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Italiens Lebensmittelexporte übersteigen 72 Milliarden Euro, Kaffee und Käse legen zu

Italiens Agrar- und Lebensmittelexporte stiegen 2025 um 5,6 % auf mehr als 72 Milliarden Euro. Röstkaffee, Käse und Frischobst trieben das Wachstum, während Wein und Olivenöl schwächer abschnitten und die Exporte Anfang 2026 leicht sanken.

Italiens Lebensmittelexporte übersteigen 72 Milliarden Euro, Kaffee und Käse legen zu

Exportwert erreicht neuen Rekord

Italiens Agrar- und Lebensmittelexporte überstiegen 2025 die Marke von 72 Milliarden Euro. Gegenüber 2024 entsprach dies einem Anstieg um 5,6 % und einem neuen Höchststand, wie Horeca News und Gazzetta del Gusto unter Berufung auf die Außenhandelsstudie des CREA berichteten. Die Importe wuchsen mit 10,1 % schneller und erreichten 72,45 Milliarden Euro. Höhere Weltmarktpreise für Agrarrohstoffe wie Rohkaffee und Kakao verteuerten die Einfuhren und beeinflussten zugleich den Exportwert einiger verarbeiteter Lebensmittel.

Agrar- und Lebensmittelprodukte stellten 11,2 % der gesamten italienischen Ausfuhren und 12,2 % der Einfuhren. Produkte, die im Ausland als typisch italienisch wahrgenommen werden, erzielten 52,2 Milliarden Euro beziehungsweise 72,5 % der Branchenexporte. Laut Gazzetta del Gusto wuchs dieses Made-in-Italy-Segment gegenüber 2024 um 3,7 % und damit langsamer als die Branche insgesamt.

Kaffee, Käse und Backwaren führen das Wachstum an

Röstkaffee verzeichnete mit einem Plus von 23,6 % den stärksten Wertzuwachs unter den hervorgehobenen Produktgruppen. Kakaohaltige Süßwaren legten um 21,4 %, Frischobst um 14,6 %, Käse um 13,4 % und Backwaren um 6,5 % zu. Auch die Exportwerte von Grana Padano und Parmigiano Reggiano erhöhten sich. Bei Kaffee und Kakaosüßwaren war ein Teil des Wachstums jedoch auf gestiegene Kosten importierter Rohstoffe zurückzuführen, die den durchschnittlichen Ausfuhrwert je Einheit erhöhten.

Natives Olivenöl extra, Tomatenkonserven und einige Weinkategorien entwickelten sich dagegen rückläufig. Beim Olivenöl zeigt sich der Unterschied zwischen Wert und Warenmenge besonders deutlich: Der Exportwert sank um 17,2 %, während das Volumen um 18,2 % stieg. CREA führte diese Abweichung auf niedrigere internationale Olivenölpreise zurück, nachdem das begrenzte weltweite Angebot in den beiden Vorjahren starke Preissteigerungen ausgelöst hatte. Auch bei mehreren anderen rückläufigen Kategorien hielten sich die Exportmengen besser als die Werte.

EU-Nachfrage gleicht schwächere US-Verkäufe aus

Die Europäische Union blieb Italiens wichtigster Handelspartner für Agrar- und Lebensmittelprodukte. Sie nahm 59,5 % der Exporte ab und lieferte fast 70 % der Importe. Die Ausfuhren in EU-Länder stiegen 2025 um 8,1 %, wobei Spanien, die Niederlande, Polen und Rumänien besonders positiv abschnitten. Innerhalb Italiens blieb der Handel im Norden konzentriert: Auf die Lombardei, Emilia-Romagna, Venetien und das Piemont entfielen zusammen mehr als 60 % des nationalen Import- und Exportwerts der Branche.

Die Vereinigten Staaten bildeten unter den wichtigsten Absatzmärkten die Ausnahme. Italiens Agrar- und Lebensmittelexporte dorthin sanken 2025 um 4,2 % auf 7,55 Milliarden Euro, teilweise infolge höherer Zölle in der zweiten Jahreshälfte. Betroffen waren natives Olivenöl extra, DOP-Weine, Spirituosen, Soßen und Würzmittel. Bei Pasta, Mineralwasser, Röstkaffee und Backwaren setzte sich das Wachstum dagegen fort. Trotz des Rückgangs lag der Wert über den 6,7 Milliarden Euro des Jahres 2023.

Handel startet 2026 verhaltener

In den ersten fünf Monaten 2026 gingen Italiens Agrar- und Lebensmittelexporte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,4 % zurück, die Importe sanken um 4,3 %. Röstkaffee, Grana Padano und Parmigiano Reggiano behielten ihre positive Dynamik, während Olivenöl und einige Weinkategorien im Minus blieben. Die Zahlen zeigen, dass der gesamte Exportwert zunehmend vom Produktmix und von Preisen abhängt, nicht von einem gleichmäßigen Nachfragewachstum.

CREA verwies im Zusammenhang mit dem EU-Mercosur-Abkommen außerdem auf Italiens unausgewogenen Handel mit Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Italien importierte 2025 Agrar- und Lebensmittelprodukte im Wert von fast 3,7 Milliarden Euro aus den vier Ländern und exportierte Waren für rund 500 Millionen Euro dorthin. Die Einfuhren bestanden vor allem aus Rohkaffee, Futtermitteln, Sojabohnen und Rindfleisch. Italien lieferte Pasta, Äpfel, Tomatenkonserven, natives Olivenöl extra, Röstkaffee und Süßwaren.

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