Italien erlaubt Mischungen aus nativem und nativem Olivenöl extra für den Export
Italien erlaubt die Kennzeichnung von Mischungen aus nativem und nativem Olivenöl extra als extra, sofern das Endprodukt sämtliche Qualitätsanforderungen erfüllt. Die Regel gilt ausschließlich für Lieferungen in andere EU-Staaten und Drittländer und verlangt eine vollständige digitale Rückverfolgbarkeit.
Ministerium lockert die Juli-Regel teilweise
Italiens Ministerium für Landwirtschaft und Ernährungssouveränität hat Mischungen aus nativem Olivenöl und nativem Olivenöl extra für Produkte zugelassen, die ausschließlich für den Export bestimmt sind, berichtet ItaliaOggi. Das Endprodukt darf als natives Olivenöl extra gekennzeichnet werden, wenn es die chemischen, physikalischen und organoleptischen Anforderungen dieser Kategorie erfüllt.
Die Klarstellung nimmt das Rundschreiben Nr. 347821 vom 16. Juli 2026 teilweise zurück, das am 23. Juli 2026 im Amtsblatt Nr. 169 veröffentlicht wurde. Darin hatte das Ministerium die Praxis untersagt und Unternehmen verpflichtet, entsprechende Mischöle innerhalb von 30 Tagen als natives Olivenöl neu einzustufen.
Regel gilt für EU- und Drittlandsmärkte
Die geänderte Position steht in einer Mitteilung vom 11. August 2026, die von den Abteilungsleitern Giuseppe Blasi, Marco Lupo und Felice Assenza unterzeichnet wurde. Sie beantwortet Fragen der Branchenverbände Federolio und Assitol. Laut dem von ItaliaOggi wiedergegebenen Text gilt die Exportgenehmigung sowohl für lose als auch für abgepackte Ware, die in einen anderen EU-Staat oder in ein Land außerhalb der EU geliefert wird.
Die Ausnahme senkt die Qualitätsschwelle für natives Olivenöl extra nicht. Eine Mischung mit nativem Olivenöl behält die höhere Kategorie nur, wenn das fertige Produkt alle vorgeschriebenen Parameter erfüllt. Die bloße Bestimmung für den Export reicht nicht aus, um ein qualitativ unzureichendes Öl höher einzustufen.
Exportbestände müssen digital rückverfolgbar sein
Nach der neuen Auslegung dürfen Unternehmen gemischtes Öl weiterhin als natives Olivenöl extra in ihren Industriebeständen führen, sofern es für den Export vorgesehen ist. Abfüllbetriebe können außerdem italienische native Olivenöle beider Kategorien für ausländische Kunden mischen. Sämtliche Vorgänge müssen korrekt im elektronischen Ölregister erfasst werden, um Transparenz und vollständige Rückverfolgbarkeit sicherzustellen.
Damit entsteht eine klare operative Trennung zwischen der Exportproduktion und Ware für den italienischen Markt. Verarbeiter und Abfüller benötigen Bestandskontrollen, die das Zielland jeder Partie dokumentieren. Hinzu kommen Laboranalysen und sensorische Prüfungen, mit denen die Einstufung des Endprodukts als natives Olivenöl extra belegt wird. Die Regel erweitert die Spielräume bei Rohstoffbeschaffung und Rezeptur, ohne die formellen Qualitätsstandards zu verändern.
Italien nähert sich dem spanischen Modell
ItaliaOggi zufolge orientiert sich Italien damit stärker am spanischen Umgang mit Exportmischungen. Das spanische Königliche Dekret Nr. 760/2021 untersagt grundsätzlich, ein zuvor niedriger eingestuftes Öl in einer höheren Kategorie zu vermarkten. Spanien setzte diese Vorschrift für Exportöl jedoch aus, bis Brüssel eine Klärung vorlegt. Nach Angaben der Zeitung ist diese Klärung nie erfolgt.
Spanische Unternehmen konnten deshalb Mischungen aus nativem Olivenöl und nativem Olivenöl extra herstellen, das fertige Öl als extra einstufen und nach Italien liefern, wo es in heimische Supermärkte gelangte. Die italienische Ausnahme verringert diesen Wettbewerbsunterschied für einheimische Abfüller. Sie können nun vergleichbare Produkte für Auslandsmärkte einschließlich anderer EU-Länder formulieren, wenn Qualitätsprüfung, Bestimmungsnachweis und Rückverfolgbarkeit gewährleistet sind.