Italiens Speiseeisproduktion wächst um 10 Prozent, Export nähert sich Frankreich
Italien produzierte 2025 insgesamt 549 Millionen Liter Speiseeis, 10 Prozent mehr als im Vorjahr und deutlich über dem EU-Wachstum. Die Ausfuhren in Nicht-EU-Länder stiegen auf 55,2 Millionen Kilogramm, womit der Abstand zu Frankreich unter 4 Millionen Kilogramm sank.
Italien wächst deutlich schneller als die EU
Die italienische Speiseeisproduktion stieg 2025 um 10 Prozent auf 549 Millionen Liter. Das geht aus Eurostat-Daten hervor, die im August 2026 veröffentlicht und von QuiFinanza aufgegriffen wurden. Unter den führenden Produzenten der Europäischen Union erzielte Italien das stärkste Wachstum und weitete seine Produktion binnen eines Jahres um rund 50 Millionen Liter aus.
Insgesamt produzierte die EU 2025 rund 3,44 Milliarden Liter, nach 3,38 Milliarden Litern im Jahr 2024. Das entsprach einem Zuwachs von 1,9 Prozent. Italiens Wachstum war damit mehr als fünfmal so hoch wie der EU-Durchschnitt. Keines der erfassten Länder meldete einen Produktionsrückgang, die Wachstumsraten der wichtigsten Märkte unterschieden sich jedoch erheblich.
Deutschland bleibt größter Produzent
Deutschland behauptete seine Position als größter Speiseeisproduzent der EU, steigerte die Produktion aber nur um 0,2 Prozent. Der Abstand zu Italien betrug 59 Millionen Liter. Durch das schnellere Wachstum rückte Italien näher an den Marktführer heran, während Deutschland beim absoluten Volumen an erster Stelle blieb.
Auch Frankreich produzierte weiterhin mehr als Italien. Nach einem französischen Wachstum von 4 Prozent verringerte sich der Abstand auf 24 Millionen Liter. Das Tempo lag damit weiterhin unter dem italienischen Plus von 10 Prozent. Italien gehört zu den führenden Herstellern der EU, müsste sein Volumen aber weiter steigern, um Frankreich und Deutschland zu überholen.
Ausfuhren in Drittländer nähern sich Frankreich
Die stärkste Dynamik zeigte Italien im Handel mit Märkten außerhalb der EU. 2025 exportierte das Land 55,2 Millionen Kilogramm Speiseeis in Nicht-EU-Länder und stellte damit 19 Prozent der entsprechenden EU-Ausfuhren. 2024 waren es 42,6 Millionen Kilogramm gewesen. Binnen eines Jahres stiegen die Lieferungen somit um mehr als 12 Millionen Kilogramm beziehungsweise rund 30 Prozent.
Frankreich blieb mit 59,1 Millionen Kilogramm und einem Anteil von 20 Prozent führender EU-Exporteur. Sein Vorsprung gegenüber Italien lag bei weniger als 4 Millionen Kilogramm; die Marktanteile trennten nur noch ein Prozentpunkt. Der Wettbewerb um die Spitzenposition wird enger, wobei die vorliegenden Daten ausschließlich Lieferungen in Nicht-EU-Länder und nicht den Handel zwischen Mitgliedstaaten abbilden.
EU-Anbieter bauen ihre globale Präsenz aus
Die gesamten EU-Ausfuhren in Nicht-EU-Märkte erreichten 2025 ein Volumen von 289,8 Millionen Kilogramm. Das waren rund 26 Millionen Kilogramm oder etwa 10 Prozent mehr als 2024. Italien wuchs somit fast dreimal so schnell wie die EU insgesamt und stellte nach Gewicht knapp ein Fünftel der externen Lieferungen.
Für italienische Hersteller und Verarbeiter zeigt der gleichzeitige Anstieg von Produktion und Export, dass die zusätzliche Menge von einer stärkeren Nachfrage außerhalb der EU begleitet wurde. Frankreich bleibt die unmittelbare Vergleichsgröße im Export, Deutschland der Maßstab bei der Produktion. Entscheidend wird sein, ob Italien das Exportwachstum halten und die Produktionslücken weiter schließen kann, ohne Überkapazitäten aufzubauen.