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Kasachstans Verbraucher trinken weniger Saft und mehr Erfrischungsgetränke

Der Saftkonsum in Kasachstan sank im zweiten Jahr in Folge; im ersten Halbjahr 2026 wurden pro Kopf rund 1,5-mal so viele kohlensäurehaltige Getränke wie Fruchtsäfte konsumiert. Produktion, Importe, Exporte und Absatz gingen zurück, während die Preise im September um 9,7 % stiegen.

Kasachstans Verbraucher trinken weniger Saft und mehr Erfrischungsgetränke

Kohlensäurehaltige Getränke überholen Saft

Kasachstans Fruchtsaftmarkt schrumpft, da Verbraucher häufiger zu kohlensäurehaltigen Getränken greifen und die Hersteller ihre Produktion drosseln. Wie bes.media unter Berufung auf Energyprom.kz berichtete, sank der Saftkonsum im zweiten Jahr in Folge, obwohl die Einzelhandelspreise weiter stiegen.

Im ersten Halbjahr 2026 lag der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch bei 5,25 Litern für kohlensäurehaltige Getränke und 3,41 Litern für Fruchtsaft. Damit wurde rund 1,5-mal so viel Limonade wie Saft konsumiert. Der Abstand zwischen beiden Kategorien wächst in einem Markt, in dem Bezahlbarkeit und Produktattraktivität zunehmend wichtig sind.

Ein Jahr zuvor hatte der Saftkonsum 3,6 Liter pro Einwohner betragen, 2024 waren es 3,82 Liter. Der Rückgang auf 3,41 Liter im ersten Halbjahr 2026 setzt den Abwärtstrend fort und verringert für einheimische Verarbeiter die Möglichkeit, ihre Mengen über den Binnenmarkt auszuweiten.

Produktion, Absatz und Handel gehen zurück

Kasachische Unternehmen produzierten von Januar bis August 2026 insgesamt 45,4 Millionen Liter Frucht- und Gemüsesaft. Das waren 9,4 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Entwicklung fiel je nach Saftsorte unterschiedlich aus. Orangensaft stellte fast die Hälfte der gesamten Fruchtsaftproduktion des Landes und war damit das größte Einzelsegment.

Die Schwäche zeigte sich auch im Absatz. Die inländischen Saftverkäufe sanken um 15 % auf 70.300 Tonnen. Der gleichzeitige Rückgang von Absatz und Pro-Kopf-Verbrauch deutet darauf hin, dass die Probleme der Branche nicht nur auf Produktionsentscheidungen, sondern auch auf eine geringere Nachfrage der Haushalte zurückgehen.

Auch die Importe nahmen ab. Von Januar bis Juli führte Kasachstan 26.000 Tonnen Saft ein, 22,9 % weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Russland blieb mit einem Anteil von fast 70 % der wichtigste Lieferant. Diese Konzentration macht russische Hersteller und die Handelsbedingungen zwischen beiden Ländern zu bedeutenden Faktoren für den Wettbewerb auf dem kasachischen Saftmarkt.

Die Exporte brachen noch stärker ein und sanken auf ein Vierundzwanzigstel? Nein, laut den vorliegenden Angaben um das 2,4-Fache auf 980,6 Tonnen. Kirgisistan war der wichtigste Abnehmer kasachischer Säfte. Das geringe Exportvolumen kann die schwache Inlandsnachfrage derzeit nicht ausgleichen, während der Rückgang der Lieferungen einen weiteren Absatzkanal für lokale Verarbeiter einschränkt.

Höhere Preise verstärken den Druck

Trotz rückläufiger Nachfrage und sinkender Handelsmengen lagen die Saftpreise im September 2026 um 9,7 % über dem Vorjahresniveau. Die Verbindung aus geringerem Verbrauch und höheren Preisen stellt die Hersteller vor ein schwieriges Problem: Ein höherer Stückpreis kann zwar die Einnahmen stützen, zugleich aber Verbraucher zu anderen Getränken treiben.

Nach Einschätzung von Energyprom.kz ist die Konkurrenz durch Importe nicht das einzige Problem einheimischer Produzenten. Auch die begrenzte Nachfrage in Kasachstan bremst die Branche. Selbst ein größerer Marktanteil lokaler Produkte würde nicht automatisch zu mehr Produktion führen, wenn der Gesamtmarkt weiter schrumpft.

Für Verarbeiter erhöhen die Zahlen den Druck, bezahlbare und für Verbraucher attraktivere Produkte anzubieten. Für Importeure und russische Lieferanten signalisiert der Rückgang der Einfuhren um 22,9 % einen kleineren Markt und nicht nur eine Verlagerung von Marktanteilen zu kasachischen Fabriken. Hersteller kohlensäurehaltiger Getränke profitieren unterdessen vom deutlich höheren Pro-Kopf-Verbrauch; die verfügbaren Zahlen zeigen jedoch nicht, ob ihr Vorteil auf Preis, Vertrieb, Sortiment oder veränderte Vorlieben zurückzuführen ist.

Vollständige Marktanalyse

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