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Green Pool hebt Prognose für globales Zuckerdefizit 2026/27 auf 4,3 Millionen Tonnen an

Green Pool hat die Prognose für das globale Zuckerdefizit 2026/27 von 1,66 Millionen auf 4,3 Millionen Tonnen erhöht. Hohe Energiepreise dürften brasilianische Mühlen dazu bewegen, einen größeren Teil des Zuckerrohrs für Ethanol einzusetzen.

Green Pool hebt Prognose für globales Zuckerdefizit 2026/27 auf 4,3 Millionen Tonnen an

Defizitprognose mehr als verdoppelt

Green Pool hat seine Prognose für das weltweite Zuckerdefizit in der Saison 2026/27 von bislang 1,66 Millionen auf 4,3 Millionen Tonnen angehoben. Reuters berichtete am 1. Mai über die Revision. Hohe Energiepreise verstärken demnach den Anreiz für Mühlen, Zuckerrohr zu Ethanol statt zu Zucker zu verarbeiten.

Die erwartete Versorgungslücke fällt damit um 2,64 Millionen Tonnen größer aus. Die neue Schätzung zeichnet ein deutlich knapperes Bild als frühere Bewertungen der Saison. Für Erzeuger, Raffinerien, Händler und industrielle Abnehmer gewinnen die Produktionsentscheidungen in Brasilien an Bedeutung, da die Mühlen Zuckerrohr flexibel zwischen Zucker und Biokraftstoff aufteilen können.

Brasilianische Mühlen dürften Ethanol bevorzugen

Green Pool rechnet nun damit, dass die Mühlen im brasilianischen Zentrum-Süden 45% des verarbeiteten Zuckerrohrs für die Zuckerherstellung verwenden. Zuvor hatte das Analysehaus 48,1% angesetzt. Der Rückgang um 3,1 Prozentpunkte ist ein wesentlicher Grund für das größere globale Defizit, da die Region ein bedeutender Lieferant des Weltmarktes ist.

Das australische Analysehaus für Zucker und Biokraftstoffe begründete die Änderung mit einem festeren brasilianischen Real, höheren weltweiten Benzinpreisen und der steigenden Wahrscheinlichkeit, dass Brasilien Kraftstoffsteuern anpasst oder den vorgeschriebenen Ethanolanteil im Benzin erhöht. Diese Faktoren verbessern die Aussichten für Ethanol und machen den Kraftstoff für Mühlen gegenüber Zucker attraktiver.

Das Wetter bringt ein zusätzliches Betriebsrisiko. Regen kann Ernte und Verarbeitung im Zentrum-Süden bremsen und die Verfügbarkeit von Zucker und Ethanol aus der neuen Ernte verzögern. Hitze in anderen Anbaugebieten könnte ebenfalls die landwirtschaftliche Leistung belasten. Die endgültige Wirkung hängt von der Dauer dieser Bedingungen und den weiteren Entscheidungen der Mühlen über den Produktionsmix ab.

Terminpreise reagieren auf knappere Aussichten

Nach Angaben von Reuters stiegen die Rohzucker-Futures an der ICE am 1. Mai auf ein Dreiwochenhoch. Der meistgehandelte Kontrakt lag um 14:42 GMT 2,2% höher bei 14,93 US-Cent je Pfund, nachdem er 14,98 US-Cent erreicht hatte. Der Anstieg spiegelte die Sorge wider, dass das Defizit größer ausfallen und die Zuckerproduktion durch hohe Energiepreise begrenzt werden könnte.

Der Markt muss jedoch zwischen der erwarteten Bilanz 2026/27 und dem kurzfristig verfügbaren Angebot unterscheiden. Vorläufige Angaben von zwei Zuckerhändlern bezifferten die Lieferungen gegen den auslaufenden Mai-Kontrakt für ICE-Rohzucker auf rund 483.400 Tonnen. Das zeigt die physische Verfügbarkeit zum Verfall, beseitigt aber nicht das längerfristige Risiko eines niedrigeren brasilianischen Zuckeranteils.

Für Raffinerien und importabhängige Käufer ist nicht mehr allein die verfügbare Zuckerrohrmenge entscheidend. Das relative Ergebnis von Zucker und Ethanol bestimmt, welcher Teil der brasilianischen Produktion den Lebensmittelmarkt erreicht. Wechselkurs, Benzinpreise und brasilianische Kraftstoffpolitik können das globale Zuckerangebot daher selbst bei hohen Verarbeitungsmengen beeinflussen. Exporteure und Händler werden Verarbeitungstempo, wetterbedingte Unterbrechungen und den tatsächlichen Zuckeranteil mit Green Pools neuer Annahme von 45% vergleichen.

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