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Italiens Abgeordnetenkammer billigt Agrarplan Coltiva Italia über 1,14 Milliarden Euro

Italiens Abgeordnetenkammer hat den Gesetzentwurf Coltiva Italia über 1,14 Milliarden Euro ohne Gegenstimmen gebilligt. Davon sind 970 Millionen Euro für Tierhaltung, Olivenöl, Getreide und pflanzliche Proteine vorgesehen; die endgültige Zustimmung des Senats steht noch aus.

Italiens Abgeordnetenkammer billigt Agrarplan Coltiva Italia über 1,14 Milliarden Euro

Abgeordnetenkammer stimmt ohne Gegenstimmen zu

Italiens Abgeordnetenkammer hat den Gesetzentwurf Coltiva Italia gebilligt. Das Agrarinvestitionspaket über 1,14 Milliarden Euro soll die heimische Produktion ausweiten und bei mehreren strategischen Lebensmittelketten die Abhängigkeit von Lieferungen aus dem Ausland verringern. Nach Angaben von Il Sole 24 Ore wurde die Vorlage ohne Gegenstimmen angenommen. Der Senat hatte ihr bereits zugestimmt; wegen Änderungen durch die Kammer muss sie jedoch zur endgültigen Abstimmung dorthin zurück.

Das Landwirtschaftsministerium erwartet die erneute Beratung im Senat zwischen September und Oktober und betrachtet die Zustimmung dort als praktisch gesichert. Anschließend sollen Durchführungsverordnungen ausgearbeitet werden, damit die Mittel in den ersten Monaten des Jahres 2027 tatsächlich ausgegeben werden können. Für die Erzeuger ist die Förderung damit nicht sofort verfügbar. Voraussetzungen und Auszahlungsmodalitäten hängen von den nachgelagerten Regelungen ab.

970 Millionen Euro für Produktionsketten

Kern des Gesetzes ist eine Strategie für Ernährungssouveränität mit 970 Millionen Euro. Jeweils rund 300 Millionen Euro sollen an den Tierhaltungsplan Allevamento Italia, den nationalen Olivenanbauplan und weitere strategische Wertschöpfungsketten gehen. Weitere 70 Millionen Euro füllen den Fonds für Ernährungssouveränität auf. Im Mittelpunkt stehen als problematisch eingestufte Bereiche: Weichweizen, Gerste, Mais, pflanzliche Proteine und die Mutterkuh-Kalb-Rindfleischerzeugung.

Die Politik soll die Erzeugung von Getreide und pflanzlichen Proteinen sowie die Produktion von Rindfleisch und Olivenöl stärken. In diesen Bereichen ist Italien weiterhin teilweise auf ausländische Lieferungen angewiesen. Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida erklärte, Italien stehe beim landwirtschaftlichen Mehrwert an erster Stelle in Europa und exportiere Agrar- und Lebensmittelprodukte im Wert von 74,5 Milliarden Euro. Er ordnete Coltiva Italia in ein breiteres öffentliches Investitionsprogramm von annähernd 17 Milliarden Euro ein und kündigte an, die neuen Mittel auf Bereiche mit besonderem Bedarf an Produktionskapazität zu konzentrieren.

Verträge, Flächen und Agrartechnik

Der Gesetzentwurf stellt 10 Millionen Euro für Verträge in der Weizenlieferkette bereit, die Preise und Märkte stabilisieren sollen. Die Vereinbarungen laufen drei bis fünf Jahre und legen den Preis für die gesamte Vertragsdauer fest. Dadurch sollen Marktschwankungen abgefedert und die Einkommen der Landwirte berechenbarer werden. Zudem stellt das von Ismea verwaltete Programm Terre ai giovani Landwirten zwischen 18 und 41 Jahren rund 8.417 Hektar für 10 Jahre kostenlos zur Verfügung. Danach können sie die Flächen für 50 % des ursprünglichen Werts erwerben. Das Paket erleichtert außerdem jungen und weiblichen Agrarunternehmern den Kreditzugang.

Für Forschung und Innovation sind 14,5 Millionen Euro vorgesehen. Dazu gehören Mittel, mit denen der Agrarforschungsrat Crea 50 neue Forschende einstellen soll. Unterstützt werden auch Versuchsbetriebe von Crea und landwirtschaftlichen Instituten, die in Präzisionslandtechnik, künstliche Intelligenz, Sensorik und Mechatronik investieren können. Weitere 9,2 Millionen Euro fließen in Wein- und Olivenöltourismus. Ein nationaler Sonderbeauftragter für Xylella erhält bis zum 31. Dezember 2028 ein Budget von 3 Millionen Euro. Das Paket verbindet Produktionsanreize mit längerfristigen Investitionen in Landzugang, Forschung und Technik, doch seine Marktwirkung hängt von der endgültigen Verabschiedung und Umsetzung ab.

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