Indonesien startet Bau einer 710 Hektar großen Milchfarm zur Senkung der Importe
PT Global Dairi Bersama hat in Brebes mit dem Bau eines integrierten Milchviehbetriebs auf 710 Hektar begonnen, der jährlich 180.000 Tonnen Frischmilch erzeugen soll. Für die angestrebte Selbstversorgung benötigt Indonesien laut dem Landwirtschaftsminister rund 20 vergleichbare Anlagen und mehr produktive Milchviehhalter.
Projekt in Brebes zielt auf 180.000 Tonnen Milch
Indonesien hat in Brebes in Zentraljava mit dem Bau eines großen integrierten Milchviehbetriebs begonnen. Damit will die Regierung die starke Abhängigkeit des Landes von importierter Milch verringern. Landwirtschaftsminister Andi Amran Sulaiman nahm am 20. Juli 2026 an der Grundsteinlegung für das Projekt von PT Global Dairi Bersama im Dorf Karangbale im Bezirk Larangan teil.
Metro TV zufolge umfasst das Vorhaben rund 710 Hektar und ist auf eine Jahresproduktion von bis zu 180.000 Tonnen Frischmilch ausgelegt. Amran erklärte, diese Menge entspreche 20 % der derzeitigen nationalen Produktion. Media Indonesia nennt eine etwas niedrigere Schätzung: Der Betrieb könnte rund 18 % der indonesischen Frischmilchproduktion liefern und die gegenwärtige Erzeugung in Zentraljava mehr als verdoppeln.
Importabhängigkeit schafft Raum für Investitionen
Nach Angaben von Media Indonesia importiert Indonesien rund 80 % seines Milchbedarfs, entsprechend 3,6–3,8 Millionen Tonnen pro Jahr. Amran bezeichnete diese Versorgungslücke als einen großen und klar definierten Markt für inländische und ausländische Investoren. Um sich selbst mit Milch versorgen zu können, benötige das Land rund 20 integrierte Betriebe von der Größenordnung des Projekts in Brebes.
Die Anlage soll etwa 30.000 hochwertige Milchkühe aufnehmen. Das entspricht ungefähr einem Drittel des Milchviehbestands in Zentraljava. Digitale Technik auf Basis des Internets der Dinge soll Produktivität, Effizienz und Milchqualität steuern. Die Regierung hat außerdem zugesagt, Genehmigungsverfahren für Investitionen in die Milchwirtschaft zu vereinfachen und zu beschleunigen.
Partnerschaften reichen über den Großbetrieb hinaus
Das lokale Beschaffungsprogramm soll den industriellen Betrieb mit Landwirten und kleineren Tierhaltern verbinden. Die Regierungschefin von Brebes, Paramitha Widya Kusuma, erklärte, das Projekt werde mit rund 5.000 Viehhaltern und 2.000 Ackerbauern zusammenarbeiten. PT Global Dairi Bersama teilte separat mit, dass seine drei Partnerschaftsmodelle mindestens 8.000 Landwirte und Tierhalter in Brebes und der Umgebung erreichen könnten.
Ein Modell sieht den Einkauf von Futterpflanzen und Körnermais vor. Dafür werden jährlich etwa 2.000 Hektar Fläche benötigt und rund 5.000 lokale Landwirte eingebunden. Ein zweites umfasst Schulungen zur Milchviehhaltung, die Bereitstellung verbesserter Genetik und Abnahmegarantien für die Frischmilch der teilnehmenden Betriebe. Das dritte betrifft die Bullenmast mit einer Kapazität von rund 7.000 Tieren pro Jahr.
Technik und Zahl der Milchbauern bleiben entscheidend
Savoria-Group-CEO Ihsan Mulia Putri bezeichnete das Vorhaben als langfristige Investition in die vorgelagerte Lebensmittelproduktion. Das Unternehmen will moderne Technik sowie Tierwohl- und Umweltstandards anwenden. Vorgesehen sind die Umwandlung von Abfällen in Biogas, der Einsatz von Solarmodulen und die Verarbeitung von Dung zu organischem Kompost für die regenerative Landwirtschaft im Umfeld der Anlage.
Großbetriebe allein reichen für das Regierungsziel nicht aus. Media Indonesia zufolge gibt es in Indonesien derzeit rund 50.000 Milchviehhalter; für die Selbstversorgung wären mindestens 100.000 produktive Betriebe erforderlich. Das Projekt in Brebes ist daher sowohl eine industrielle Produktionsanlage als auch ein Test dafür, ob ein großer Betreiber verlässliche Partnerschaften mit lokalen Futter-, Tier- und Milchlieferanten aufbauen kann.