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Indien strebt bis 2030-31 eine Hülsenfrüchteproduktion von 35 Millionen Tonnen an

Indien will seine Hülsenfrüchteproduktion bis 2030-31 von 27,4 Millionen auf 35 Millionen Tonnen steigern und Selbstversorgung erreichen. Klimaresistente Sorten, gezielter Düngereinsatz und eine schnellere Übertragung von Forschungsergebnissen in die Praxis sollen dazu beitragen.

Indien strebt bis 2030-31 eine Hülsenfrüchteproduktion von 35 Millionen Tonnen an

Bis zum Ziel fehlen 7,6 Millionen Tonnen

Indien hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030-31 insgesamt 35 Millionen Tonnen Hülsenfrüchte zu produzieren. Derzeit sind es 27,4 Millionen Tonnen. Das Land will sich damit bei einem wichtigen pflanzlichen Proteinlieferanten selbst versorgen. Nach Angaben von Jagran gab Dr ML Jat, Generaldirektor des Indian Council of Agricultural Research (ICAR), das Ziel bei einem Mediengespräch in Kanpur bekannt.

Für die Zielerreichung muss die Jahresproduktion um 7,6 Millionen Tonnen beziehungsweise fast 28 % gegenüber dem aktuellen Niveau steigen. Jagran zufolge erhöhte sich die Erzeugung gegenüber dem Vorjahr bereits um rund 1,75 Millionen Tonnen. Das längerfristige Vorhaben erfordert jedoch über mehrere Anbausaisons hinweg stabile Zuwächse und kann nicht auf einer einzelnen guten Ernte beruhen.

Dr Jat stellte den Plan auf der 31. jährlichen Gruppensitzung des gesamtindischen koordinierten Forschungsprojekts für Rabi-Hülsenfrüchte vor. Veranstalter waren die Chandra Shekhar Azad University of Agriculture and Technology und das Indian Institute of Pulses Research. Der institutionelle Rahmen zeigt die Bedeutung der Forschung an Winterkulturen für das nationale Produktionsprogramm.

Wetter und Betriebsmitteleinsatz bleiben Engpässe

Wetterschwankungen zählen zu den wichtigsten Produktionsrisiken. Laut Dr Jat konzentriert ICAR seine Forschung auf klimaresistente Landwirtschaft. Rund 95 % der derzeit entwickelten neuen Pflanzensorten sollen Bedingungen wie Dürre, Frost, hohe Temperaturen und übermäßige Niederschläge überstehen. Klimaangepasste Sorten und Technologien hätten dazu beigetragen, dass Indiens Agrarproduktion trotz anhaltender Wetterprobleme im vergangenen Jahrzehnt gestiegen sei.

Auch die Steuerung der Betriebsmittel ist Teil der Strategie. Dr Jat warnte, ein übermäßiger Einsatz von Harnstoff und Pestiziden schädige Böden und Umwelt und erhöhe zugleich die Kosten der Landwirte. Er rief die Betriebe dazu auf, ihre Böden über das Soil-Health-Card-System untersuchen zu lassen und Dünger entsprechend den festgestellten Nährstoffdefiziten einzusetzen. Für Erzeuger von Hülsenfrüchten kann eine präzisere Anwendung die Bodenproduktivität schützen und die Wirtschaftlichkeit einer Produktionsausweitung verbessern.

ICAR will außerdem die Zeit verkürzen, bis neue Sorten und Anbauverfahren bei den Betrieben ankommen. Jagran zufolge wird künstliche Intelligenz genutzt, um die Distanz zwischen Forschungsinstituten und Landwirtschaft zu verringern. Wissenschaftler sollen die Erzeuger bei der Sortenwahl unter veränderten Klimabedingungen sowie zu natürlicher Landwirtschaft und ausgewogenem Pestizideinsatz beraten.

Die Importabhängigkeit könnte sinken

Wenn Indien die Lücke von 7,6 Millionen Tonnen schließt, könnte der Bedarf an importierten Hülsenfrüchten zurückgehen. Die Quelle nennt jedoch weder eine Importprognose noch einen Zeitplan für geringere Käufe. Die Folgen für ausländische Lieferanten hängen davon ab, ob die heimische Produktion mit dem Verbrauch Schritt hält und ob Wetterextreme die Expansion unterbrechen. Exporteure und Händler im Indiengeschäft sollten deshalb die Verbreitung neuer Sorten, die Erträge und die jährlichen Ernteergebnisse beobachten, statt allein vom politischen Ziel auszugehen.

Das Produktionsprogramm wird zugleich mit Ernährungspolitik verknüpft. ICAR und der Indian Council of Medical Research haben Mission SEHAT gestartet, kurz für Science Excellence for Health through Agricultural Transformation. Die Initiative verbindet Landwirtschaft, Ernährung und menschliche Gesundheit und bezieht zudem Böden, Pflanzen, Tiere und Umwelt ein. Eine höhere Hülsenfrüchteproduktion dient damit nicht nur der Landwirtschaft und der Importsubstitution, sondern auch Indiens Lebensmittel- und Ernährungspolitik.

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