Großbritannien startet zehntägige Prüfung des ukrainischen Rindfleischsystems
Britische Fachleute haben eine zehntägige Prüfung der ukrainischen Kontrollen für Sicherheit und Rückverfolgbarkeit von Rindfleisch begonnen. Ein erfolgreicher Abschluss würde ukrainischen Unternehmen den Export von Rindfleisch nach Großbritannien ermöglichen.
Prüfung erfasst die gesamte Produktionskette
Britische Fachleute haben am 7. September eine zehntägige Prüfung des ukrainischen Systems für Sicherheit und Rückverfolgbarkeit von Rindfleisch begonnen, wie Delo.ua, UkrAgroConsult und UA.News berichteten. Ein erfolgreicher Abschluss würde es ukrainischen Unternehmen ermöglichen, Rindfleisch nach Großbritannien zu exportieren.
Die Inspektion erfasst die Kontrollen entlang der gesamten Produktionskette. Das britische Team untersucht Rinderhaltung, Schlachtung, Fleischverarbeitung und die Erstellung der Exportdokumente. Damit betrifft die Prüfung sowohl die staatliche Aufsicht als auch die betrieblichen Abläufe der Unternehmen, die Zugang zum britischen Markt anstreben.
Die Rückverfolgbarkeit steht im Mittelpunkt der Überprüfung. Exporteure müssen das Endprodukt eindeutig den Tieren, Betriebsstätten und einzelnen Verarbeitungsschritten zuordnen können. Außerdem wird geprüft, ob das ukrainische Kontrollsystem die Einhaltung der Lebensmittelsicherheitsanforderungen des Einfuhrlandes dauerhaft belegen kann.
Veterinärbehörden und Unternehmen sind beteiligt
Die ukrainische Seite wird von Volodymyr Kusturov, dem stellvertretenden Leiter des staatlichen Dienstes für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz sowie obersten staatlichen Veterinärinspektor der Ukraine, und weiteren Fachleuten der Behörde vertreten. Beschäftigte der zentralen und regionalen Dienststellen, Veterinärlabore und Vertreter ukrainischer Unternehmen nehmen ebenfalls teil.
Kusturov erklärte, der Zugang zum britischen Rindfleischmarkt würde den heimischen Produzenten neue Möglichkeiten eröffnen. Die Ukraine müsse zeigen, dass ihre staatlichen Kontrollen zuverlässig funktionieren und Produktsicherheit, Rückverfolgbarkeit sowie die Einhaltung der Anforderungen des Importlandes gewährleisten können.
Die Zusammensetzung der ukrainischen Delegation bildet die gesamte Kette ab, die Exporteure bei einer Marktöffnung beherrschen müssten. Produzenten und Verarbeiter benötigen Tierkennzeichnung und betriebliche Kontrollen, Labore stellen Untersuchungskapazitäten bereit und Veterinärbehörden überwachen die Zertifizierung. Die Exportdokumente bilden das letzte Glied zwischen diesen Kontrollen und den Lieferungen nach Großbritannien.
Marktzugang hängt vom Prüfungsergebnis ab
Die Prüfung ist ein Schritt im Marktzugangsverfahren und keine Bestätigung, dass kommerzielle Lieferungen bereits begonnen haben. Die vorliegenden Berichte nennen weder zugelassene Exporteure noch erwartete Mengen, mögliche Käufer oder einen Termin für erste Lieferungen. Für ukrainische Anbieter steht deshalb zunächst die regulatorische Bereitschaft im Vordergrund: Sie müssen nachweisen, dass ihre Verfahren innerhalb eines von britischen Inspektoren anerkannten nationalen Systems funktionieren. Delo.ua berichtete außerdem, Georgien habe seinen Markt zuvor für ukrainisches Fleisch und mehrere verwandte Agrarprodukte geöffnet. Die Ukraine sucht damit weitere Absatzmärkte für ihre Lebensmittelexporte. Der Zugang zu Großbritannien würde geeigneten Rindfleischproduzenten und Verarbeitern einen zusätzlichen potenziellen Absatzmarkt bieten. Die wirtschaftlichen Folgen hängen jedoch vom Ergebnis der zehntägigen Prüfung und davon ab, welche Exporteure anschließend eine Liefergenehmigung erhalten.