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Kasachstans Produktion von Käse und Quark steigt um 13 % auf 54.500 Tonnen

Kasachische Molkereien haben 54.500 Tonnen Käse und Quark hergestellt, ein Plus von 13 %, wie aus Branchenzahlen hervorgeht, die beim Branchentreffen Cheese Open in Aktau vorgestellt und von dairynews.today berichtet wurden. Treiber sind die Modernisierung der Käsereien und ein breiteres Sortiment an Schnittkäse, während die Erzeugerpreise für Rohmilch von 250 auf 160 Tenge gefallen sind und die Milchpulverimporte aus Russland in fünf Jahren auf das Sechsfache gestiegen sind.

Kasachstans Produktion von Käse und Quark steigt um 13 % auf 54.500 Tonnen

Kasachische Verarbeitungsbetriebe haben 54.500 Tonnen Käse und Quark hergestellt und die Produktion damit um 13 % gesteigert. Das geht aus Branchenzahlen hervor, die beim Branchentreffen Cheese Open in Aktau vorgestellt wurden, wie dairynews.today berichtet. Die Daten erscheinen vor dem Hintergrund sinkender Erzeugerpreise für Rohmilch, steigender Milchpulverimporte und einer wachsenden Distanz zwischen den Regionen der Milcherzeugung und jenen des Verbrauchs.

Modernisierung und mehr Schnittkäse

Ein Vertreter der Unternehmensgruppe Kizelmann erklärte bei der Veranstaltung, das Wachstum des Segments werde von der Modernisierung der Käsereien und einem erweiterten Sortiment an halbfesten Schnittkäsen getragen, so dairynews.today. Beide Faktoren verweisen auf bereits getätigte Investitionen an bestehenden Standorten und nicht auf eine Welle neuer Kapazitäten auf der grünen Wiese.

Die Präsentation nannte zudem die wichtigsten Verbrauchertrends in der Käsekategorie: wachsendes Interesse an lokalen handwerklichen Käsen, Nachfrage nach vorgeschnittener Ware und Snackportionen sowie die Entwicklung funktioneller Produkte. Zur funktionellen Kategorie zählen fettreduzierte Käse, Erzeugnisse mit erhöhtem Proteingehalt sowie Käse mit Kräutern und Gewürzen. Die veränderte Verbrauchsstruktur eröffnet den Herstellern Spielraum, das Sortiment zu erweitern und in Produkte mit höherer Wertschöpfung zu gehen — also in jenen Teil des Portfolios, in dem nicht die Menge, sondern die Marge über die Rentabilität entscheidet.

Produktion wandert nach Norden, Nachfrage bleibt im Süden

Die südlichen Regionen Kasachstans bleiben ein großes Zentrum des Milchproduktverbrauchs; dort lebt rund die Hälfte der Bevölkerung des Landes, hieß es bei der Veranstaltung. Ein erheblicher Teil des Produktionszuwachses entfällt jedoch auf den Norden. Dieses Ungleichgewicht erhöht die Bedeutung von Logistik, Kooperation zwischen den Werken und dem Aufbau von Verarbeitungskapazitäten näher an den Absatzmärkten: Jede zusätzliche Tonne Käse aus dem Norden trägt Frachtkosten, bevor sie beim Hauptabnehmer ankommt.

Rohmilchökonomie unter Druck

Von dairynews.today zitierte Branchenvertreter bewerten die Rohstoffbilanz unterschiedlich. Einer Einschätzung zufolge ist das größte heranreifende Problem das Ungleichgewicht zwischen dem Wachstum der Milcherzeugung und den Verarbeitungsmöglichkeiten: Die Betriebe wachsen schnell, die Werke langsamer, und irgendwann können die Verarbeiter nicht mehr die gesamte Milch abnehmen. Dann entsteht die Versuchung, die Einkaufspreise zu senken, was die Rentabilität trifft und die Amortisationszeiten von Projekten verlängert. Eine andere Einschätzung beschreibt die Verarbeitungsbetriebe als derzeit unterausgelastet und plädiert für einen weiteren Aufbau der Tierbestände, ein Ende illegaler Tierexporte und die Fortführung der Subventionen für Mutterviehbestände.

  • Die milchverarbeitenden Betriebe haben die Einkaufspreise für Rohmilch von 250 auf 160 Tenge gesenkt.
  • In den Gebieten Pawlodar und Ostkasachstan stellten Werke den Milcheinkauf im Sommer vollständig ein.
  • Milchpulver zu 1.000 Tenge je Kilogramm entspricht umgerechnet 120 Tenge je Liter Milch.
  • Die Milchpulverimporte aus Russland sind in fünf Jahren auf das Sechsfache gestiegen.

Die von der Publikation zitierten Hersteller verweisen zudem auf Dumping russischer und belarussischer Wettbewerber und fordern von Handelsketten und Staat eine gleichberechtigte Regalpräsenz heimischer Ware gegenüber Importen. Eine weitere Einschränkung betrifft den Herdenaufbau: Das vom kasachischen Regulierer verhängte Einfuhrverbot für Rinder aus Ungarn nimmt den Betrieben die Landroute für Zuchtvieh aus der Europäischen Union mit Transit durch Russland und zwingt sie zur Luftfracht, was die Kosten der importierten Jungtiere erhöht.

Neue Kapazitäten und Exportambitionen

Ein von dairynews.today zitierter Marktteilnehmer schilderte Pläne für eine Molkerei mit einer Verarbeitungskapazität von 300 Tonnen Milch pro Tag, ausgerichtet auf eine Käseproduktion von 60 bis 100 Tonnen je Monat. Im Land gibt es nur wenige Werke, die mehr als 300 Tonnen verarbeiten, und für solche Mengen müsste das Unternehmen seine Rohstoffversorgung selbst sicherstellen.

Längerfristig drehte sich die Diskussion um Weiterverarbeitung und Export. Die Proteinverarbeitung wurde als möglicher Schlüssel zur Profitabilität genannt, da Sporternährung, Kosmetik und Babynahrung Protein nachfragen. Als Vorteil Zentralasiens beim Hochfahren der Produktion gelten die vergleichsweise niedrigen Kosten im Ackerbau und in der Futtererzeugung; als Absatzrichtung mit hoher Nachfrage wurde das benachbarte China genannt. Teilnehmer sprachen sich außerdem für einen gemeinsamen Technologie-Hub der Werke aus, um Markteintrittskosten zu senken, und verwiesen auf nationale Produkte wie Kurt, Katyk und Ayran, die bislang überwiegend handwerklich hergestellt werden und industriell ungenutztes Potenzial bergen.

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