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Italienische Tomatenkonserven: Exporte in die USA steuern auf Rekord zu

In den ersten sieben Monaten 2026 stiegen die italienischen Exporte von Tomatenkonserven in die USA um rund 11,4 Prozent im Wert und um 11,8 Prozent in der Menge auf über 132 Millionen Euro und mehr als 105.000 Tonnen. Hält das Tempo an, erwartet Anicav für das Gesamtjahr knapp 227 Millionen Euro und fast 183.000 Tonnen und damit mehr als im Rekordjahr 2024. Als zentrale Unsicherheit gilt die US-Zollpolitik.

Italienische Tomatenkonserven: Exporte in die USA steuern auf Rekord zu

Wert plus 11,4 Prozent, Menge plus 11,8 Prozent

Die italienischen Ausfuhren von Tomatenkonserven in die Vereinigten Staaten sind in den ersten sieben Monaten 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 11,4 Prozent im Wert und um 11,8 Prozent in der Menge gewachsen. Grundlage sind Istat-Hochrechnungen, die der italienische Verband der Gemüsekonservenindustrie Anicav bereitgestellt hat. Die Zahlen wurden am 8. September 2026 in Neapel vorgestellt; berichtet haben ANSA, Italia a Tavola und Blasting News Italia.

In absoluten Zahlen überstiegen die Lieferungen zwischen Januar und Juli 132 Millionen Euro und 105.000 Tonnen. Im gesamten Jahr 2025 erreichten die italienischen Tomatenkonserven-Exporte in die USA 203,7 Millionen Euro und rund 163.000 Tonnen; Italia a Tavola beziffert die Menge 2025 genauer auf 163.301 Tonnen.

Setzt sich das Tempo der ersten sieben Monate bis Dezember fort, rechnet Anicav für das Gesamtjahr mit US-Importen italienischer Tomatenkonserven von knapp 227 Millionen Euro und fast 183.000 Tonnen. Damit würden die Rekordwerte von 2024 übertroffen. Italia a Tavola weist darauf hin, dass Italien in dieser Produktkategorie weltweit führender Exporteur bleibt, während die Mengen auf anderen Märkten zurückgehen.

Die industrielle Basis hinter den Zahlen

Anicav vereint drei Viertel der in Italien tätigen Verarbeitungsbetriebe. Die Mitgliedsunternehmen verarbeiten rund 70 Prozent aller in Italien verarbeiteten Tomaten und nahezu die gesamte weltweite Produktion geschälter ganzer Tomaten. Laut ANSA ist der Verband gemessen an der Zahl der Mitgliedsunternehmen und der verarbeiteten Produktmenge die größte Interessenvertretung tomatenverarbeitender Betriebe weltweit.

Der im Verband organisierte Sektor erzielte 2025 einen Umsatz von 3,7 Milliarden Euro. Etwa 60 Prozent der Produktion gehen in den Export, vor allem in die wichtigsten europäischen Länder und in den Rest der Welt. Die USA gelten als einer der zentralen Märkte für italienische Tomatenerzeugnisse.

Zölle bleiben die offene Variable

Anicav-Direktor Giovanni De Angelis führte die Entwicklung auf die Entscheidung der amerikanischen Verbraucher zurück: Qualität der Rohware, Geschmack, Produktionstradition und jenes Können, das aus Kompetenz, Herkunftsregion und Innovation entsteht. Das sei ein über Jahre aufgebautes Kapital, das auf dem US-Markt weiterhin stark wirke.

Zugleich betonte De Angelis, die Exportzahlen ließen sich nicht von der Unsicherheit rund um die US-Zollpolitik trennen. Die italienischen Unternehmen hätten große Anpassungsfähigkeit und Widerstandskraft gezeigt, doch ein stabiler und planbarer Handelsrahmen bleibe entscheidend, um Investitionen zu stützen, die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und amerikanischen Verbrauchern weiterhin hochwertige Produkte zu tragfähigen Konditionen anzubieten.

Die von ANSA zitierten Unternehmensstimmen gehen in dieselbe Richtung. Giuseppe Torrente, Marketingmanager von La Torrente srl, nannte das Mengenwachstum in den USA ein wichtiges Signal: Italienische Tomaten gewinnen weiter Platz in amerikanischen Regalen und Küchen; der Markt sei reif, die Nachfrage aber dynamisch und biete weiterhin Entwicklungschancen. Annibale Pancrazio, Geschäftsführer von Pancrazio Spa, erklärte, die Daten ermutigten das Unternehmen, die Präsenz in den USA gemeinsam mit Distributoren und lokalen Partnern auszubauen; Kontinuität der Geschäftsbeziehungen und ein stabiler Handelsrahmen seien entscheidend, um die Erholung in dauerhaftes Wachstum zu überführen.

Dreijährige Werbekampagne in drei US-Städten

Zur Strategie gehört auch Absatzförderung. Im Juni nutzte Anicav die Sommerausgabe der Fancy Food in New York, der größten Lebensmittelmesse des Landes, um die neue Kampagne Greatest Tomatoes from Europe vorzustellen, kofinanziert von der Europäischen Union im Rahmen des Programms Enjoy It's from Europe. Die Initiative läuft über drei Jahre in New York, Chicago und Los Angeles und umfasst Presseveranstaltungen, Messen, Education-Touren, Verkostungen und eine starke Präsenz in sozialen Netzwerken. Ziel ist laut Anicav, die Bekanntheit italienischer Tomatenkonserven zu erhöhen und die wachsende Marktpräsenz abzusichern.

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