Kasachstan exportiert Käse und Quark erstmals nach Aserbaidschan und Südkorea
Kasachstan produzierte von Januar bis Mai 2026 insgesamt 25.700 Tonnen Käse und Quark, 28 % mehr als im Vorjahr. Rund 900 Tonnen wurden exportiert, wobei Aserbaidschan und Südkorea als neue Absatzmärkte hinzukamen; die Importe sanken um 9,2 %.
Produktion steigt um 5.600 Tonnen
Kasachstan produzierte von Januar bis Mai 2026 insgesamt 25.700 Tonnen Käse und Quark. Das waren 28 % mehr als im gleichen Zeitraum 2025, berichtete Kazinform unter Berufung auf das nationale Statistikamt. Der Zuwachs von 5.600 Tonnen zeigt eine deutliche Ausweitung der heimischen Milchverarbeitung in den ersten fünf Monaten des Jahres.
Zu Jahresbeginn 2026 war das Wachstum noch stärker ausgefallen. In den ersten drei Monaten lag die Produktion dieser Erzeugnisse 38,8 % über dem entsprechenden Vorjahreswert. Trotz der anschließenden Verlangsamung blieb die kumulierte Erzeugung bis Mai klar über dem Niveau von 2025.
Die zusätzliche Menge ermöglicht es den Verarbeitern, sowohl den wachsenden Binnenmarkt zu bedienen als auch den Auslandsabsatz auszubauen. Zugleich stärkt sie die Position lokaler Anbieter gegenüber importiertem Käse und Quark. Deren Einfuhrmenge sank im Berichtszeitraum um 9,2 % gegenüber dem Vorjahr.
Exportziele werden vielfältiger
Kasachische Hersteller exportierten von Januar bis Mai 2026 rund 900 Tonnen Käse und Quark. Russland, Kirgisistan und Armenien blieben etablierte Abnehmer. Nach Angaben von Kazinform nahmen auch die Lieferungen nach Usbekistan und in die Mongolei deutlich zu.
Darüber hinaus erschlossen die Hersteller mit Aserbaidschan und der Republik Korea zwei neue Märkte. Aserbaidschan erweitert die kasachische Präsenz im Kaukasus. Südkorea ergänzt das bislang vor allem auf benachbarte eurasische Länder ausgerichtete Exportportfolio um ein weiter entferntes asiatisches Ziel.
Zu Mengen und Werten der Lieferungen in die einzelnen Länder liegen keine Angaben vor. Die rund 900 exportierten Tonnen entsprachen nur einem kleinen Teil der Gesamtproduktion von 25.700 Tonnen, sodass der Binnenmarkt der wichtigste Absatzkanal bleibt. Neue Ziele eröffnen Verarbeitern und Händlern dennoch zusätzliche Möglichkeiten, während die Produktion steigt.
Binnenabsatz und Preise
Der Inlandsabsatz von Käse und Quark erreichte in den ersten fünf Monaten 2026 insgesamt 41.400 Tonnen und lag damit 11,2 % über dem Vorjahreswert. Dass der Absatz die inländische Produktion des Zeitraums übersteigt, lässt sich durch eingeführte Ware sowie mögliche Unterschiede bei Lagerbewegungen und statistischer Erfassung erklären.
Steigende Produktion, rückläufige Importe und höhere Verkäufe sprechen für eine wachsende Rolle kasachischer Verarbeiter bei der Versorgung des Heimatmarktes. Die Hersteller müssen den deutlich größeren Binnenmarkt mit dem Aufbau des Exportgeschäfts ausbalancieren. Neue Ziele erfordern Logistik, Zertifizierungen und verlässlich verfügbare Handelsmengen.
Die Einzelhandelspreise unterschieden sich regional erheblich. Im Juni 2026 kostete Quark landesweit durchschnittlich 2.457 Tenge je Kilogramm. Den niedrigsten städtischen Durchschnitt verzeichnete Petropawl mit 1.661 Tenge, den höchsten Schesqasghan mit 3.060 Tenge je Kilogramm. Die Spanne verweist auf regionale Unterschiede bei Angebot, Vertriebskosten und Marktbedingungen.