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Indien beauftragt ICAR mit Fahrplan zur Selbstversorgung bei Hülsenfrüchten und Ölsaaten

Indiens Landwirtschaftsministerium hat ICAR mit einem langfristigen Plan zur Selbstversorgung bei Hülsenfrüchten und Ölsaaten beauftragt. Im Mittelpunkt stehen höhere Erträge, eine veränderte Flächennutzung, klimaangepasster Anbau und ein schnellerer Wissenstransfer.

Indien beauftragt ICAR mit Fahrplan zur Selbstversorgung bei Hülsenfrüchten und Ölsaaten

Importabhängigkeit rückt Produktivität in den Mittelpunkt

Indien hat den Indian Council of Agricultural Research (ICAR) beauftragt, einen Fahrplan bis 2047 für die Selbstversorgung mit Hülsenfrüchten und Ölsaaten auszuarbeiten. Landwirtschaftsminister Shivraj Singh Chouhan stellte die Prioritäten am 98. Gründungstag des ICAR vor. Agrarforschung müsse danach beurteilt werden, ob sie Probleme der Landwirte löse und die Betriebe erreiche, nicht nach der Zahl wissenschaftlicher Veröffentlichungen.

Die Initiative betrifft zwei zentrale Kategorien der indischen Agrarimporte. Nach Angaben von Jagran sagte Chouhan, Indien importiere weiterhin jährlich rund 6 bis 7 Millionen Tonnen Hülsenfrüchte und mehr als 15 Millionen Tonnen Speiseöl. Als Hauptproblem bezeichnete er die niedrige Produktivität. Zugleich fragte er, warum andere Länder ohne gentechnisch verändertes Saatgut mehr Hülsenfrüchte erzeugen könnten als Indien. Die Antwort wird Anbauflächen, Beschaffung und internationale Preisrisiken für Erzeuger, Verarbeiter und Importeure beeinflussen.

Diversifizierung und höhere Gesamtproduktion

ICAR-Generaldirektor M. L. Jat erklärte, der Fahrplan sehe eine Begrenzung der Reis- und Weizenflächen sowie eine Förderung von Mais, Hirse, Hülsenfrüchten und Gartenbaukulturen vor. Die gesamte Agrarproduktion soll von 1,3 Milliarden auf 2,1 Milliarden Tonnen steigen. Gleichzeitig sind starke Zuwächse bei Milch, Gartenbau und Fischerei vorgesehen. Für diesen Umbau sind höhere Erträge und ausreichend attraktive Anreize für einen Kulturwechsel notwendig.

Chouhan verwies auf erhebliche Ertragsunterschiede. Bei Mais seien mehr als 100 Doppelzentner je Acre möglich, bei Reis 30 bis 35 Doppelzentner und bei Kichererbsen sowie Mungbohnen lediglich 5 Doppelzentner. Die Wissenschaft solle diesen Abstand mit dauerhaft wirksamen Produktivitätssteigerungen verringern. Mehr Menge allein reiche jedoch nicht: Auch die Qualität müsse steigen, damit indische Erzeugnisse auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig werden.

Forschung, Klimaresilienz und Praxistransfer

Vor dem hundertjährigen Bestehen des ICAR sollen 100 klimaintelligente Dörfer entstehen. Die kommenden zwei Jahre könnten als „Mission ICAR-100“ geführt werden. Jedes ICAR-Institut soll mindestens eine Innovation mit sichtbarer landesweiter Wirkung entwickeln, etwa eine neue Sorte, einen Impfstoff, eine digitale Plattform oder eine klimaangepasste Technologie. Agrarwissenschaftliche Zentren sollen von Schulungseinrichtungen zu Innovations- und Klimaberatungszentren ausgebaut werden.

Bei der Jubiläumsveranstaltung stellte ICAR 43 Pflanzensorten, 17 Agrartechnologien und 14 Publikationen vor. Dazu gehören krankheitsresistente und nährstoffreiche Kulturen, Impfstoffe für Tierhaltung und Fischerei sowie digitale Agrarlösungen. Mehr als 70 Technologielizenzen und Absichtserklärungen wurden unterzeichnet, um neue Entwicklungen schneller zu den Landwirten zu bringen.

Digitaler Zugang und Betriebsmittelqualität

Eine offene digitale Wissensplattform des ICAR soll 100 Millionen Landwirten kostenlose wissenschaftliche Beratung, Wetterdaten, Hinweise zu Bodenanalysen und Informationen über neue Technologien auf dem Mobiltelefon bereitstellen. Chouhan forderte zudem strengere Gesetze gegen gefälschtes Saatgut und minderwertige Pestizide sowie Verfahren, mit denen Landwirte die Qualität der Betriebsmittel direkt vor Ort prüfen können.

Der Fahrplan geht damit über den bloßen Ersatz von Importen durch heimische Mengen hinaus. Entscheidend sind wirtschaftlich tragfähige Erträge, verlässliches Saatgut und wirksamer Pflanzenschutz sowie Einkünfte, die mit Reis und Weizen konkurrieren können. Solange diese Voraussetzungen nicht flächendeckend erfüllt sind, bleibt Indiens hoher Importbedarf an Hülsenfrüchten und Speiseöl ein wichtiger Faktor für den Weltmarkt.

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