Ghana sichert sich 87 Millionen Dollar für den Ausbau der heimischen Geflügelproduktion
Ghana hat im Rahmen seines Programms „24-Hour Economy“ Finanzierungszusagen über mehr als 1 Milliarde Cedi (87 Millionen $) für den Ausbau der heimischen Geflügelproduktion eingeworben. Das Geld deckt Futtermittel, Eintagsküken, Ausrüstung, Verarbeitung, Lagerung und Veterinärdienste ab; die erste Phase umfasst rund 300 Millionen Cedi über Absa, Fidelity und Ecobank. Laut USDA importierte Ghana 2024 rund 270.000 Tonnen Hähnchenfleisch bei 70.000 Tonnen Eigenproduktion.
Ghana hat Finanzierungszusagen über mehr als 1 Milliarde Cedi (87 Millionen $) eingeworben, um die heimische Geflügelproduktion auszubauen und die Abhängigkeit von Hähnchenimporten zu verringern. Die Regierung gab dies am Montag, dem 7. September, bekannt; die Zusagen laufen über das Programm „24-Hour Economy“, wie Ecofin Agency berichtet.
Die erste Finanzierungsphase hat ein Volumen von rund 300 Millionen Cedi und wird über drei Banken abgewickelt: Absa, Fidelity und Ecobank. Weitere Mittel sollen im Verlauf des Programms mobilisiert werden.
Geld für die gesamte Wertschöpfungskette
Finanziert wird nicht allein die Stallkapazität, sondern mehrere Glieder der Kette:
- Futtermittelproduktion
- Lieferung von Eintagsküken
- Ausrüstung
- Verarbeitung
- Lagerung
- Veterinärdienstleistungen
Zudem sollen die Kreditkonditionen zu den Produktionszyklen der Betriebe passen. Klassische Bankfinanzierung bilde die betrieblichen Zwänge der Branche nicht ausreichend ab, argumentieren die Behörden. „Die Mittel sind vorhanden, aber wir müssen die passenden Strukturen schaffen, um sie zu mobilisieren und wirksam in der gesamten Branche einzusetzen“, sagte Arnold Parker, Leiter Finanzierung im Sekretariat der „24-Hour Economy“.
Das Sekretariat will gemeinsam mit Finanzinstituten und Branchenvertretern maßgeschneiderte Finanzierungslösungen entwickeln und zugleich technische wie betriebswirtschaftliche Kompetenzen der Erzeuger stärken. Kooperationen mit Forschungseinrichtungen, darunter der Council for Scientific and Industrial Research, sollen die Produktivität heben.
Eine Versorgungslücke von Hunderttausenden Tonnen
Nach Daten, die die Regierung in ihrer Mitteilung anführt, verbrauchte Ghana 2022 rund 324.047 Tonnen Geflügelfleisch, während heimische Erzeuger lediglich 15.000 Tonnen lieferten. Das entspricht 4,6 % des Verbrauchs.
Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) misst die Lücke anders. Laut den von Ecofin Agency zitierten USDA-Zahlen importierte Ghana 2024 schätzungsweise 270.000 Tonnen Hähnchenfleisch bei einer heimischen Produktion von 70.000 Tonnen; für Fleischimporte gibt das Land jährlich mehr als 375 Millionen $ aus.
Die Ghana National Association of Poultry Farmers beziffert die jährlichen Ausgaben für importierte Geflügelprodukte auf knapp 400 Millionen $. Die beiden Datensätze weichen bei der heimischen Produktion voneinander ab – 15.000 Tonnen im Regierungsbezug für 2022 gegenüber 70.000 Tonnen in der USDA-Schätzung für 2024 –, beschreiben aber denselben Markt, in dem Importe den Großteil des Angebots stellen.
Zweites Geflügelpaket binnen zwei Wochen
Der Ankündigung waren Ende August Finanzierungsvereinbarungen über 270 Millionen $ für das National Poultry Transformation Programme vorausgegangen. Nach Angaben des Sekretariats der „24-Hour Economy“ zielt dieses Programm auf eine höhere heimische Hähnchenproduktion, geringere Importabhängigkeit und 12.000 direkte Arbeitsplätze.
Zusammen ergeben beide Pakete rund 357 Millionen $ an zugesagter Finanzierung – weniger, als Ghana nach Schätzung des Geflügelverbands in einem einzigen Jahr für Geflügelimporte ausgibt. Entscheidend wird die Auszahlung: Konkret freigegeben sind bislang 300 Millionen Cedi, und die Strukturen für den Rest müssen laut Sekretariat erst noch entstehen.