Griechische Hayward-Kiwiernte dürfte um 20 % steigen
Die griechische Produktion von Hayward-Kiwis soll rund 20 % über dem Vorjahresniveau liegen, während Qualität und Fruchtgröße weitgehend stabil bleiben. Eine bessere Lagerfähigkeit könnte spätere Verkäufe erleichtern, doch begrenzte Kühlkapazitäten und das reichliche Obstangebot dürften die Frühpreise belasten.
Erntebeginn für den 15. Oktober vorgesehen
Griechenlands Hayward-Kiwisektor geht mit positiven Mengenprognosen und Aussicht auf eine bessere Lagerfähigkeit in die Ernte. Laut FreshPlaza soll die Ernte am 15. Oktober beginnen. Erzeuger und Exporteure bereiten sich auf ein größeres Aufkommen als in der Vorsaison vor.
Dionysis Iliadis, Inhaber des Verpackungs- und Exportunternehmens Elita, sagte FreshPlaza, die Produktion liege etwa 20 % über dem Vorjahr. Die Gesamtqualität bewege sich ungefähr auf demselben Niveau, und auch die Fruchtgrößen hätten sich im Wesentlichen nicht verändert.
Die wichtigste Verbesserung könnte die Lagerfähigkeit sein. Iliadis rechnet mit einer besseren Haltbarkeit, weil Griechenland in diesem Jahr keinen außergewöhnlich heißen Sommer erlebt hat. Eine längere Lagerdauer würde Packbetrieben und Exporteuren mehr Spielraum bei der Angebotssteuerung geben und Verkäufe in spätere Phasen der Saison ermöglichen.
Mangel an Kühlraum bestimmt den Verkaufszeitpunkt
Die größere Ernte wird zugleich die begrenzten griechischen Kühlkapazitäten auf die Probe stellen. Italienische Käufer spielen eine wichtige Rolle: Sie erwerben erhebliche Mengen griechischer Kiwis, bringen sie nach Italien und lagern sie dort ein. Iliadis zufolge ist die Höhe dieser Nachfrage noch unklar und wird darüber entscheiden, wie stark der griechische Markt während der Ernte unter Druck gerät.
Kleinere griechische Erzeuger ohne eigene Lagermöglichkeiten verkaufen üblicherweise direkt ab Plantage oder während der Ernte. Sie sparen die Kosten der Kühlhauslagerung, halten mit ihrem Angebot aber die Preise niedrig, solange frische Ware verfügbar ist. Unternehmen, die Früchte einlagern, müssen zusätzliche Kosten tragen und auf eine festere Marktlage warten.
Nach den Erfahrungen von Elita mit großen Kiwi-Mengen in den vergangenen fünf Jahren blieben die Notierungen gewöhnlich bis etwa Ende Januar unter Druck. Danach stiegen die Preise schrittweise, sobald das direkte Angebot aus den Plantagen zurückging. Iliadis erwartet ab Februar eine stärkere Nachfrage, womit die Lagerfähigkeit für Anbieter, die Ware sicher halten können, besonders wichtig wird.
Größeres Angebot könnte Einstiegspreise senken
Iliadis hält Preise von etwa 20 % unter dem Vorjahresniveau für plausibel, weil die Produktion ungefähr 20 % höher ausfällt. Dabei handelt es sich um eine Erwartung und nicht um eine bestätigte Marktnotierung. Das Ergebnis wird teilweise von den Käufen italienischer Abnehmer und den Lagerkapazitäten für die zusätzliche Menge abhängen.
Der breitere Obstmarkt steht wegen des reichlichen Angebots bereits unter Druck. Iliadis verwies auf Kirschen, Pfirsiche, Erdbeeren und weitere Kategorien, in denen eine höhere Produktion die Marktbedingungen geschwächt hat. Kiwis haben jedoch ein anderes Absatzprofil, da sie über größere Entfernungen transportiert werden können und mehr Zielmärkte erreichen.
Deshalb erwartet Iliadis trotz der größeren griechischen Ernte keinen starken Verkaufsdruck. Entscheidend ist der Zeitpunkt: Während der Ernte konkurriert die Ware mit dem Angebot von Betrieben ohne Kühlraum. Exporteure und Packhäuser mit Lagerzugang können dagegen auf die festere Nachfrage nach Januar zielen. Die bessere Haltbarkeit senkt dabei das Qualitätsrisiko, doch wegen der knappen Kühlkapazitäten kann nicht die gesamte Branche gleichermaßen davon profitieren.