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Greenpeace findet Pestizidverstöße in 3 von 20 türkischen Supermarkt-Tomatenproben

Laut Greenpeace Türkiye ergaben Labortests bei 3 von 20 Tomatenproben aus fünf großen Istanbuler Handelsketten einen nicht regelkonformen Pestizideinsatz. 14 Proben enthielten mindestens ein mit PFAS verbundenes Pestizid; nur eine Probe war ohne nachweisbare Pestizidrückstände.

Greenpeace findet Pestizidverstöße in 3 von 20 türkischen Supermarkt-Tomatenproben

Tests erfassen fünf große Handelsketten

Unabhängige Labortests haben laut Greenpeace Türkiye in 3 von 20 Tomatenproben aus großen Istanbuler Supermarktketten einen Verstoß gegen türkische Pestizidvorschriften ergeben. Nach Angaben von Evrensel wurden die Proben im Juli in Filialen von A101, BİM, CarrefourSA, Migros und ŞOK in den Bezirken Ataşehir, Kadıköy, Sancaktepe und Sultanbeyli gekauft. Ein international akkreditiertes Labor untersuchte sie im Rahmen des Greenpeace-Projekts „Pestizidbewertung der Supermärkte“.

Es handelt sich um eine begrenzte, von Greenpeace beauftragte Stichprobe und nicht um eine umfassende behördliche Untersuchung. Dennoch werfen die Ergebnisse Fragen für Händler und Lieferanten auf, weil die 3 beanstandeten Proben 15% der getesteten Tomaten ausmachten. Zwei enthielten Wirkstoffe, die für Tomaten nicht zugelassen sind. Laut Greenpeace wurden diese beiden Produkte gemäß den im türkischen Großmarkt-Registrierungssystem angezeigten Informationen mit einem Logo für „gute landwirtschaftliche Praxis“ angeboten.

Verbotener Wirkstoff nachgewiesen

Die dritte beanstandete Probe stammte laut Evrensel aus einer A101-Filiale in Ataşehir und enthielt Chlorfenapyr. Greenpeace zufolge ist der Wirkstoff in der Türkei seit dem 31. Dezember 2010 vollständig verboten. In einer CarrefourSA-Probe wurde Pirimiphos-methyl gefunden, das die Organisation als nicht für Tomaten zugelassen einstufte.

In 7 der 20 Proben wiesen die Tests zudem mehr als drei Pestizidwirkstoffe nach. Nach Angaben von Evrensel enthielten die A101-Proben zwischen einem und sechs Wirkstoffen; sechs fanden sich in einer in Kadıköy gekauften Tomate. Die BİM-Proben enthielten zwischen einem und drei, die CarrefourSA-Proben zwischen drei und vier Wirkstoffe. Drei der vier Migros-Proben enthielten zwischen zwei und vier Wirkstoffe; die vierte war die einzige Tomate der gesamten Untersuchung ohne nachweisbare Pestizidrückstände. Alle vier ŞOK-Proben wiesen Rückstände von drei bis fünf Wirkstoffen auf, Greenpeace meldete dort jedoch keinen Rechtsverstoß.

Gerçek Haberci und Son Dakika berichteten, dass 14 Proben beziehungsweise 70% mindestens ein Pestizid mit per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen enthielten, die als PFAS bekannt sind. Greenpeace bezeichnete diese Stoffe als potenzielles Risiko für die Gesundheit von Kindern. Der Nachweis eines Rückstands allein belegt keine Überschreitung des gesetzlichen Rückstandshöchstgehalts; unabhängig davon stufte die Organisation 3 Proben als nicht regelkonform ein.

Kontrolle durch den Einzelhandel rückt in den Mittelpunkt

Greenpeace fordert von organisierten Handelsketten vollständige Transparenz der Lieferkette, standardisierte Kontrollen durch unabhängige Labore und eine Veröffentlichung der Ergebnisse. Die Organisation schlägt außerdem vor, selbst bei Rückständen unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte höchstens drei Pestizidwirkstoffe je Produkt zuzulassen und interne Rückstandshöchstgehalte 20% unter den staatlichen Grenzwerten festzulegen. Hinzukommen sollen Anreize, agronomische Beratung, Prämien und faire Verträge für Landwirte, die auf pestizidfreie und ökologische Produktion umstellen.

Greenpeace verglich die Resultate mit Daten des Ministeriums für Land- und Forstwirtschaft, auf die Greenpeace-Türkiye-Direktor Berkan Özyer verwies. Demnach wurden 2021-2023 bei 246.946 Proben aus 55 Produktgruppen 6.369 Beanstandungen festgestellt, was laut Evrensel etwa 2,6% entspricht. Özyer erklärte, die veröffentlichten Ministeriumsdaten deckten nicht alle angeforderten Jahre ab und nannten weder die betroffenen Produkte und Pestizide noch das Ausmaß der Überschreitungen. Für Erzeuger, Händler und Obst- und Gemüselieferanten erhöhen die Ergebnisse den Druck, Rückverfolgbarkeit und Tests vom Feld bis ins Regal auszubauen, besonders bei Produkten mit Aussagen wie „gute landwirtschaftliche Praxis“.

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