Indonesiens Eier- und Hühnerpreise steigen nach Neustart des Schulverpflegungsprogramms
In Indonesien erholen sich die Preise für Eier und Hühnerfleisch, nachdem die Schulen wieder geöffnet und das kostenlose Ernährungsprogramm MBG seine Arbeit aufgenommen hat. Bapanas sieht den Anstieg als notwendig für rentable Erzeugerpreise, beobachtet aber die Belastung der Verbraucher und die Lebensmittelinflation.
Institutionelle Nachfrage beendet die Preisschwäche
In Indonesien erholen sich die Preise für Eier und Hühnerfleisch, nachdem das kostenlose Ernährungsprogramm MBG nach den langen Schulferien wieder angelaufen ist. Die Rückkehr der Schüler und die Wiedereröffnung der Ernährungszentren stellen eine wichtige Nachfragequelle wieder her, die in den Wochen zuvor ausgefallen war.
Die indonesische Lebensmittelbehörde Bapanas erklärte, der Erzeugerpreis für Konsumeier sei während des Abschwungs bis auf Rp15.000 je Kilogramm gefallen. I Gusti Ketut Astawa, stellvertretender Leiter der Behörde für Lebensmittelverfügbarkeit und Stabilisierung, führte den Rückgang auf die Schulferien und die ausgesetzten MBG-Einkäufe zurück. Auch nach dem Ende des Monats Suro beziehungsweise Muharram zog die Nachfrage wieder an.
Die Angaben zum aktuellen Erzeugerpreis unterscheiden sich geringfügig. Liputan6 zitierte Astawa mit einer Spanne von Rp21.000-Rp22.000 je Kilogramm, während Antara Rp22.000-Rp23.000 meldete. Beide Werte liegen unter den von Bapanas als angemessen angesehenen Rp24.000-Rp25.000. Laut Liputan6 liegt der vom Landwirtschaftsministerium festgelegte Referenzeinkaufspreis auf Erzeugerebene bei rund Rp24.000 je Kilogramm.
Sukabumi meldet höhere Eier- und Hühnerpreise
Auch im Einzelhandel von Sukabumi in Westjava ist die Erholung sichtbar. Media Indonesia berichtete unter Berufung auf die städtische Handelsbehörde, dass der durchschnittliche Preis für Hühnerfleisch von Rp36.000 auf rund Rp37.000 je Kilogramm gestiegen sei. Eier verteuerten sich von Rp25.000 auf Rp26.000 je Kilogramm.
Nach Angaben von M Rifky von der Handelsbehörde Sukabumis stiegen die Preise beider Waren am 13. Juli und am 17. Juli. Die Behörde überwacht die Preise wichtiger Grundnahrungsmittel auf den Märkten Pelita und Tipar Gede und führt die Entwicklung vor allem auf die höhere Nachfrage nach dem MBG-Neustart zurück. Die Veränderungen seien weiterhin kontrolliert und hätten keine erheblichen Marktstörungen ausgelöst.
Die nationalen Einzelhandelsdaten zeigen eine deutlichere Bewegung. Laut Antara ermittelte das von der Bank Indonesia geführte nationale Informationszentrum für strategische Lebensmittelpreise einen durchschnittlichen Eierpreis auf traditionellen Märkten von Rp29.250 je Kilogramm am 6. Juli, Rp29.000 am 14. Juli und Rp31.300 am 20. Juli 2026. Der durchschnittliche Erzeugerpreis lag in derselben Datenbank am 20. Juli bei Rp25.750 je Kilogramm.
Bapanas sucht den Ausgleich zwischen Betrieben und Verbrauchern
Bapanas betrachtet die Erholung als Entlastung für Legehennenbetriebe, nachdem die niedrigen Preise die Produktionsanreize gefährdet hatten. Die Behörde befürchtet, dass dauerhaft niedrige Erlöse die Erzeugung bremsen und Indonesiens Bedarf an Lebensmittelimporten erhöhen könnten. Die erneuten Bestellungen der MBG-Küchen schaffen für die Betriebe einen besser planbaren Absatzkanal, während die Schulen zum Normalbetrieb zurückkehren.
Gleichzeitig beobachtet die Regierung das Risiko eines zusätzlichen Schubs für die Lebensmittelinflation. Astawa zufolge kann der Staat sowohl bei zu niedrigen als auch bei zu hohen Preisen eingreifen; als Maßstab dient der Referenzpreis. Für Geflügelerzeuger und Händler ist entscheidend, ob die institutionelle Nachfrage wirtschaftlich tragfähige Erzeugerpreise sichern kann, ohne die Einzelhandelspreise über ein für Haushalte bezahlbares Niveau zu treiben.