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Getreide- und Ölsaatenpreise sinken wegen Hoffnungen auf Entspannung in Hormus und im Schwarzen Meer

Die Weltmarktpreise für Getreide und Ölsaaten gaben nach, weil Händler eine mögliche Entspannung an der Straße von Hormus und im Schwarzen Meer einpreisten. Fallende Ölpreise und günstigeres US-Wetter verstärkten den Druck, obwohl Transport- und Ernterisiken bestehen bleiben.

Getreide- und Ölsaatenpreise sinken wegen Hoffnungen auf Entspannung in Hormus und im Schwarzen Meer

Weizen führt den breiten Rückgang an

Die globalen Preise für Getreide und Ölsaaten setzten ihren Rückgang in dieser Woche fort, da Händler einen Teil der Risikoprämie für die Straße von Hormus und die Schifffahrt im Schwarzen Meer abbauten, berichtete Terre-net. Betroffen waren Weizen, Mais, Sojabohnen und Raps. Die Hoffnung auf eine geopolitische Entspannung erfasste damit den gesamten Agrarkomplex und nicht nur einen einzelnen Rohstoff.

In Chicago verlor Weizen 24 Cent je Scheffel beziehungsweise 3,5%; dem Kontrakt liegt ein Scheffel von 27 kg zugrunde. Mahlweizen an der Euronext fiel zeitweise auf 222 € je Tonne. US-Mais und Sojabohnen verloren jeweils etwas mehr als 2%, europäischer Raps gab um 1,5% nach. Sébastien Poncelet, Analyst bei Argus Media France, sagte AFP, die Getreidepreise seien seit mehr als einer Woche überwiegend abwärtsgerichtet.

Öl und Schifffahrtsrisiken verlieren an Einfluss

Der Rückgang der Ölpreise um mehr als 10% im betrachteten Zeitraum belastete die Agrarmärkte stark, erklärten von Terre-net zitierte Analysten. Mais und Sojabohnen waren besonders betroffen, weil beide in großem Umfang für Biokraftstoffe eingesetzt werden. Der Verkaufsdruck erfasste jedoch auch andere Kulturen. Laut Poncelet orientieren sich Getreide und Ölsaaten häufig am Öl, wenn keine stärkeren eigenen Logistik- oder Fundamentalfaktoren vorliegen.

Die Märkte bewerteten außerdem eine mögliche Wiederaufnahme des Dialogs zwischen Washington und Teheran nach fünf Monaten Krieg. Damit verband sich die Hoffnung auf eine Vereinbarung zur Öffnung der Straße von Hormus. Donald Trump sagte am Dienstag, die Meerenge werde entweder sehr bald geöffnet oder Iran werde sehr hart getroffen. Michael Zuzolo von Global Commodity Analytics and Consulting zufolge sind Händler weniger bereit als zuvor, eine Risikoprämie in den Preisen zu halten.

Schwarzmeernachfrage und US-Wetter verändern das Bild

Beim Weizen aus der Schwarzmeerregion zeigte sich eine ähnliche Entwicklung. Im Juli waren die Preise wegen schwerer Störungen der Schifffahrt gestiegen. Inzwischen ist die Sorge der Händler geringer, und der Markt scheint eine Öffnung oder eine andere Lösung zu erwarten. Die Angriffe zwischen der Ukraine und Russland dauern jedoch an und verhindern die Beladung zahlreicher Weizenfrachter. Da beide Länder zu den wichtigsten Exporteuren weltweit zählen, bleiben ungelöste Transportprobleme für die physische Versorgung relevant.

Die Folgen werden durch eine schwächere Nachfrage traditioneller Abnehmer von Schwarzmeerweizen begrenzt. Die Türkei und Ägypten haben in diesem Jahr nahezu rekordhohe Weizenernten eingebracht und versorgen sich derzeit aus der heimischen Produktion, sagte Poncelet. Damit unterscheidet sich die Lage vom Preissprung des Jahres 2022; zugleich sinkt der unmittelbare Wettbewerb um blockierte Exportmengen.

Bestandsentwicklung bleibt ein Gegengewicht

Das US-Wetter lieferte nach einer Hitzephase im westlichen Maisgürtel einen weiteren preisdrückenden Faktor. Der August ist für die Sojaerträge und die Kornfüllung beim Mais entscheidend. Das US-Landwirtschaftsministerium erklärte, jüngste Niederschläge und Temperaturen nahe oder unter dem Normalwert hätten beiden Kulturen geholfen. Sein Wochenbericht zeigte dennoch eine Verschlechterung der Maisbestände bei stabilen Sojabohnen. Zuzolo sieht darin einen Grund für Käufe von Mais und Verkäufe von Soja.

Das Wetterrisiko ist nicht verschwunden. Europa erlebte mehrere Hitzewellen, und der französische Markt erwartet laut Inter-Courtage-Makler Damien Vercambre rekordhohe Maisverluste. Produzenten und Händler wägen nun billigeres Öl, niedrigere geopolitische Prämien und eine schwache Schwarzmeer-Importnachfrage gegen anhaltende Verladestörungen und unsichere Ernten in den Vereinigten Staaten und Europa ab.

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