entfernungen die Kühllogistik und etablierte Vertriebskanäle begünstigen. Nach Angaben des Ministeriums wird zudem an einer Ausweitung der Lieferungen nach China gearbeitet. Zuvor müssen jedoch regulatorische und logistische Fragen geklärt werden.
Ein Hersteller dominiert die Ausfuhren
Russland und Kirgisistan waren zugleich die wichtigsten Lieferanten importierten Speiseeises nach Kasachstan. Sie lieferten 2.250 beziehungsweise 2.073 Tonnen und stellten zusammen mehr als 84% der Einfuhren. Die Lieferungen aus Belarus nahmen um 118% und jene aus Usbekistan um 78,9% zu; absolute Mengen nannte die Quelle für diese beiden Länder nicht.
Shin-Line steht nach Angaben des Ministeriums für rund die Hälfte des kasachischen Speiseeismarktes und bis zu 95% der Exporte. Produktions- und Vertriebsentscheidungen des Unternehmens haben daher erheblichen Einfluss auf die nationalen Produktions- und Handelszahlen. Die neuen Kapazitäten können Kasachstans Position als regionaler Lieferant stärken. Das Exportwachstum bleibt jedoch stark von der Nachfrage in Russland und Kirgisistan sowie von einem dominierenden Hersteller abhängig.