Grupo Fuertes kauft Jamones Albarracín und erweitert Reife- und Lohnkapazitäten in Teruel
Grupo Fuertes übernimmt Jamones Albarracín und damit drei Betriebe in Teruel mit Kapazität für bis zu 4 Millionen Schinken. Der Kauf stärkt die Position bei Jamón de Teruel und erschließt die Lohnverarbeitung als neues Geschäftsfeld.
Grupo Fuertes steigt in die Lohnreifung von Schinken ein
Grupo Fuertes, Eigentümer von ElPozo Alimentación, hat das in Teruel ansässige Unternehmen Jamones Albarracín übernommen. Merca2 bezeichnet es als Spaniens größten Betreiber von Schinkentrocknereien. Der Kauf stärkt die Position des murcianischen Fleischkonzerns bei der geschützten Herkunftsbezeichnung Jamón de Teruel und eröffnet ihm die bislang nicht angebotene Lohnverarbeitung für Drittkunden.
Der Kaufpreis wurde nicht bekannt gegeben. Jamones Albarracín gehörte bisher der Familie Dobón, die auch nach der Übernahme das operative Geschäft der drei Reifebetriebe in Teruel leiten wird. Laut Merca2 arbeitet das Unternehmen mit seinem bestehenden Team weiter und bedient sowohl bisherige als auch künftige Lohnkunden.
Drei Betriebe mit Kapazität für 4 Millionen Stück
Jamones Albarracín ist seit 25 Jahren tätig und auf das Salzen, Trocknen und Reifen von Schinken spezialisiert. Die drei Produktionsstandorte können zusammen bis zu 4 Millionen Stück reifen. Grupo Fuertes übernimmt damit vor allem eine etablierte Verarbeitungsinfrastruktur und nicht lediglich eine Verbrauchermarke oder ein Sortiment verkaufsfertiger Produkte.
Bei der Lohnverarbeitung vermarkten die Kunden den Schinken anschließend selbst, während der Verarbeiter das Salzen, Trocknen und Reifen in Rechnung stellt. Grupo Fuertes erschließt dadurch B2B-Umsätze auf Basis industrieller Kapazitäten, ohne bei jedem verarbeiteten Stück auch die Endmarke oder den Vertrieb kontrollieren zu müssen.
Der Käufer plant weitere Investitionen, um die Anlagen auszubauen und zu modernisieren sowie ihre Produktionskapazität zu erhöhen. Der laufende Betrieb soll erhalten bleiben, zugleich soll bei entsprechender Nachfrage von Drittkunden Raum für Wachstum entstehen. Angaben zur Investitionssumme, zum Zeitplan oder zur zusätzlich angestrebten Kapazität liegen nicht vor.
Herkunftsschutz macht lokale Kapazität strategisch
Die Vorschriften für Jamón de Teruel verlangen, dass die Reifung in Betrieben innerhalb der Provinz erfolgt. Damit sind geeignete lokale Trocknungs- und Reifekapazitäten für Hersteller, die die geschützte Bezeichnung nutzen, besonders wichtig. Mit drei Standorten für bis zu 4 Millionen Stück kontrolliert Grupo Fuertes nun einen Vermögenswert, der nicht ohne Weiteres aus Teruel verlagert werden kann.
Merca2 zufolge könnte die Transaktion die Verhandlungspositionen von Produzenten verändern, die auf externe Reifedienstleister angewiesen sind. Eine stärkere Eigentumskonzentration kann abgestimmte Investitionen und gleichmäßigere Prozesse fördern, bündelt aber zugleich einen größeren Teil der relevanten Kapazität bei einem Fleischkonzern. Die ersten Auswirkungen dürften daher eher in Industrieverträgen als bei den Einzelhandelspreisen für Schinken sichtbar werden.
Übernahme unterstützt ElPozos „Project Ham“
ElPozo Alimentación wird den erworbenen Betrieb in sein strategisch priorisiertes „Project Ham“ einbinden. Die Transaktion verbindet die bestehende Größe von Grupo Fuertes in der Fleischproduktion mit spezialisierter Reifekompetenz, einem B2B-Service und einem Standort in einer Provinz, deren Herkunftsregeln die lokale Infrastruktur aufwerten. Lieferanten und Schinkenvermarkter sollten nun die Investitionen an den drei Standorten, den Zugang zu Reifekapazitäten und die Konditionen für Drittkunden beobachten.