Italienisches Olivenöl erzielt im Juli Rekordabsatz von 13.000 Tonnen bei Preisen unter 5 Euro je Kilogramm
Der Absatz von italienischem nativem Olivenöl extra erreichte im Juli 13.000 Tonnen nach 9.000 Tonnen im Juni, da die Preise für lose Ware in den südlichen Hauptregionen stabil unter 5 Euro je Kilogramm liegen. Die Lagerbestände sanken auf 99.000 Tonnen, doch der Abverkauf verläuft ungleich: Apulien hat 40% seiner Januarbestände abgesetzt, Kalabrien nur 22%.
Juli-Absatz erreicht 13.000 Tonnen
Der Absatz von italienischem nativem Olivenöl extra erreichte im Juli 13.000 Tonnen nach 9.000 Tonnen im Juni und damit den höchsten Monatswert der laufenden Kampagne, berichtet teatronaturale.it. Die nationalen Bestände an italienischem nativem Olivenöl extra sanken auf 99.000 Tonnen.
Das Fachblatt führt die Beschleunigung auf den Preisverfall zurück, nicht auf eine stärkere Nachfrage. Lose Ware wird in Apulien und Kalabrien stabil unter 5 Euro je Kilogramm gehandelt, die Notierung in Foggia ist auf 4,45 Euro je Kilogramm gefallen und liegt damit deutlich unter den Produktionskosten. Der Handel hat in einer Phase angezogen, in der der Markt üblicherweise still steht. Die Abfüller kaufen jedoch weiterhin nur für den unmittelbaren Bedarf und bauen keine Lager auf.
Bestände konzentrieren sich im Süden
Nach Daten von ICQRF Frantoio Italia, die teatronaturale.it zitiert, verteilten sich die regionalen Bestände an italienischem nativem Olivenöl extra zum 31. Juli wie folgt:
- Apulien: 51.000 Tonnen
- Kalabrien: 14.000 Tonnen
- Sizilien: 8.000 Tonnen
- Toskana: 10.000 Tonnen
- Umbrien: 5.000 Tonnen
- Ligurien: 2.500 Tonnen
Auf die drei wichtigsten Erzeugerregionen des Südens entfallen 73% der nationalen Bestände, auf die drei Abfüllregionen in Mittel- und Norditalien 17%. Bei dieser Konzentration bestimmt faktisch das Tempo, mit dem sich die Tanks in Apulien und Kalabrien leeren, den Preis für das gesamte Land.
Kalabrien bleibt beim Absatz zurück
Die Kampagne war am 31. Januar praktisch abgeschlossen: Apulien hielt 83.000 Tonnen, Kalabrien 18.000 Tonnen und Sizilien 15.000 Tonnen. Seither hat Apulien 40% seiner Bestände verkauft, Sizilien etwa die Hälfte, Kalabrien dagegen nur 22%. teatronaturale.it bezeichnet die Region als Schwachstelle des italienischen Systems in dieser Saison.
Beim Bio-Öl zeigt sich dasselbe Bild. Kalabrien hält 25% der italienischen Bio-Bestände an nativem Olivenöl extra, knapp 7.000 Tonnen gegenüber 9.000 Tonnen zu Kampagnenbeginn. In Apulien sanken die Bio-Bestände im selben Zeitraum von 19.000 auf 13.000 Tonnen, in Sizilien von 5.600 Tonnen am 31. Januar auf 3.300 Tonnen Ende Juli.
g.U.- und g.g.A.-Öl unter 10.000 Tonnen
Zertifiziertes Öl schneidet relativ besser ab. Die verfügbaren Mengen an Öl mit geschützter Ursprungsbezeichnung und geschützter geografischer Angabe fielen von 12.000 Tonnen im Juni auf 9.700 Tonnen, bei einem Monatsabsatz von 2.000 Tonnen. Damit liegt das Segment unter der Marke von 10.000 Tonnen.
teatronaturale.it erwartet, dass die Gesamtbestände bis Ende September auf 80.000 Tonnen oder weniger sinken könnten, ein Niveau im Einklang mit den Vorjahren, abgesehen von den beiden Saisons mit starkem Produktionsrückgang im Mittelmeerraum.
Das Hauptrisiko der kommenden Kampagne kommt aus Spanien. Spanisches natives Olivenöl extra notiert bei 3,4 Euro je Kilogramm, an anderer Stelle nennt dasselbe Fachblatt 3,5 Euro je Kilogramm, ein Zweijahrestief. Italienisches Öl folgt mit einem Aufschlag von 1 bis 1,5 Euro je Kilogramm. Fällt die spanische Ernte gut aus und bleiben die Preise dort unter 4 Euro je Kilogramm, dürften die italienischen Notierungen in der beginnenden Kampagne unter Druck geraten. Längerfristig verweist teatronaturale.it auf eine Nachfrage, die vom gesundheitlichen Profil des nativen Olivenöls extra und der Verbreitung der Mittelmeerdiät getragen wird: Der Weltmarkt soll binnen zehn Jahren 23 Milliarden Dollar überschreiten, wobei der Klimawandel die wichtigste Bremse auf der Angebotsseite bleibt.