Greenpeace Japan: Erwärmung lässt Süßkartoffeln schrumpfen, Birnen früher reifen und setzt Reis zu
Greenpeace Japan hat am 17. September einen Bericht veröffentlicht, wonach die globale Erwärmung drei herbstliche Grundnahrungsmittel schädigt: Süßkartoffeln, japanische Birnen und Reis. Die Organisation kombinierte Wetterdaten aus den Hauptanbaugebieten mit Aussagen von Erzeugern im ganzen Land, berichtet Tokyo Shimbun.
Greenpeace Japan hat am 17. September einen Bericht veröffentlicht, der Klimadaten mit sichtbaren Veränderungen bei drei herbstlichen Grundnahrungsmitteln des Landes verknüpft: Süßkartoffeln, japanischen Birnen und Reis, wie Tokyo Shimbun berichtet.
Die Organisation wertete meteorologische Daten aus den wichtigsten Anbaugebieten aus und verband sie mit Aussagen von Erzeugern aus ganz Japan, so Tokyo Shimbun. Ziel sei es, Verbrauchern anhand von Befunden aus den Anbauregionen und nicht anhand langfristiger Prognosen zu zeigen, welchen Schaden die Erwärmung der japanischen Landwirtschaft zufügt.
Kleinere Knollen, Birnen mit Sommerreife
Die im Bericht hervorgehobenen Veränderungen sind im Handel unmittelbar sichtbar. Süßkartoffeln kommen kleiner aus dem Boden. Japanische Birnen reifen so früh, dass sie sich wie eine Sommerfrucht verhalten und nicht wie eine Herbstfrucht. Reis wird als dritte Kultur genannt und als ernsthaft betroffen beschrieben.
- Süßkartoffel: geringere Knollengröße zur Ernte.
- Japanische Birne: früheres Reifefenster, das die Ernte aus ihrem traditionellen Herbstzeitraum herauslöst.
- Reis: erhebliche Folgen höherer Temperaturen in den Anbaugebieten.
Warum Kaliber und Termine für den Handel zählen
Im Obst- und Gemüsegeschäft ist die Größe kein kosmetisches Detail. Handelsklassen sind um das Kaliber herum definiert, und das Kaliber bestimmt den Preis. Sinkt die durchschnittliche Knollengröße, rutscht ein größerer Teil der Ernte in niedrigere Klassen, der Anteil, der Premium-Handels- und Exportspezifikationen erfüllt, schrumpft, und die Kosten je vermarktbarer Tonne steigen selbst bei unverändertem Flächenertrag. Verarbeiter, die nach Gewicht einkaufen, sind teilweise geschützt, Packbetriebe für Frischware und Exporteure sind es nicht.
Bei Obst wirkt der Zeitpunkt genauso. Eine Birnenernte, die im Juli und August reift, konkurriert mit Pfirsich, Melone und Weintrauben, statt das Herbstregal allein zu besetzen. Frühe Früchte lagern zudem schlechter, was das Verkaufsfenster verkürzt und die Mengen bündelt. Eine komprimierte Ernte belastet Personal in den Packhäusern und Kapazitäten der Kühlkette genau dann, wenn beide bereits für Sommersortimente gebunden sind.
Reis trägt das größte Risiko
Von den drei Kulturen hat Reis in Japan das größte wirtschaftliche Gewicht, sowohl nach Anbaufläche als auch nach Wert. Hohe Temperaturen wirken auf Reis vor allem über die Qualität: Hitze während der Kornfüllung erzeugt mehlige, unvollständig ausgebildete Körner, die die höchsten Sortierstandards verfehlen. Qualitätsabstufungen erreichen die Wertschöpfungskette früher als Mengenverluste. Der Anteil erster Qualität bestimmt, was Mühlen und Großhändler zahlen, weshalb ein heißer Sommer die Preise bewegen kann, ohne die Erntemenge stark zu verändern.
Dieser Mechanismus erschwert auch die Substitution. Reis niedrigerer Qualität wird nicht einfach billiger, er wandert in andere Verwendungen und verändert damit das verfügbare Sortiment für Käufer von Speisereis, für Verarbeiter und für den Futtermittelkanal.
Was der Bericht offenlässt
Die von Tokyo Shimbun wiedergegebene Darstellung enthält weder Ertragsprozente noch Tonnagen oder Preiseffekte für die drei Kulturen. Die von Greenpeace Japan beschriebene Methode, Wetteraufzeichnungen aus den Hauptanbaugebieten mit Aussagen der Erzeuger selbst zu verbinden, zielt auf die Kommunikation mit Verbrauchern und nicht auf quantifizierte Reihen, mit denen Händler und Verarbeiter Risiken bepreisen.
Für Einkäufer bleibt offen, ob es sich um eine schwierige Saison oder um eine dauerhafte Verschiebung dessen handelt, was japanische Anbauregionen verlässlich liefern können. Greenpeace Japan versteht die Befunde als Beleg für einen bereits laufenden Schaden, so Tokyo Shimbun.