Hitze und Südhalbkugel-Angebot belasten Spaniens Apfel- und Birnensaison
Spaniens Apfel- und Birnensaison startet unter dem Einfluss ungewöhnlicher Hitze, kleinerer Früchte und schwacher Nachfrage. Frutas Ponti lagert Birnen ein, während Ware aus Argentinien und Südafrika in wichtigen Märkten verfügbar bleibt.
Hitze mindert Größe und Qualität
Spaniens Birnen- und Apfelsaison beginnt unter schwierigen agronomischen und kommerziellen Bedingungen. Ungewöhnlich hohe Sommertemperaturen haben die Fruchtentwicklung beeinträchtigt, während importierte Ware aus der Südhalbkugel weiterhin am Markt ist. FreshPlaza berichtet über kleinere Birnen, häufigere Schalenfehler und eine unzureichende Ausfärbung bei frühen Gala-Äpfeln.
Frutas Ponti begann rund zwei Wochen vor dem Bericht mit der Birnenernte. Das Unternehmen aus dem Bezirk Bajo Cinca in der Provinz Huesca in Aragonien hat die ersten Limonera-Birnen eingebracht und erntet derzeit auch Williams, Bartlett und Conference. José Casas von Frutas Ponti zufolge hat die Sommerhitze die Fruchtgrößen generell reduziert. Zudem erhöhte sie den Druck durch den Birnblattsauger und führte damit zu mehr Schalenfehlern.
Große Birnen stellen nur 10% der Menge
Das aktuelle Größen- und Qualitätsprofil begrenzt die sofort vermarktbare Menge. Laut Casas interessieren sich Käufer nur für Birnen ab 70 mm, doch diese Kategorie macht lediglich 10% der derzeitigen Produktion aus. Die Nachfrage ist besonders schwach. Frutas Ponti bringt die Birnen deshalb in Kühlhäuser, statt wie in früheren Jahren sofort mit dem Export zu beginnen.
Große weiterhin verfügbare Mengen argentinischer und südafrikanischer Birnen verschärfen den Verkaufsdruck. Diese Ware ist sowohl in Europa als auch in den von dem spanischen Exporteur belieferten südamerikanischen Ländern präsent. Spaniens Erzeuger treffen damit genau zum Start ihrer neuen Ernte auf Importkonkurrenz. Frutas Ponti setzt nun auf einen stärkeren Verbrauch im Herbst und Winter, um die eingelagerten Mengen abzubauen.
Frühen Gala-Äpfeln fehlt Exportfarbe
Bei Äpfeln besteht ein anderes Qualitätsproblem. Casas zufolge sind die ersten Gala-Äpfel für den Export nicht ausreichend ausgefärbt. Mit fortschreitender Ernte erwartet das Unternehmen eine Verbesserung und hofft auch bei den weiteren Sorten auf bessere Ergebnisse. Bis dahin kann die fehlende Exportfarbe die Absatzmöglichkeiten für frühe Ware einschränken, während der Birnenverkauf bereits schwach ist.
Frutas Ponti produziert und exportiert rund 25.000 Tonnen Steinobst sowie etwa 10.000 Tonnen Kernobst nach Europa und in Überseemärkte, insbesondere nach Südamerika. Größe und Reichweite des Unternehmens zeigen, wie hitzebedingte Qualitätsprobleme und überlappende Lieferperioden Entscheidungen über Lagerung und den Beginn von Exportprogrammen beeinflussen.
Steinobst profitiert von der Nachfrage
Das gleiche heiße Wetter stützte während eines großen Teils der Saison den Steinobstverbrauch in den Exportmärkten. Frutas Ponti startete im Mai in die Steinobstsaison und rechnet mit einem Abschluss Mitte September. Obwohl die Früchte generell kleiner waren und die Preise das Vorjahresniveau nicht erreichten, bezeichnete Casas die Preise als akzeptabel und die Nachfrage als stabil.
Im August ließ der Verbrauch wegen der Ferienzeit leicht nach. Das Unternehmen hofft auf warmes Wetter im September und eine Belebung der Nachfrage. In Osteuropa hat sich jedoch die Konkurrenz durch türkische und griechische Früchte verstärkt; zugleich scheint die lokale Erzeugung vor allem bei Pflaumen, Aprikosen und Kirschen zuzunehmen. Die unterschiedlichen Ergebnisse zeigen, dass Hitze den Verbrauch fördern, gleichzeitig aber Fruchtgröße und Exportqualität beeinträchtigen kann. Für Spaniens Apfel- und Birnenanbieter stehen nun die Lagersteuerung, größere und besser ausgefärbte Früchte sowie der richtige Verkaufszeitpunkt nach dem Rückgang der Südhalbkugel-Bestände im Mittelpunkt.