Japans Teeexporte erreichen 72 Milliarden Yen, Interesse geht über Matcha hinaus
Der Wert der japanischen Teeexporte erreichte 2025 72 Milliarden Yen und damit 198,2 % des Vorjahresniveaus. Produzenten und Händler wollen das weltweite Matcha-Interesse auf Hojicha, Sencha, japanischen Schwarztee und regionale Bancha-Sorten übertragen.
Exportwert hat sich nahezu verdoppelt
Der Wert der japanischen Teeexporte erreichte 2025 72 Milliarden Yen und damit 198,2 % des Vorjahresniveaus. Als Ursache nennt eine von PR Times veröffentlichte Pressemitteilung von Japan Tea Life LLC die wachsende internationale Matcha-Nachfrage. Damit haben sich die Auslandserlöse innerhalb eines Jahres nahezu verdoppelt. Japanischer Tee gehört so zu den Lebensmittel- und Getränkekategorien, die vom weltweiten Interesse an unverwechselbaren japanischen Produkten profitieren.
Die Mitteilung nennt weder Exportmengen und Zielländer noch Durchschnittspreise oder eine Aufteilung nach Teesorten. Deshalb bleibt offen, welcher Teil des Zuwachses auf größere Liefermengen und welcher auf höhere Preise oder eine Verschiebung zu höherwertigen Produkten entfällt. Auch Matchas Anteil an den gesamten 72 Milliarden Yen wird nicht ausgewiesen. Für Erzeuger, Verarbeiter und Importeure entscheiden diese Faktoren darüber, ob das Wachstum dauerhaft ist und Investitionen außerhalb der auf Matcha ausgerichteten Lieferketten rechtfertigt.
Die Branche erweitert ihr Angebot
Matcha bleibt für internationale Verbraucher der wichtigste Einstieg in die Welt des japanischen Tees. Japanische Unternehmen präsentieren im Ausland jedoch zunehmend das breitere Sortiment des Landes. Japan Tea Life hebt Sencha hervor, dessen Geschmack und Aroma je nach Anbauregion, Sorte, Verarbeitung und Zubereitung variieren, außerdem gerösteten Hojicha, den in Japan hergestellten Schwarztee Wakocha sowie regionale Bancha-Varianten.
Diese Diversifizierung kann Erzeugern und Händlern zusätzliche Absatzwege eröffnen. Hojicha unterscheidet sich durch sein Röstprofil klar von Matcha, während sich Sencha, Wakocha und Bancha anhand von Herkunft, Verarbeitung und Zubereitung positionieren lassen. Die Quelle nennt allerdings keine Auslandsumsätze für diese Kategorien. Auf Basis der verfügbaren Angaben lässt sich deshalb noch nicht messen, in welchem Umfang die Matcha-Nachfrage bereits zu Käufen anderer japanischer Tees geführt hat.
Produzenten stärken ihre Präsenz im Heimatmarkt
Japan Tea Life nutzt zudem Veranstaltungen in Japan, um Verbraucher direkt mit Produzenten und Händlern zusammenzubringen. Die Japanese Tea Collection 2026 soll am 26. und 27. September im Tokuyu Kaikan im Tokioter Viertel Shinjuku-Yotsuya stattfinden. An der vierten Ausgabe nehmen 22 Produzenten und Teehändler aus Regionen wie Kagoshima, Nagasaki, Ehime, Kyoto, Shiga, Shizuoka, Niigata und Saitama sowie Unternehmen aus Fukuoka und Tokio teil.
Das Programm umfasst vergleichende Verkostungen von Sencha, Hojicha, Wakocha, Matcha und Bancha sowie Teezeremonien und Seminare über Geschichte, Kultur und aktuelle Trends. Für kleinere regionale Anbieter entsteht damit eine Möglichkeit, Herkunft und Produktionsunterschiede direkt zu erklären. Im Exportgeschäft besteht die zentrale Aufgabe darin, die durch Matcha geschaffene Bekanntheit in wiederkehrende Nachfrage nach einem breiteren Sortiment umzuwandeln. Das Exportergebnis von 2025 zeigt das Marktpotenzial, doch zur Bewertung der Gewinner unter den Teesorten und Anbauregionen werden Mengen-, Preis- und Ziellanddaten benötigt.