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K-Food-Exporteure drängen 15 Jahre nach EU-Handelspakt in Europas Einzelhandel

Koreanische Lebensmittel gelangen aus Spezialgeschäften zunehmend in französische Supermarktketten und Feinkostabteilungen. Zollvorteile, Kühlketten und die Nachfrage nach fermentierten Produkten fördern die Expansion, während EU-Vorgaben für Kennzeichnung, Zutaten und Verpackungen hohe Hürden bleiben.

K-Food-Exporteure drängen 15 Jahre nach EU-Handelspakt in Europas Einzelhandel

Koreanische Lebensmittel erreichen den Massenmarkt

Koreanische Lebensmittelexporteure wollen ihre Präsenz in europäischen Supermärkten ausbauen, da Kimchi, fermentierte Würzsaucen und traditionelle alkoholische Getränke auch außerhalb koreanischer Lebensmittelgeschäfte und Restaurants an Aufmerksamkeit gewinnen. Nach Angaben von NewsPim werden Produkte, die früher vorwiegend in asiatischen Geschäften zu finden waren, inzwischen von französischen Handelsketten wie Carrefour und Monoprix sowie in den Lebensmittelabteilungen von Warenhäusern angeboten. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch 15 Jahre Freihandelsabkommen zwischen Südkorea und der Europäischen Union sowie durch die von koreanischer Populärkultur ausgelöste Nachfrage.

Jeon Min-hyung, Leiter des Pariser Büros der Korea Agro-Fisheries & Food Trade Corporation, kurz aT, sagte gegenüber NewsPim, französische Verbraucher betrachteten traditionelle koreanische Lebensmittel zunehmend als alltägliche kulinarische Wahl und gesundes Slow Food. Frankreichs ausgeprägte Kultur rund um Wein, Käse, Saucen, Fermentation und Reifung bietet den Produkten einen vertrauten kulinarischen Rahmen. Gegenüber französischen Grundprodukten und schon länger etablierten asiatischen Küchen befindet sich koreanisches Essen im Massenmarkt jedoch weiterhin in einer frühen Wachstumsphase.

Zölle sinken, betriebliche Anforderungen steigen

Der Handelsrahmen zwischen der EU und Korea hat Zölle auf wichtige Waren wie Ramen, Algen und Kimchi abgeschafft. Einkäufer können dadurch größere Mengen zu wettbewerbsfähigeren Preisen einplanen. Einheitliche Ursprungsanforderungen machen Präferenzbehandlung und Zollverfahren berechenbarer und erleichtern langfristige Investitionen in Marketing und Vertrieb. Gemeinsame Logistikzentren im Ausland und Unterstützung für Kühlketten verbessern zudem die kontinuierliche Belieferung mit gekühlten und tiefgekühlten Produkten.

Das Interesse der Verbraucher allein reicht dem etablierten Einzelhandel jedoch nicht. Lieferanten müssen verlässliche Mengen und Preise bieten, die den Händlern tragfähige Margen ermöglichen. Exporteure müssen außerdem EU-Regeln zu Lebensmittelzusatzstoffen, Allergenen, Pestizidrückständen und Kennzeichnung erfüllen. Weitere Anforderungen ergeben sich aus der Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung: Unternehmen müssen recyclingfähige Materialien einsetzen sowie unnötige Verpackungen und Kunststoff reduzieren. Diese nichttarifären Vorgaben können für den Marktzugang inzwischen entscheidender sein als Zölle.

Lokalisierung und Wiederholungskäufe werden zum Test

aT sieht besonders großes Potenzial für fermentierte Würzsaucen wie Gochujang, Doenjang und Sojasauce, weil Saucen in der französischen Küche eine zentrale Rolle spielen. Sie sollen nicht nur als koreanische Würzmittel, sondern als vielseitige Zutaten für französische und Fusion-Küche positioniert werden. In diesem Jahr nahmen 8 in Frankreich tätige Köche an einem Programm zur koreanischen Esskultur teil, darunter ein Souschef eines Restaurants mit 3 Michelin-Sternen und der Küchenchef und Inhaber eines Restaurants mit 1 Stern. Laut aT experimentierten sie anschließend mit den Saucen in französischen Fine-Dining-Menüs.

Als weitere Wachstumskandidaten gelten Algensnacks und tiefgekühlte Fertiggerichte wie Mandu, Dakgangjeong und Hotdogs. Eine Einigung über die Hygienevorgaben für wärmebehandeltes Geflügel hat zudem den Marktzugang für koreanische Geflügelprodukte einschließlich gewürztem Hähnchen erweitert. Die Anbieter müssen ihre Produkte dennoch flexibel anpassen: abgestufte Schärfegrade, Doenjang-Dips in Tuben und veganes Kimchi ohne Fischsauce erleichtern den Zugang, ohne die koreanische Identität aufzugeben. aT will Logistik, regulatorische Beratung und Marketing durch Kühlketten, Kooperationen mit Köchen, Festivals und die SIAL Paris miteinander verbinden. Entscheidend ist, ob kulturelle Neugier zu regelmäßigen Haushaltskäufen und stabilen Verträgen mit großen Einzelhändlern in Frankreich und dem übrigen Europa führt.

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