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Iran erlaubt Geflügelfleischexporte unter Auflagen bei steigenden Erzeugerverlusten

Iran hat Ausfuhren von frischem oder gekühltem Hühnerfleisch unter Auflagen genehmigt. Der Schritt folgt auf Berichte über Produktionsüberschüsse, tägliche Verluste von rund 700 Milliarden Toman und eine bislang nicht umgesetzte Exporterlaubnis für 10.000 Tonnen.

Iran erlaubt Geflügelfleischexporte unter Auflagen bei steigenden Erzeugerverlusten

Handelsministerium genehmigt bedingte Ausfuhren

Das iranische Ministerium für Industrie, Bergbau und Handel hat nach Abstimmung mit dem Ministerium für Landwirtschaftsdschihad Hühnerfleischexporte unter Auflagen genehmigt, berichtet Quds Online. Das Amt für Export- und Importvorschriften übermittelte die Entscheidung an die für Ausfuhren zuständige Abteilung der iranischen Zollverwaltung.

Die Genehmigung gilt für Hähnchenschenkel, Bruststücke, Schulterteile und Flügel unter dem Zollcode 02071310. Sie umfasst außerdem frisches oder gekühltes, unzerteiltes Hühnerfleisch unter dem Code 02071100. Die Lieferungen müssen die behördlichen Vorgaben erfüllen. Exportziele, ein Starttermin und die genauen Anforderungen an die Exporteure wurden in dem Bericht jedoch nicht genannt.

Produktionsüberschuss belastet Geflügelhalter

Dem Kurswechsel waren vorübergehende Exportbeschränkungen für bestimmte Proteinprodukte einschließlich Eiern vorausgegangen. Damit sollte der Binnenmarkt reguliert und die Versorgung der Verbraucher gesichert werden. Das bedingte Verfahren deutet darauf hin, dass die Regierung Überschüsse für den Export freigeben und zugleich ihre Eingriffsmöglichkeiten zum Schutz von Angebot und Preisen im Inland behalten will.

Iranische Erzeuger beziffern die nationale Produktionskapazität auf mehr als 3,2 Millionen Tonnen Hühnerfleisch und sehen Potenzial für eine bedeutende regionale Exportposition. Der Geflügelhalterverband meldete jedoch zuletzt Verluste von rund 700 Milliarden Toman pro Tag, weil Hühnerfleisch unter den Produktionskosten verkauft werde. Die Arbeitsgruppe für Ernährungssicherheit und Marktregulierung hatte bereits begrenzte und kontrollierte Exporte von 10.000 Tonnen genehmigt. Laut Quds Online wurde diese Erlaubnis noch nicht umgesetzt und ist im Verhältnis zum Überschuss gering.

Tatsächliche Lieferungen entscheiden über die Wirkung

Akbar Fathi, stellvertretender Minister für Planung und Wirtschaftsfragen im Ministerium für Landwirtschaftsdschihad, erklärte, die Produktion solle leicht über dem Inlandsbedarf liegen. Für Überschüsse müsse es durch Stützungskäufe oder Exporte einen klaren Absatzweg geben, damit Erzeuger keine Verluste erleiden. Nach seinen Angaben könnte der Export von mindestens 10 % des Überschusses zur Marktregulierung beitragen, sofern die Lieferungen sorgfältig geplant werden und die Inlandsversorgung nicht beeinträchtigen.

Habib Asadollahnejad, Geschäftsführer des Verbands der Masthähnchenhalter, erklärte, die Genehmigung über 10.000 Tonnen habe die Verluste nicht spürbar gesenkt, weil die Ausfuhren nicht begonnen hätten. Auch Stützungskäufe hätten den Markt nicht ausgeglichen. In den iranischen Monaten Khordad und Tir wurden 140 Millionen Küken eingestallt, rund 20 Millionen mehr als benötigt. Asadollahnejad zufolge werden niedrigere Futtermittelpreise frühestens in weiteren 45 Tagen auf die Produktionskosten durchschlagen. Betriebe, die mit teuren Betriebsmitteln produziert haben, verlieren derzeit 70.000 bis 80.000 Toman je verkauftem Kilogramm Hühnerfleisch. Die neue Genehmigung kann Überschüsse aufnehmen, doch ihre Wirkung hängt von der Umsetzung, den Exportmengen und der Überwachung von Produktion, Beständen, Inlandspreisen und Verbrauch ab.

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