Haselnüsse treiben Georgiens Obst- und Gemüseexporte in die EU um 16% nach oben
Georgiens Obst- und Gemüseexporte in die EU stiegen im ersten Halbjahr 2026 um mehr als 16% auf rund 6.230 Tonnen. Fast 95% des Volumens entfielen auf Haselnüsse, deren Preise zugleich deutlich anzogen.
Haselnüsse liefern fast den gesamten Exportzuwachs
Georgien exportierte im ersten Halbjahr 2026 rund 6.230 Tonnen Obst und Gemüse in die Europäische Union. Das waren mehr als 16% mehr als die etwa 5.370 Tonnen im Vorjahreszeitraum, wie FreshPlaza unter Berufung auf Eurostat-Daten berichtet. Der Zuwachs konzentrierte sich fast vollständig auf Haselnüsse und verdeutlicht die hohe Bedeutung eines einzelnen Produkts für Georgiens Handel mit der EU.
Die Ausfuhren geschälter Haselnüsse stiegen um 18% von 4.140 auf 4.880 Tonnen. Bei Haselnüssen in der Schale fiel das Plus mit 14% moderater aus. Zusammen stellten beide Kategorien fast 95% aller georgischen Obst- und Gemüseexporte in die EU. Veränderungen bei Ernte, Qualität, Preisen und europäischer Nachfrage wirken sich deshalb besonders stark auf das gesamte Exportergebnis aus.
Andere Produkte blieben mengenmäßig deutlich kleiner und entwickelten sich uneinheitlich. Die Ausfuhren von Trockenfrüchten sanken von 153 auf 115 Tonnen. Im Juni 2026 erreichten die georgischen Heidelbeerlieferungen 91 Tonnen, nach 69 Tonnen im Vorjahresmonat. Das Wachstum verbreiterte den Produktmix geringfügig, blieb aber weit hinter dem Haselnussvolumen zurück.
Italien verdrängt Spanien bei geschälten Haselnüssen
Italien war im ersten Halbjahr 2026 mit 1.951 Tonnen das größte EU-Ziel für geschälte Haselnüsse aus Georgien. Spanien folgte mit 1.156 Tonnen, Frankreich mit 482 Tonnen und Tschechien mit 433 Tonnen. Die italienischen Käufe stiegen gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um 92%, wodurch Italien den bisherigen Spitzenreiter Spanien ablöste.
Frankreich, Tschechien und Deutschland verzeichneten leichte Rückgänge. Insgesamt nahmen die Exporte geschälter Haselnüsse dennoch um 17,8% von 4.141 auf 4.879 Tonnen zu. Für georgische Anbieter ist die Verschiebung relevant, weil Italien allein rund zwei Fünftel der gemeldeten Menge aufnahm und damit größeren Einfluss auf Absatzwege und Käuferbeziehungen erhält.
Parallel zu den Mengen zogen die Preise an. Der Durchschnittspreis für geschälte Haselnüsse erhöhte sich um 36% von 7,14 € auf 9,73 € je Kilogramm. Bei Haselnüssen in der Schale war der Anstieg mit 66% noch stärker: Der Preis kletterte von 3,73 € auf 6,21 € je Kilogramm. Italien blieb mit 983 Tonnen wichtigster europäischer Käufer und stand in beiden Zeiträumen für 99% dieser Lieferungen.
Neue Heidelbeermärkte bei fallenden Preisen
Bei Heidelbeeren zeigte sich ein anderes Marktbild. Deutschland nahm im Juni 2026 insgesamt 45 Tonnen und die Niederlande 31 Tonnen ab; beide Länder waren neue Ziele. Österreich, das ein Jahr zuvor mit 52 Tonnen geführt hatte, fiel auf 16 Tonnen zurück. Polen verschwand vollständig aus der Liste der Abnehmer.
Das gesamte georgische Heidelbeervolumen für die EU stieg um 32%, während der Durchschnittspreis um 10% von 6,84 € auf 6,13 € je Kilogramm sank. Mehr Menge, niedrigere Preise und wechselnde Zielländer sprechen für einen breiteren Marktzugang bei geringeren Erlösen je Einheit. Damit zeigen sich zwei unterschiedliche Märkte: ein dominantes Haselnussgeschäft mit steigenden Mengen und Preisen sowie ein kleines Heidelbeersegment, das wächst, aber neue Käufer sucht und unter Preisdruck steht.