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Hohe Hülsenfruchtbestände senken Indiens Risiko eines neuen Preisschubs

Höhere Ernten, staatliche Pufferbestände und subventionierte Verkäufe verringern in Indien das Risiko eines erneuten kräftigen Preisanstiegs, zeigt eine von Jagran berichtete RBI-Studie. Die gesamte Hülsenfruchtproduktion stieg von 14,8 Millionen Tonnen 2007-08 auf 23,4 Millionen Tonnen 2023-24; für 2026-27 wurden 4,3 Millionen Tonnen Bestand gemeldet.

Hohe Hülsenfruchtbestände senken Indiens Risiko eines neuen Preisschubs

Höhere Produktion stärkt das inländische Angebot

Indiens gestiegene Hülsenfruchtproduktion, staatliche Pufferbestände und subventionierte Verkaufsprogramme verringern die Wahrscheinlichkeit eines erneuten kräftigen Preisschubs. Das geht aus einer von Jagran berichteten Studie der Reserve Bank of India hervor. Die Untersuchung „Pulses Inflation in India: A Study of Gram, Tur and Moong“ nennt Produktion, verfügbare Bestände, Importe und staatliche Eingriffe als wichtigste Preisfaktoren.

Die gesamte Produktion von Hülsenfrüchten nahm von 14,8 Millionen Tonnen im Wirtschaftsjahr 2007-08 auf 23,4 Millionen Tonnen 2023-24 zu. Die Kichererbsenerzeugung stieg im selben Zeitraum von 5,7 Millionen auf 12,1 Millionen Tonnen; die Mungbohnenproduktion hat sich mehr als verdoppelt. Das größere Angebot mindert die Anfälligkeit des Marktes für Engpässe, die rasch auf die Lebensmittelpreise der Verbraucher durchschlagen können.

Pufferpolitik nach dem Preisschub 2015-16 ausgebaut

Die Regierung verbindet Produktionsförderung mit direkter Marktsteuerung. Die Studie nennt die National Food Security Mission, höhere Mindeststützungspreise, den Aufbau von Reserven und die Freigabe von Hülsenfrüchten bei knapper Marktversorgung. Nach dem starken Preisanstieg 2015-16 verschärfte die Regierung ihre Pufferpolitik und weitete die Beschaffung über die National Agricultural Cooperative Marketing Federation of India, NAFED, aus.

NAFED kann bei Interventionsbedarf Ware aus den Beständen am Markt verkaufen. Über Programme wie Bharat Dal bietet die Regierung Verbrauchern zudem preisgünstigere Hülsenfrüchte an. Zeitweise wurden Bestandsobergrenzen gegen Hortung verhängt und Einfuhrregeln angepasst, wenn zusätzliches Auslandsangebot nötig war. Diese Instrumente betreffen Landwirte, Verarbeiter, Groß- und Einzelhändler sowie private Haushalte.

Bestands-Verbrauchs-Verhältnis bleibt das Leitsignal

Die RBI-Studie stellt einen direkten Zusammenhang zwischen Beständen und Preisen fest: Mit steigendem Bestands-Verbrauchs-Verhältnis lässt der Preisdruck nach. Ein größeres Angebotspolster erleichtert die Reaktion auf Ernteausfälle oder vorübergehende Vertriebsprobleme, ohne ausschließlich auf Importe zurückzugreifen. Ein wirksames Importmanagement bleibt dennoch nötig, weil heimische Produktion und Reserven Wetterrisiken nicht beseitigen.

Jagran berichtete außerdem, für 2026 seien wegen El Niño geringere Niederschläge und Dürre erwartet worden. Vor diesem Hintergrund hatte die Regierung ihren Hülsenfruchtpuffer bereits verstärkt. Nach Informationen, die das Medium dem Landwirtschaftsministerium zuschreibt, lag der Bestand für 2026-27 bei 4,3 Millionen Tonnen. Das ist eine erhebliche Interventionsreserve; ihre Wirkung auf Kichererbsen, Straucherbsen und Mungbohnen hängt jedoch vom Zeitpunkt und von der Zusammensetzung der Freigaben ab.

Inflationsrisiko sinkt, verschwindet aber nicht

Der Produktionszuwachs der vergangenen anderthalb Jahrzehnte hat Indiens Versorgungslage verändert. Preisstabilität bleibt jedoch von der Umsetzung abhängig. Die Beschaffung muss Reserven aufbauen, ohne den kommerziellen Kanälen Ware zu entziehen; Freigaben müssen erfolgen, bevor sich Engpässe verfestigen; Importentscheidungen müssen Verbraucherpreise und Erlöse der heimischen Erzeuger berücksichtigen.

Für Verarbeiter und Händler bedeutet dies: Bei hohen Beständen und direkten staatlichen Verkäufen ist ein unkontrollierter Preissprung weniger wahrscheinlich. Produzenten profitieren von höheren Mindeststützungspreisen und NAFED-Käufen, während umfangreiche Freigaben oder einfachere Importe die Marktpreise begrenzen können. Die RBI-Studie sieht deshalb in der abgestimmten Steuerung von Erzeugung, Importen und Puffern die Grundlage für eine Eindämmung der Hülsenfruchtinflation.

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