Kakaofutures geben an der ICE nach, Arabica steigt um 1,3 %
New Yorker Kakaofutures fielen nach den jüngsten kräftigen Gewinnen um 0,2 % auf 5.520 $ je Tonne, während Nachfrageerholung und El-Niño-Risiken den Ausblick stützen. Arabica legte trotz der fortschreitenden brasilianischen Ernte um 1,3 % auf 3,2455 $ je Pfund zu.
Kakao gibt nach der jüngsten Rally nach
Die New Yorker Kakaofutures schlossen am 20. Juli leicht im Minus und gaben einen Teil ihrer kräftigen Gewinne aus dem zweiten Quartal und von Anfang Juli ab. Laut Reuters sank der Kontrakt um 13 $, entsprechend 0,2 %, auf 5.520 $ je Tonne. Londoner ICE-Kakao blieb mit 4.097 £ nahezu unverändert.
Der moderate Rückgang änderte nichts an der insgesamt festen Marktstimmung, die Händler beschrieben. Die Nachfrage beginnt sich zu erholen, während die Sorge um die nächste westafrikanische Ernte angesichts eines herannahenden starken El Niño wächst. Eine Reuters-Umfrage unter 11 Händlern und Analysten ergab, dass die Kakaopreise ihre jüngsten Gewinne bis zum Jahresende ausbauen dürften. Das Wetterphänomen soll die Erzeugung im Wirtschaftsjahr 2026/27 verringern.
Für Verarbeiter und Schokoladenhersteller bedeutet die Kombination aus festerer Nachfrage und möglichen Angebotsausfällen, dass der geringe Tagesverlust kaum Entlastung bringt. Der Markt bleibt empfindlich gegenüber veränderten Ernteprognosen für Westafrika, die wichtigste Kakaoanbauregion der Welt.
Vermahlung in der Elfenbeinküste signalisiert Nachfrage
Die Elfenbeinküste verarbeitete im Juni 56.325 Tonnen Kakaobohnen. Das waren nach Angaben des Exporteurverbands Gepex 22 % mehr als im Vorjahresmonat. Der Anstieg der Vermahlung zeigt eine stärkere Verarbeitungstätigkeit und untermauert die von Händlern beobachtete Nachfrageerholung.
Eine höhere Vermahlung belegt allein noch keine entsprechende Entwicklung des Endverbrauchs, beeinflusst aber die für Händler und Hersteller verfügbare Bohnenmenge. Sollte die westafrikanische Produktion 2026/27 wie von den Teilnehmern der Reuters-Umfrage erwartet sinken, könnte die stärkere Verarbeitung den ohnehin wetterabhängigen Angebotsausblick zusätzlich belasten.
Arabica steigt bei zurückhaltenden Verkäufen in Brasilien
Arabica-Futures an der ICE stiegen um 4,25 Cent oder 1,3 % und schlossen bei 3,2455 $ je Pfund. Händler berichteten, dass die Ernte in Brasilien, dem weltweit größten Produzenten, stetig vorankomme, aber weiterhin hinter dem Tempo der vergangenen Ernte liege.
Das brasilianische Maklerhaus Carvalhaes erklärte in seinem Wochenbericht, die jüngste Marktvolatilität erschwere Geschäftsabschlüsse. Die Verkäufer warteten auf größere Preisklarheit und gäben nur die Mengen ab, die zur Deckung kurzfristiger Kosten notwendig seien. Dieses begrenzte Angebot kann die kurzfristige Verfügbarkeit trotz laufender Ernte einschränken und Röster sowie Händler weiteren Preisschwankungen aussetzen.
Rohzucker blieb unterdessen mit 14,82 Cent je Pfund nahezu unverändert, nachdem er am vorherigen Freitag um mehr als 2 % gestiegen war. Warmes, günstiges Wetter sollte abgesehen von leichtem Regen im Süden von Brasiliens Region Mitte-Süd die Ernte unterstützen und frühere Produktionsverzögerungen teilweise ausgleichen. Die brasilianische Regierung meldete für Anfang Juni einen Rückgang der Zuckerrohrverarbeitung um 28 % und der Zuckerproduktion um 44 %.
China importierte im Juni nach Angaben der Allgemeinen Zollverwaltung 280.000 Tonnen Zucker und damit 34,2 % weniger als ein Jahr zuvor. Spekulanten bauten zudem in der Woche bis zum 14. Juli ihre Wetten auf fallende US-Rohzuckerfutures an der ICE aus. Weißzucker verlor 0,6 % auf 467,20 $ je Tonne. Der Zuckermarkt blieb damit schwächer als Arabica und der durch Angebotsrisiken gestützte Kakaomarkt.