Indiens Hülsenfruchtimporte sinken auf 3,18 Millionen Tonnen
Indien importierte von Januar bis Juni 2026 insgesamt 3,18 Millionen Tonnen Hülsenfrüchte, 1,46 % weniger als die 3,227 Millionen Tonnen im Vorjahreszeitraum. Geringere Zufuhren von Kichererbsen und Urad überwogen den kräftigen Anstieg bei Linsen und Straucherbsen; auch die Einfuhren gelber Erbsen nahmen zu.
Gesamtimporte sinken trotz unterschiedlicher Warentrends
Indien importierte zwischen Januar und Juni 2026 insgesamt 3,18 Millionen Tonnen Hülsenfrüchte. Das waren 1,46 % weniger als die 3,227 Millionen Tonnen im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Business Standard Hindi veröffentlichte die Zahlen aus einem Marktbericht der India Pulses and Grains Association, der sich auf Daten der indischen Generaldirektion für Handelsinformationen und Statistik stützt.
Der geringe Rückgang der Gesamtmenge verdeckt starke Unterschiede zwischen den einzelnen Arten. Geringere Lieferungen von Kichererbsen und Urad überwogen die Zuwächse bei Straucherbsen, Linsen und gelben Erbsen. Die Zahlen zeigen, dass indische Käufer ihren Auslandsbezug nach Inlandspreisen, Verfügbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit der jeweiligen Erzeugnisse anpassten, statt die Hülsenfruchtimporte insgesamt zurückzufahren.
Linsen- und Straucherbsenkäufe steigen kräftig
Den stärksten Zuwachs verzeichneten Linsen. Indien importierte von Januar bis Juni 2026 insgesamt 963.000 Tonnen, 51,58 % mehr als die 635.000 Tonnen im entsprechenden Zeitraum 2025. Kanada blieb mit mehr als 510.000 Tonnen der größte Lieferant, Australien lieferte über 417.000 Tonnen. Aus Russland kamen 22.938 Tonnen.
Die Einfuhren von Straucherbsen stiegen um 43,34 % auf mehr als 505.000 Tonnen. Zur Deckung des Inlandsbedarfs setzte Indien stark auf afrikanische Herkünfte. Mosambik führte mit mehr als 183.000 Tonnen, gefolgt von Myanmar mit über 123.000 Tonnen und Tansania mit mehr als 101.000 Tonnen. Der Sudan lieferte rund 49.049 Tonnen. Die Herkunftsstruktur unterstreicht die Bedeutung ostafrikanischer Produzenten und Myanmars für Indiens Beschaffung.
Auch die Einfuhren gelber Erbsen nahmen im ersten Halbjahr um 17 % zu. Kanada war mit mehr als 570.000 Tonnen der größte Lieferant; Russland zählte ebenfalls zu den wichtigen Herkünften. Die Gesamtmenge der indischen Gelberbsenimporte wurde in der Quelle nicht genannt. Der Anstieg verstärkte jedoch zusammen mit den höheren Linsenmengen die Nachfrage nach kanadischen Hülsenfrüchten.
Kichererbsen- und Uradlieferungen gehen zurück
Die Kichererbsenimporte fielen um mehr als 45 %, vor allem wegen geringerer Lieferungen aus Australien. Dennoch blieb Australien mit Exporten von mehr als 603.000 Tonnen Indiens größter Lieferant. Tansania belegte mit rund 28.743 Tonnen den zweiten Rang. Weitere Mengen kamen unter anderem aus dem Vereinigten Königreich und Myanmar.
Rahul Chauhan von Igrain India führte den Rückgang teilweise auf relativ niedrige Preise in Indien und höhere Preise am Weltmarkt zurück. Dadurch verloren importierte Kichererbsen für indische Käufer an Wettbewerbsfähigkeit, und die Importnachfrage ging zurück. Für australische Exporteure ist dieses Preisverhältnis besonders relevant, weil sie den Handel trotz der insgesamt geringeren indischen Käufe weiterhin dominierten.
Die Uradimporte gingen im ersten Halbjahr um 19 % zurück. Myanmar blieb Indiens führender Lieferant und verschiffte zwischen Januar und Juni 278.000 Tonnen. Brasilien lieferte 39.309 Tonnen und Thailand mehr als 11.448 Tonnen. Insgesamt belegen die Daten eine Verlagerung der indischen Nachfrage hin zu Linsen, Straucherbsen und gelben Erbsen, während schwächere Kichererbsen- und Uradströme die Gesamtimporte knapp unter dem Vorjahresniveau hielten.