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Iran öffnet Importregistrierung für Hülsenfrüchte trotz Überangebotswarnung

Iran nimmt seit dem 12. Schahriwar 1405 wieder Importanmeldungen für Linsen, Bohnen, Kichererbsen, Mungbohnen und weitere Hülsenfrüchte an. Der Agrarvertreter Reza Kangari warnt, die bereits eingeführten Mengen könnten zu Absatzproblemen und Verderb führen.

Iran öffnet Importregistrierung für Hülsenfrüchte trotz Überangebotswarnung

Registrierung ohne Nachweis früherer Handelstätigkeit

Iran hat die Registrierung von Importaufträgen für Hülsenfrüchte wieder geöffnet. Händler können seit dem 12. Schahriwar 1405 Anträge über das nationale umfassende Handelssystem einreichen. Die Regelung gilt für Linsen, Bohnen, Kichererbsen, Mungbohnen und weitere Hülsenfrüchte, berichtete Mehr News unter Berufung auf die Abteilung für Handelsentwicklung des Ministeriums für Landwirtschaftsdschihad.

In dieser Runde müssen Antragsteller keine frühere Handelstätigkeit nachweisen. Dieselbe Ausnahme galt bereits bei der vorherigen Öffnung. Das Ministerium begründete den Schritt mit einem Beschluss des Marktregulierungsstabs, Importe grundlegender und notwendiger Agrargüter zu erleichtern. Die veröffentlichten Angaben nennen weder ein Importvolumen noch eine Registrierungsfrist, Zollregelung oder Liste zugelassener Ursprungsländer.

Importe begrenzten die Preisschwankungen

Mehr News bringt die Maßnahme mit Veränderungen beim iranischen Lebensmittelkonsum infolge der gesunkenen Kaufkraft in Verbindung. Verbraucher wichen zunehmend auf preiswertere Nahrungsmittel aus, wobei Hülsenfrüchte einen Teil des Fleischkonsums ersetzten. Auch der Kartoffelverbrauch sei in den vergangenen zwei Jahren deutlich gestiegen.

Importe hätten die Preise für Hülsenfrüchte im vergangenen Jahr relativ stabil gehalten, berichtete Mehr News. Gleichzeitig sei ein erheblicher Teil der früher auf Fleisch gerichteten Nachfrage in den Markt für Hülsenfrüchte gewandert. Die Importpolitik wirkt damit unmittelbar auf die Erschwinglichkeit von Lebensmitteln. Die erneute Registrierung kann die Versorgung von Verbrauchern und Verarbeitern absichern, sofern die Nachfrage nach preisgünstigen Proteinquellen hoch bleibt.

Branche warnt vor Überangebot und Verderb

Die Entscheidung fällt jedoch in eine Phase, in der Branchenvertreter vor Importmengen warnen, die der Binnenmarkt möglicherweise nicht mehr effizient aufnehmen kann. Der Agrarvertreter Reza Kangari sagte Asr Dena, Iran habe so viele Hülsenfrüchte eingeführt, dass nun Sorge vor deren Verderb bestehe. Unkontrollierte Importe könnten den Binnenmarkt belasten, heimischen Erzeugern schaden und Ressourcen verschwenden.

Kangari verwies außerdem auf den Fund von mehr als 80 Tonnen gehorteter Hülsenfrüchte in der Provinz Fars als Zeichen unzureichender Marktsteuerung. Der Fund belegt nicht die Höhe der landesweiten Bestände, verstärkt aber die Fragen zur Lagerung und Verteilung der verfügbaren Ware. Importeure müssen die Nachfrage genau prüfen, denn eine Registrierung garantiert nicht, dass neue Lieferungen vor Qualitätsverlusten Käufer finden. Zusätzliche Importware könnte zugleich die Marktposition heimischer Erzeuger schwächen. Da keine offizielle Mengenobergrenze bekannt ist, hängen die Folgen der Öffnung von der Zahl der genehmigten Aufträge, den Ankunftszeiten und der Fähigkeit des Marktes ab, bestehende Bestände sowie neue Lieferungen aufzunehmen.

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