Indien fördert ausgewählte Stammesbetriebe für Schafe und Ziegen mit bis zu 90 %
Indiens National Livestock Mission gewährt berechtigten Angehörigen registrierter Stammesgruppen mit Pachtland nach dem Forest Rights Act bis zu 90 % Zentralförderung für bestimmte Schaf- und Ziegenprojekte. Die Begünstigten müssen 10 % der Projektkosten selbst tragen; die Regelung gilt nicht für sämtliche Tierhalter.
Gezielte Hilfe für berechtigte Stammesangehörige
Indien hat im Rahmen der National Livestock Mission, kurz NLM, einen gezielten Förderweg für Schaf- und Ziegenbetriebe geschaffen. Nach Angaben von Mint Hindi können berechtigte Angehörige registrierter Stammesgruppen, die über Pachtland nach dem Forest Rights Act verfügen, für bestimmte Aktivitäten in der Schaf- und Ziegenhaltung eine Zentralförderung von bis zu 90 % der Kosten erhalten. Die verbleibenden 10 % der Projektkosten müssen sie selbst aufbringen.
Die Bestimmung steht in den NLM-Richtlinien der Zentralregierung vom Januar 2025 und gehört zur Tierhaltungskomponente des Pradhan Mantri Janjatiya Unnat Gram Abhiyan, kurz PM-JUGA. Der Fördersatz von 90 % ist eine Sonderregelung für Begünstigte, die die Bedingungen dieser Komponente erfüllen. Es handelt sich nicht um eine allgemeine Subvention für jeden Schaf- oder Ziegenhalter. Antragsteller müssen diese Abgrenzung bei ihrer Finanzierung berücksichtigen.
Tierhaltungspolitik setzt auf gewerbliche Betriebe
Die NLM wurde im Haushaltsjahr 2014-15 gestartet und 2021-22 überarbeitet. Sie soll Beschäftigung und Unternehmertum in der Tierhaltung ausbauen, die Produktivität je Tier steigern und die Erzeugung von Fleisch, Eiern, Wolle, Ziegenmilch und Futtermitteln erhöhen. Für Schaf- und Ziegenhaltung gibt es einen eigenen Bereich innerhalb der Gründungsförderung. Damit will die Regierung die Haltung kleiner Wiederkäuer von einem ergänzenden ländlichen Einkommen zu einer gewerblichen Tätigkeit entwickeln.
Die breitere Gründungsförderung steht Einzelpersonen sowie mehreren kollektiven und gesellschaftsrechtlichen Organisationsformen offen. Mint Hindi nennt Erzeugerorganisationen von Landwirten, Selbsthilfegruppen, landwirtschaftliche Genossenschaften, Gruppen mit gemeinsamer Haftung und Gesellschaften nach Section 8. Die grundsätzliche Eignung für ein NLM-Unternehmen ist jedoch nicht mit dem Anspruch auf die Sonderförderung von bis zu 90 % gleichzusetzen. Dafür gelten zusätzlich die Bedingungen der PM-JUGA-Tierhaltungskomponente.
Gewerbliche Schafhaltung liefert Fleisch und Wolle, während Ziegenbetriebe Fleisch und Milch erzeugen können. Laut dem Bericht bestimmen Rassenwahl, Betriebsführung und Marktanbindung, ob daraus verlässliche Einnahmen entstehen. Die Mission verbindet deshalb Unternehmensgründungen mit Zuchtverbesserung und einer höheren Tierproduktivität, statt sich allein auf den Kauf von Tieren zu konzentrieren.
Umsetzung und Folgen für den Markt
Der hohe Zentralanteil kann die anfängliche Kapitalbelastung berechtigter Stammesunternehmer senken. Wegen des Eigenanteils von 10 % bleiben Ersparnisse oder weitere Finanzierungsquellen dennoch relevant. Über den Erfolg entscheiden zudem geeignete Rassen, die Verfügbarkeit von Futter, tierärztliche Versorgung, Haltungsstandards und der Zugang zu Abnehmern für Nutztiere, Fleisch, Milch und Wolle.
Für Verarbeiter und Händler könnte eine stärker organisierte Erzeugung verlässlichere Beschaffungsmöglichkeiten schaffen, sofern die geförderten Betriebe eine gewerbliche Größenordnung erreichen und Qualitätsanforderungen erfüllen. Die Förderung kann Tierhalter außerdem dazu bewegen, sich in Erzeugergruppen oder anderen zugelassenen Strukturen zusammenzuschließen. Der Bericht nennt jedoch keine Prognosen zur Bestandsentwicklung, Produktionsmenge oder Zahl der geförderten Projekte. Die zusätzliche Angebotsmenge lässt sich daher noch nicht beziffern.
Das Antragsverfahren kann sich je nach Bundesstaat unterscheiden. Interessenten sollen sich an die örtliche Tierhaltungsbehörde oder die zuständige staatliche Stelle wenden, um vollständige Informationen zu Voraussetzungen und Antragstellung zu erhalten. Die Prüfung der Unterlagen ist entscheidend, da Stammesstatus, Pachtland nach dem Forest Rights Act und die geplante Tätigkeit über den Zugang zur besonderen 90-%-Förderung bestimmen.