Japan nähert sich Entscheidung über frische Kartoffeln aus den USA
Japan hat die Schädlingsrisikobewertung für eine mögliche Marktöffnung für frische US-Kartoffeln abgeschlossen. Die USA beantragen den Zugang seit 2020, während Erzeuger auf Hokkaido vor Pflanzenkrankheiten und Schädlingen warnen.
Bewertung der Schädlingsrisiken abgeschlossen
Japan nähert sich bei der Prüfung von Einfuhren frischer Kartoffeln aus den USA einer entscheidenden Phase. Zuvor wurde bewertet, welche Schädlinge und Krankheiten mit der Ware eingeschleppt werden könnten. Landwirtschaftsminister Norikazu Suzuki teilte am 28. mit, dass die Risikobewertung fertiggestellt worden sei.
Die Untersuchung betrifft die technische Kernfrage des Marktzugangs: Können frische US-Kartoffeln eingeführt werden, ohne japanische Kulturen einem unvertretbaren Risiko auszusetzen? Die vorliegenden Informationen nennen weder das Ergebnis der Bewertung noch einen Termin für die endgültige Entscheidung. Das seit mehreren Jahren behandelte Gesuch erreicht damit jedoch eine fortgeschrittene Phase.
USA beantragen Zugang seit 2020
Die Vereinigten Staaten fordern Japan seit 2020 auf, seine Beschränkungen für frische Kartoffeln aufzuheben. US-Regierungen, Abgeordnete und Branchenverbände haben sich für einen breiteren Zugang zum japanischen Markt und höhere Kartoffelexporte eingesetzt. Das Thema ist damit Teil des allgemeinen handelspolitischen Drucks beim gegenseitigen Marktzugang.
Eine Genehmigung würde einen neuen Absatzkanal für frische US-Kartoffeln in Japan schaffen. Der wirtschaftliche Wert hinge von den Einfuhrbedingungen ab, darunter die aus der Risikoprüfung abgeleiteten Pflanzenschutzauflagen. Die Quellen nennen weder mögliche Liefermengen noch die Zollbehandlung oder einen Zeitplan für die Umsetzung.
Erzeuger auf Hokkaido warnen vor Schäden
Der Widerstand kommt vor allem von Produzenten auf Hokkaido, Japans wichtigster Kartoffelanbauregion. Die Landwirte befürchten, dass mit frischen Importkartoffeln eingeschleppte Schädlinge oder Krankheiten in die Anbaugebiete gelangen und die regionale Branche schädigen könnten. Pflanzenquarantäne und die japanische Ernährungssicherheit stehen deshalb im Mittelpunkt der Debatte.
Die japanischen Behörden müssen die langjährige Forderung eines wichtigen Handelspartners gegen die möglichen Folgen eines Versagens der Pflanzengesundheitskontrollen abwägen. Frische Kartoffeln stellen andere Quarantäneanforderungen als verarbeitete Kartoffelerzeugnisse, da sie weiterhin Organismen aus Anbau und Lagerung übertragen können.
Einfuhrregeln bestimmen die Marktwirkung
Die abgeschlossene Bewertung schafft die technische Grundlage für Japans nächste Schritte. Den tatsächlichen Marktzugang bestimmen jedoch die Auflagen einer möglichen Genehmigung. Vorgaben zu zugelassenen Anbaugebieten, Kontrollen, Behandlungen oder Endverwendung könnten beeinflussen, welche US-Anbieter teilnehmen und wie japanische Käufer die Ware einsetzen. Solange Bedingungen und Prüfergebnisse nicht veröffentlicht sind, bleibt das mögliche Handelsvolumen ungewiss.
US-Exporteure mit Interesse an zusätzlichen Verkäufen und japanische Erzeuger mit Risiken in den heimischen Anbaugebieten werden die Entscheidung genau verfolgen. Sie wird zudem zeigen, wie Japan den Druck zur Öffnung seines Agrarmarktes mit seinen Quarantäneschutzmaßnahmen vereinbart.