← Zurück zu den Nachrichten

Indonesien und Chile wollen Marktzugang über IC-CEPA ausweiten

Indonesien und Chile wollen den beiderseitigen Marktzugang für Agrarwaren, Lebensmittel und höherwertige Produkte im Rahmen von IC-CEPA erweitern. 2025 wurden 75,7 % der indonesischen Exporte nach Chile über das Abkommen abgewickelt; konkrete Vorhaben betreffen Kakaopulver und chilenische Tafeltrauben.

Indonesien und Chile wollen Marktzugang über IC-CEPA ausweiten

Regierungen streben ausgewogenen Marktzugang an

Indonesien und Chile wollen ihren bilateralen Handel durch eine stärkere Nutzung des umfassenden Wirtschaftspartnerschaftsabkommens IC-CEPA ausbauen. Im Mittelpunkt steht ein breiterer Marktzugang für Agrarwaren, Lebensmittel und Produkte mit höherer Wertschöpfung aus beiden Ländern.

Das Vorhaben wurde bei einem Treffen der indonesischen Vizehandelsministerin Dyah Roro Esti Widya Putri mit dem chilenischen Vizeagrarminister Francesco Venezian am 28. August in Jakarta erörtert. Nach Angaben von Vibizmedia betrachten beide Regierungen eine bessere Umsetzung von IC-CEPA als ein zentrales Instrument zur Stärkung ihrer Wirtschaftsbeziehungen.

Indonesien will mehr verarbeitete Lebensmittel, Kaffee, Kakao, Gewürze, tropische Erzeugnisse, Schuhe, Papier, Automobilprodukte und weitere Industriewaren auf dem chilenischen Markt absetzen. Roro betonte, dass die Marktöffnung in beide Richtungen erfolgen und beiden Staaten ausgewogene Vorteile bringen müsse.

Indonesien ist zugleich für chilenische Agrar- und Lebensmittelprodukte wie Kirschen, Trauben, Beeren und Äpfel offen. Die Lieferungen müssen geltende Sanitär- und Pflanzenschutzauflagen, Lebensmittelsicherheitsregeln, Halal-Vorschriften und Zollverfahren erfüllen. Die Einhaltung dieser Anforderungen bleibt damit entscheidend dafür, wie schnell Anbieter Zollvorteile in tatsächliche Verkäufe umwandeln können.

Nutzung der Präferenzen steigt, Chancen für Kakao entstehen

Indonesische Exporteure greifen häufiger auf die IC-CEPA-Präferenzen zurück. Vibizmedia zufolge entfielen 2025 insgesamt 75,7 % der indonesischen Exporte nach Chile auf das Abkommen. Der mit Ursprungszeugnissen abgewickelte Wert stieg gegenüber 275,39 Millionen $ im Jahr 2024 um 21,36 % auf 334,14 Millionen $.

Verarbeitetes Kakaopulver liefert ein konkretes Beispiel für die Absatzchancen. PT Mandala Prima Makmur hat über das Programm UMKM BISA Ekspor bereits eine Lieferung an Alimentos 4M SpA ausgeführt. Gespräche mit E-Cibo SpA könnten 2026 zu einem Geschäft über 739.030 $ führen, unterstützt durch den IC-CEPA-Nullzoll.

Für indonesische Verarbeiter kann die Präferenzbehandlung die Wettbewerbsfähigkeit in einem weit entfernten lateinamerikanischen Markt erhöhen. Der kommerzielle Erfolg hängt jedoch von dauerhaften Käuferbeziehungen, Logistik und Regelkonformität ab. Die von der Regierung genannten Produktgruppen zeigen zudem, dass Indonesien neben Rohstoffen auch verarbeitete Lebensmittel und Industriewaren vermarkten will.

Chilenische Trauben belegen Handel in beide Richtungen

Chile profitiert bereits beim Absatz frischer Trauben von dem Abkommen. Indonesien importierte 2025 unter dem Präferenznullzoll 1.887 Tonnen frische Trauben aus Chile im Wert von 6,97 Millionen $. Der Warenstrom verdeutlicht die komplementären Interessen: Indonesien sucht Absatzmärkte für tropische, verarbeitete und industrielle Produkte, Chile dagegen für Obst aus gemäßigten Klimazonen.

Beide Länder vereinbarten, die Umsetzung von IC-CEPA weiter zu verbessern. Dazu gehört ein geplantes zweites Treffen zur Überprüfung des Abkommens in Santiago. Die Wirtschaftsförderung soll außerdem über die INA-LAC Business Mission 2026 am 1.–2. Oktober 2026 in Santiago und die 41. Trade Expo Indonesia am 14.–18. Oktober 2026 verstärkt werden.

Die Zusammenarbeit könnte später über den Warenhandel hinausgehen. Als mögliche Bereiche nannten die Regierungen Investitionen, Agrartechnologie, die Entwicklung an den Klimawandel angepasster Sorten und den Erfahrungsaustausch zur Bekämpfung von Waldbränden. Für Unternehmen wird zunächst entscheidend sein, ob eine stärkere Nutzung der Präferenzen und engere Geschäftskontakte bei mehr Produkten zu Folgeaufträgen führen.

Vollständige Marktanalyse

Wir verwenden Cookies, um Ihr Surferlebnis zu verbessern, personalisierte Inhalte bereitzustellen und unseren Traffic zu analysieren. Durch Klicken auf "Alle akzeptieren" stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Einstellungen verwalten oder mehr erfahren in unserer Datenschutzrichtlinie.