ICO hebt Kaffeeprognose für 2025/26 an, Weltmarktpreise bleiben stabil
Die International Coffee Organization hat laut Strefa Biznesu ihre Prognose für die weltweite Kaffeeproduktion 2025/26 angehoben. Die Weltmarktpreise blieben im August nahezu unverändert, doch ein besseres Angebot könnte das Marktgleichgewicht verschieben.
Produktionsausblick verbessert sich
Die International Coffee Organization hat ihre Schätzung für die weltweite Kaffeeproduktion in der Saison 2025/26 angehoben, wie die polnische Publikation Strefa Biznesu berichtet. Der verfügbare Bericht nennt weder den Umfang der Korrektur noch separate Prognosen für Erzeugerländer oder Kaffeesorten.
Dennoch verändert die Anhebung die Richtung des Angebotsausblicks. Eine größere Ernte würde Röstereien und Importeuren mehr Spielraum bei der Beschaffung geben und zugleich den Wettbewerb zwischen Produzenten und Exporteuren verschärfen. Die Marktwirkung hängt davon ab, ob die zusätzliche Menge internationale Käufer erreicht und wie sie sich zur weltweiten Nachfrage verhält.
Für die Erzeugerländer bedeutet eine höhere globale Schätzung nicht automatisch ein gleichmäßiges Wachstum. Die Produktion kann sich zwischen den Herkunftsmärkten deutlich unterscheiden, während eine Aufschlüsselung nach Ländern fehlt. Händler müssen deshalb klären, ob der Zuwachs auf wenige Märkte entfällt oder eine breitere Erholung widerspiegelt.
Preise im August nahezu unverändert
Die Weltmarktpreise für Kaffee bewegten sich im August kaum, berichtete Strefa Biznesu. Diese Stabilität zeigt, dass der Markt auf den verbesserten Produktionsausblick noch nicht eindeutig reagiert hat. Käufer und Verkäufer könnten außerdem auf belastbarere Hinweise zur Verfügbarkeit der Ernte warten.
Eine Produktionsprognose garantiert kein sofortiges physisches Angebot. Erntezeitpunkt, Verarbeitung und Transport von den Farmen zu den Exportmärkten bestimmen, wann zusätzliche Mengen tatsächlich verfügbar werden. Solange diese Warenströme nicht sichtbar sind, dürften Importeure und Verarbeiter ihre Beschaffungsstrategien vorsichtig anpassen.
Die Preisentwicklung im August ist daher ein Ausgangspunkt und kein Beleg für ein dauerhaftes Gleichgewicht. Bestätigt sich die Prognose in den Erntemengen, könnte der Verkaufsdruck zunehmen. Bleibt das physische Angebot hinter den Erwartungen zurück, kann die Stabilität einer neuen Phase der Volatilität weichen.
Exporte werden die neue Balance prüfen
Exportdaten und Lieferungen an große Verbrauchermärkte werden zeigen, ob die optimistischere ICO-Schätzung Bestand hat. Eine höhere Produktion wirkt erst dann auf die Preise, wenn ausreichende Mengen in den Handel gelangen. Produzenten werden beobachten, ob die Nachfrage das zusätzliche Angebot aufnimmt, während Röstereien mögliche Beschaffungsrisiken bewerten.
Die nächste Marktphase hängt von der Differenz zwischen Prognose und physischen Lieferungen ab. Ein nachhaltiger Anstieg des exportfähigen Angebots würde die Verhandlungsposition der Käufer stärken und könnte die Preise begrenzen. Verzögerungen zwischen erwarteter Produktion und tatsächlichen Exporten würden dagegen den Wettbewerb um verfügbare Bohnen aufrechterhalten.
Für die Branche ist die ICO-Korrektur zunächst ein Beobachtungssignal und noch keine bestätigte Preiswende. Zwei Fakten stehen fest: Die Organisation hat ihren Ausblick für 2025/26 erhöht, und die Weltmarktpreise bewegten sich im August kaum. Ob daraus eine bedeutende Marktverschiebung entsteht, entscheiden Ernteergebnis, Exportverfügbarkeit und Nachfrage von Verarbeitern und Verbrauchern.