← Zurück zu den Nachrichten

Illegaler Viehhandel nach Usbekistan treibt Fleischpreise in Turkmenistan

Der Verkauf von Vieh über Zwischenhändler nach Usbekistan verknappt laut Chronicle of Turkmenistan das Angebot an Frischfleisch in Turkmenistan. Rindfleisch mit Knochen verteuerte sich im Mai auf 135 Manat je Kilogramm, während Gastronomie und Verarbeiter stärker auf Hähnchenfleisch und importierte gefrorene Fleischblöcke ausweichen.

Illegaler Viehhandel nach Usbekistan treibt Fleischpreise in Turkmenistan

Grenzüberschreitende Verkäufe verknappen das Inlandsangebot

Zunehmende illegale Viehexporte aus Turkmenistan in das benachbarte Usbekistan tragen zu höheren Fleischpreisen und einem Mangel an frischer heimischer Ware bei, berichtet Chronicle of Turkmenistan. Marktteilnehmer erklärten dem Medium, dass Tierhalter Groß- und Kleinvieh über Zwischenhändler verkaufen, weil Käufer jenseits der Grenze in Fremdwährung zahlen. Dadurch stehen turkmenischen Schlachthöfen, Einzelhändlern und Gastronomiebetrieben weniger Tiere zur Verfügung.

Der jüngste starke Preissprung bei Frischfleisch erfolgte im Mai. Rindfleisch mit Knochen verteuerte sich von 100–105 auf 135 Manat je Kilogramm. Angaben zum Liefervolumen, zur Zahl der über die Grenze gebrachten Tiere oder zum Wechselkurs für die Fremdwährungserlöse der Produzenten enthält der Bericht nicht. Dennoch nennen Marktteilnehmer den grenzüberschreitenden Verkauf als einen der Hauptgründe für das sinkende lokale Angebot und die steigenden Preise.

Restaurants geben höhere Rohstoffkosten weiter

Der Kostendruck ist in der Gastronomie von Aschgabat bereits sichtbar. Im Café Euphoria kostet eine 300–350 Gramm schwere Portion Lamm-Schaschlik 120 Manat, die Variante mit Schweinefleisch 150 Manat. Im Café Yashlyk kostet eine Portion Lamm-Schaschlik 105 Manat; Schweinefleisch wird dort aus religiösen Gründen nicht angeboten. Im Sommer des Vorjahres kostete eine Portion Schaschlik in beiden Lokalen noch 50–60 Manat, so Chronicle of Turkmenistan.

Die Preise für Vieh und Fleisch im Einzelhandel erklären den Anstieg der Restaurantrechnungen. Nach Angaben von Verkäufern kostet ein rund 20 Kilogramm schweres Schaf auf dem Markt 3.000–3.500 Manat. Für Schaschlik geeignetes Lammfleisch wird mit 150–160 Manat je Kilogramm angeboten, Schweinefleisch mit rund 190 Manat. Um Menüpreise zu begrenzen und die Nachfrage zu halten, verwenden viele Gastronomiebetriebe mehr Hähnchenfleisch und importierte gefrorene Fleischblöcke. Auch Hersteller von Wurstwaren und Hackfleisch setzen zunehmend auf diese Substitution.

Importfleisch besetzt das günstigere Segment

In staatlichen Läden und Einkaufszentren, darunter Halk Market, dominiert nach Angaben des Mediums importiertes Blockfleisch. Russische Produkte der Marke Miratorg, bei denen es sich vermutlich um Rindfleisch handelt, kosten rund 75 Manat je Kilogramm. Indisches Büffelfleisch wird für etwa 65 Manat angeboten. Damit liegen die Preise deutlich unter denen für lokales Lamm- und Schweinefleisch sowie Rindfleisch mit Knochen. Für preisbewusste Händler, Restaurants und Verarbeiter werden gefrorene Importe deshalb immer wichtiger.

Dem aktuellen Angebotsdruck gingen mehrere Dürrejahre voraus, in denen Viehhalter unter erheblichem Futtermangel litten. Viele Besitzer mussten Tiere in großer Zahl schlachten, was den Preisanstieg vorübergehend bremste, zugleich aber die spätere Produktionsbasis verkleinerte. Nun bevorzugen Produzenten zunehmend Verkäufe nach Usbekistan und begrenzen damit die Verfügbarkeit im Inland zusätzlich. Für die Marktteilnehmer wächst die Lücke zwischen den Fremdwährungserlösen aus dem grenzüberschreitenden Viehverkauf und der Fähigkeit turkmenischer Verbraucher und Lebensmittelbetriebe, höhere lokale Fleischpreise zu tragen.

Vollständige Marktanalyse

Wir verwenden Cookies, um Ihr Surferlebnis zu verbessern, personalisierte Inhalte bereitzustellen und unseren Traffic zu analysieren. Durch Klicken auf "Alle akzeptieren" stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Einstellungen verwalten oder mehr erfahren in unserer Datenschutzrichtlinie.