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Japans Salat-Großhandelspreise steigen nach Dauerregen um 80 %

Die japanischen Großhandelspreise für Salat sind nach anhaltendem Regen und zu wenig Sonnenlicht binnen Jahresfrist um 80 % gestiegen. Im Einzelhandel verlagert sich die Nachfrage, während Gastronomielieferanten Importe aus China sichern wollen.

Japans Salat-Großhandelspreise steigen nach Dauerregen um 80 %

Schlechtes Wetter begrenzt das Angebot

Japan steht nach anhaltendem Regen vor einer schweren Verknappung von Salat und anderem Blattgemüse. Die Nässe beeinträchtigt sowohl das Pflanzenwachstum als auch die Feldarbeit. Laut Nikkei liegen die Großhandelspreise für verschiedene Salatsorten 80 % über dem Vorjahresniveau. Der Anstieg spiegelt einen deutlichen Rückgang der verfügbaren japanischen Ware wider.

Auch im Einzelhandel sind die Preise gestiegen. Ein Salatkopf kostet inzwischen mehr als 400 Yen. Das ist bei einem Produkt besonders relevant, das private Haushalte regelmäßig kaufen und das Restaurants, Hersteller von Fertiggerichten und Großküchen in erheblichen Mengen benötigen. Frisches Blattgemüse ist nur begrenzt haltbar. Verzögern sich Ernte und Vertrieb, bleibt den Abnehmern deshalb wenig Zeit, alternative Lieferungen zu organisieren.

Handel und Gastronomie ändern ihre Beschaffung

Die Knappheit verändert bereits das Kaufverhalten. Nikkei berichtet von einer Nachfrageverlagerung im Einzelhandel als Reaktion auf die höheren Salatpreise. Aus dem verfügbaren Quellenmaterial geht nicht hervor, welche Produkte davon profitieren. Eine Substitution innerhalb des Frischgemüses könnte jedoch den Nachfragedruck auf anderes Blattgemüse und weitere Salatzutaten erhöhen.

Zulieferer der Gastronomie versuchen zugleich, importierten Salat aus China zu beschaffen. Daraus ergibt sich kurzfristig eine Absatzchance für chinesische Erzeuger und Exporteure, die Japans Anforderungen an Qualität, Lieferfristen und Lebensmittelsicherheit erfüllen. Japanische Importeure müssen die Ware allerdings schnell genug ins Land bringen, um den Ausfall des leicht verderblichen heimischen Erzeugnisses auszugleichen. Transportzeiten, Kühlkettenkapazitäten und Lieferstabilität sind daher entscheidend, selbst wenn ausländische Ware grundsätzlich verfügbar ist.

Markt warnt vor außergewöhnlich schwerem Engpass

Ein von Nikkei zitierter Marktteilnehmer bezeichnete die Versorgungslage als die schwierigste seit 20 Jahren. Branchenvertreter warnen vor einer Knappheit auf Panikniveau und außergewöhnlich hohen Preisen, falls der Lichtmangel das Wachstum weiter beeinträchtigt. Der kurzfristige Ausblick hängt davon ab, ob besseres Wetter die Pflanzenentwicklung und reguläre Feldarbeiten wieder ermöglicht.

Die Situation erinnert an die „Tomatenpanik“ drei Jahre zuvor, als extreme Hitze eine Tomatenknappheit und einen Preissprung verursachte. Diesmal liegt die Ursache in fehlendem Sonnenlicht infolge des anhaltenden Regens. Beide Fälle zeigen, wie anfällig Japans Frischgemüsemarkt für wetterbedingte Angebotsschocks ist. Das gilt besonders für Erzeugnisse, die nicht in großen Mengen gelagert werden können, um vorübergehende Produktionsausfälle zu überbrücken.

Für die Erzeuger können die hohen Preise zwar den Erlös je Einheit steigern, geringere Erntemengen begrenzen jedoch den Vorteil. Einzelhändler müssen die Warenverfügbarkeit gegen den Widerstand der Verbraucher gegenüber Preisen von mehr als 400 Yen je Kopf abwägen. Restaurants und Verarbeiter geraten bei Zutatenkosten und Menüplanung unter Druck. Importeure müssen feststellen, wie viel chinesische Ware sie vor einer Erholung der japanischen Produktion sichern können. Die Dauer der Wetterstörung entscheidet, ob die Knappheit ein vorübergehender Preissprung bleibt oder zu einem umfassenderen Beschaffungsproblem für Japans Frischlebensmittelsektor wird.

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