Kambodschas Maniok-Exporte erreichen in acht Monaten 489 Millionen US-Dollar
Kambodscha hat in den ersten acht Monaten des Jahres 2026 mit Maniok-Exporten 489 Millionen US-Dollar erlöst, ein Minus von lediglich 1,86 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Anbaufläche schrumpfte dabei um schätzungsweise 30 %; steigende Preise und die Nachfrage nach getrockneten Maniokchips glichen den Rückgang weitgehend aus.
Kambodscha hat in den ersten acht Monaten des Jahres 2026 mit Maniok-Exporten 489 Millionen US-Dollar erlöst – ein Rückgang von lediglich 1,86 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum, obwohl die Anbaufläche Schätzungen zufolge um rund 30 % geschrumpft ist. Das berichtet das vietnamesische Medium Soha. Anziehende Preise und eine stärkere Nachfrage nach getrocknetem Maniok haben den Flächenverlust weitgehend ausgeglichen.
Die Zahlen deuten auf eine Verschiebung im Produktmix hin, nicht auf einen Einbruch der Branche. Kambodschanische Erzeuger und Händler wenden sich vom Verkauf frisch geernteter Wurzeln ab und getrockneten Maniokchips zu – einem vorverarbeiteten Produkt, das je Kilogramm mehr einbringt und sich leichter lagern und transportieren lässt. Für Verarbeiter in den Nachbarländern, die ihre Kapazitäten auf einen stetigen Strom frischer kambodschanischer Wurzeln ausgelegt haben, ist das eine spürbare Veränderung.
Fläche schrumpft nach zwei Jahren schwacher Preise
El Chhinh, Präsident des khmerischen Maniokbauernverbands, führte den Flächenrückgang vor allem auf die niedrigen Maniokpreise der Jahre 2024 und 2025 sowie auf fehlende Betriebsmittel zurück. Betriebe, die zwei aufeinanderfolgende Saisons mit schlechten Erlösen verkraften mussten, schränkten den Anbau ein oder stiegen auf andere Kulturen um.
Inzwischen haben die Preise gedreht. Frischer Maniok wird derzeit zwischen 390 und 480 Riel je Kilogramm gehandelt; der Verband führt die Erholung auf eine stärkere Marktnachfrage und den eigenen Preiszyklus des Rohstoffs zurück. Getrocknete Maniokchips erzielen mehr als 600 Riel je Kilogramm. Dieser Aufschlag gibt Landwirten wie Aufkäufern einen direkten Anreiz, die Ernte zu trocknen, statt sie feucht ab Hof zu verkaufen.
Trockenchips verdrängen die frische Wurzel
Die Verschiebung war bereits in den Handelsdaten des Gesamtjahres 2025 sichtbar. Der gesamte Exporterlös aus Maniok belief sich auf 646 Millionen US-Dollar, 14,48 % weniger als 2024, doch die Zusammensetzung der Lieferungen änderte sich deutlich:
- Die Exporte von frischem Maniok gingen um knapp 10 % auf 3,1 Millionen Tonnen zurück.
- Die Ausfuhren getrockneter Maniokchips stiegen um mehr als 62 % auf 1,56 Millionen Tonnen.
- Der Erlös sank dennoch – Ursache waren schwache Preise, nicht schwache Mengen.
Trocknung und Verarbeitung schaffen zudem Nachfrage entlang der Kette: Sammlung, Transport, Verarbeitung, Lagerung und Handel. Der Wert entsteht, bevor die Ware die Grenze überquert. Für Landwirte ist die Trocknung eine Alternative zum sofortigen Verkauf nach der Ernte, der tatsächliche Nutzen hängt jedoch von Produktions- und Verarbeitungskosten, den Marktpreisen sowie vom Zugang zu Trocknungsanlagen und Lagerraum ab. Wer diesen Zugang nicht hat, bleibt an den Preis für frische Wurzeln gebunden.
Vietnam und China bleiben die Hauptmärkte
Vietnam und China sind weiterhin die beiden wichtigsten Abnehmerländer für kambodschanischen Maniok. Diese Konzentration macht die Ausfuhren anfällig für Preisschwankungen, Nachfrageverschiebungen und die Bedingungen des grenzüberschreitenden Handels in wenigen regionalen Märkten. Vietnam selbst zählt zu den drei größten Maniok-Exporteuren der Welt, womit beide Länder zugleich Handelspartner und Wettbewerber auf den nachgelagerten Märkten für Stärke und Chips sind.
Kambodscha arbeitet daran, seine Exportbasis zu verbreitern, die Verarbeitungskapazität auszubauen sowie Qualität und Wettbewerbsfähigkeit der Produkte zu verbessern. Verarbeitungstechnik, Qualitätskontrolle, Beschaffungssysteme, Lagerhaltung und Logistik gelten als Voraussetzungen für eine stabilere Entwicklung der Branche. Das Land will weitere Exportmärkte erschließen und die heimische Verarbeitung fördern.
Maniokpreise und die Nachfrage nach Trockenware werden die entscheidenden Größen für die Anbauentscheidungen der kommenden Saison und für das Geschäft von Verarbeitern und Händlern sein. Bei einer bereits um rund 30 % reduzierten Fläche wird die Reaktion der Erzeuger auf die aktuellen 390 bis 480 Riel für frische Wurzeln darüber entscheiden, ob sich das kambodschanische Angebot stabilisiert oder weiter verknappt.