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Italien plant 300 Millionen Euro für Olivenöl und strengere Qualitätskontrollen

Italien will im Rahmen des Plans Coltiva Italia zunächst 300 Millionen Euro für eine qualitätsorientierte Olivenölproduktion bereitstellen. Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida kündigte zudem risikobasierte Kontrollen an und beantragte angesichts des Preisdrucks Nothilfe der EU.

Italien plant 300 Millionen Euro für Olivenöl und strengere Qualitätskontrollen

Förderung zielt auf qualitätsorientierte Produktion

Italien will seinem Olivenölsektor über den Plan Coltiva Italia zunächst 300 Millionen Euro bereitstellen. Das erklärte Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida in einer Botschaft an die Academy Olivo in Campo Calabria. Die zweitägige Veranstaltung wurde von der Region Kalabrien und ARSAC gemeinsam mit L’Informatore Agrario organisiert und brachte Behörden sowie Branchenvertreter zusammen, um über die Zukunft des Olivenanbaus zu beraten.

Nach Angaben von QuiCosenza sollen die Mittel ein auf Qualität ausgerichtetes Produktionssystem stärken. Lollobrigida erklärte außerdem, Italien habe bei der Europäischen Union die Aktivierung des Notfallfonds beantragt, um einen Sektor zu unterstützen, der bei den Produktpreisen eine schwierige Phase durchläuft. Der Bericht nennt weder einen Zeitplan noch Vergabekriterien oder die Aufteilung der 300 Millionen Euro auf Erzeuger, Ölmühlen und andere Marktteilnehmer.

Kontrollen konzentrieren sich auf höhere Risiken

Die Regierung will zudem schärfer gegen Betrug bei nativem Olivenöl extra vorgehen. Laut Lollobrigida schafft das Gesetz 75/2026 ein einheitliches, risikobasiertes Kontrollsystem: weniger Verwaltungsaufwand für einzelne Unternehmen und mehr systematische Prüfungen dort, wo Verstöße wahrscheinlicher sind. Ein ungewöhnlich niedriger Preis für natives Olivenöl extra könne Zweifel daran wecken, ob das Produkt die erwarteten Eigenschaften erfülle.

Für regelkonform arbeitende Erzeuger und Verarbeiter sind diese Kontrollen wirtschaftlich relevant, weil Qualitätsversprechen die Positionierung italienischen Öls im In- und Ausland stützen. Strengere Prüfungen könnten Unternehmen vor Produkten schützen, die als natives Olivenöl extra verkauft werden, ohne die einschlägigen Standards zu erfüllen. Die Marktwirkung hängt von der Umsetzung ab, darunter der Risikobewertung, der Durchführung der Kontrollen und dem Vorgehen gegen Verstöße.

Weinwirtschaft dient als Vorbild

Lollobrigida sagte, die Olivenölbranche solle dem Modell der italienischen Weinwirtschaft folgen und einzelne Sorten, regionale Identität sowie zertifizierte Qualität hervorheben. Das Programm der Academy griff diesen Ansatz auf und verband politische Diskussionen mit praktischer Arbeit zu Wassermanagement, Pflanzenernährung, Mechanisierung und Pflanzenschutz. Veranstaltungsorte waren der Landwirtschaftsbetrieb Statti in Lamezia Terme und der regionale Regierungskomplex Jole Santelli in Catanzaro.

Die Maßnahmen sind Teil einer breiteren Agrarpolitik, die der Minister vorstellte. Nach seinen Angaben erwirtschaftete die italienische Landwirtschaft im zweiten Jahr in Folge mehr als 46,6 Milliarden Euro an Wertschöpfung. Die gesamte Agrar- und Lebensmittelbranche sichere 5 Millionen Arbeitsplätze, stehe für 15 % des Bruttoinlandsprodukts und habe ab 2025 Exporte im Rekordwert von 72,4 Milliarden Euro verzeichnet. Zudem habe das Landwirtschaftsministerium unter der Regierung Meloni mehr als 17 Milliarden Euro für die gesamte Wertschöpfungskette bereitgestellt. Für Olivenbauern und Verarbeiter bleiben jedoch Produktionskosten, schwache Produktpreise und Klimabelastungen die akuten Probleme. Als Gegenmaßnahmen nennt die Regierung eine Steuergutschrift für Diesel und einen Ausgleich von 50 % des Anstiegs der Düngemittelkosten. Die geplante Förderung und strengere Kontrollen könnten Investitionen und Marktvertrauen stärken; entscheidend sind jedoch die endgültigen Regeln und die Durchsetzungskapazitäten.

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