Japans LDP erwägt Ende des Importverbots für frische US-Kartoffeln als Zollpfand
In Japans regierender LDP wird diskutiert, frische US-Speisekartoffeln zuzulassen, deren Import seit Langem wegen Schädlingsgefahr verboten ist. Laut Nikkei könnte der Schritt ein Zugeständnis sein, um den Zolldruck der Trump-Regierung zu mildern. Kartoffeln zur Verarbeitung und Tiefkühlware sind bereits erlaubt.
In Japans regierender Liberaldemokratischer Partei (LDP) wird laut Nikkei erörtert, ob der Import frischer US-Kartoffeln zum direkten Verzehr erlaubt werden soll. Der Schritt könnte als diplomatisches Zugeständnis dienen, um den Zolldruck der Trump-Regierung zu mildern.
Die USA drängen Japan seit Jahren, seinen Markt für frische Kartoffeln zu öffnen, doch Tokio hält an einem Importverbot fest und verweist auf die Gefahr, Schädlinge und Pflanzenkrankheiten einzuschleppen. Innerhalb der Regierungspartei formiert sich nun Unterstützung für eine Lockerung, berichtet Nikkei. Bislang handelt es sich um eine parteiinterne Debatte, nicht um beschlossene Regierungspolitik.
Was Japan bereits importiert
Japan hat Teile seines Kartoffelmarkts schrittweise geöffnet. Nach und nach wurde der Import frischer Kartoffeln zur Verarbeitung — vor allem für Kartoffelchips — sowie von Tiefkühlkartoffeln zugelassen.
- Frische Kartoffeln zur Verarbeitung, vor allem für Chips: erlaubt, schrittweise eingeführt.
- Tiefkühlkartoffeln: erlaubt.
- Frische Speisekartoffeln: aus Schädlingsschutzgründen verboten.
Frische Speisekartoffeln — rohe, unverarbeitete Knollen für den Verkauf an Verbraucher — bleiben verboten. Tokio hält an dem Verbot fest, um zu verhindern, dass über eingeführte Ware Schädlinge und Pflanzenkrankheiten ins Land gelangen.
Kartoffeln als Zollpfand
Die Debatte fällt in eine Phase handelspolitischer Spannungen mit Washington. Laut Nikkei könnte die Zulassung frischer Speisekartoffeln für Tokio zu einer diplomatischen Karte werden, um den Druck der Trump-Regierung abzuwenden — ein Zugeständnis in einem Bereich, den die USA seit Langem im Visier haben.
Washington verstärkte seinen Vorstoß im März 2020 und verlangte einen Zugang, der auch frische Speisekartoffeln umfasst, so Nikkei. Die Öffnung dieses letzten Segments würde einen Markt vervollständigen, der bislang nur für Verarbeitungs- und Tiefkühlware liberalisiert ist.
Folgen für den Handel
Für US-Erzeuger und -Exporteure würde der Zugang für Speisekartoffeln einen margenstarken Einzelhandelskanal in einem bislang auf Industrie- und Tiefkühlware beschränkten Markt eröffnen. Für japanische Produzenten bedeutete frischer Import neuen Preiswettbewerb und verschärfte pflanzenschutzrechtliche Bedenken.
Jede Vereinbarung dürfte von den Schädlingsschutzprotokollen abhängen. Strenge Quarantäne- und Behandlungsauflagen könnten darüber entscheiden, ob die Liberalisierung in nennenswerte Handelsmengen mündet oder weitgehend symbolisch bleibt. Nach dem Muster früherer Kategorien würde der Zugang wohl schrittweise gewährt und nicht auf einen Schlag.