Frostschäden drücken Walnussernte in Oğuzlar auf rund 2.000 Tonnen
Die Walnussbauern in Oğuzlar erwarten rund 2.000 Tonnen nach fast 7.000 Tonnen im Jahr 2024, da die Schäden des Frosts vom April 2025 anhalten. Der Bezirk erzeugt etwa 8 % der türkischen Walnüsse; die Ernte beginnt am 5. September.
Ernte bleibt weit unter dem Niveau von 2024
Die Walnusserzeugung im Bezirk Oğuzlar in der türkischen Provinz Çorum dürfte die zweite Saison in Folge stark beeinträchtigt bleiben. An den Bäumen sind weiterhin Schäden des landwirtschaftlichen Frosts vom 11. April 2025 sichtbar. Die Erzeuger bereiten sich darauf vor, am 5. September mit der Ernte zu beginnen, rechnen laut Oğuz Hantal, dem Vorsitzenden des Walnusserzeugerverbands von Çorum, aber lediglich mit rund 2.000 Tonnen.
Im Jahr 2024 wurden fast 7.000 Tonnen geerntet. Der erwartete Rückgang beträgt damit etwa 70 %. Nach Angaben von Yayla Haber entfallen ungefähr 8 % der türkischen Walnusserzeugung auf Oğuzlar. Die schwache Ernte betrifft daher nicht nur die örtlichen Betriebe, sondern auch Käufer der geografisch geschützten Walnusssorte.
Türkiye Gazetesi berichtete, dass die Bauern im vergangenen Jahr nach dem landesweiten Frost keine Ernte einbringen konnten. Die Folgen reichen in die laufende Saison, weil einige Äste durch den Frost geschädigt wurden und anschließend vertrockneten. Die Bäume haben sich nach Angaben der Erzeuger noch nicht vollständig erholt, sodass sich die Verluste der vorigen Saison nicht ausgleichen lassen.
Knappheit belastet das Angebot der geschützten Sorte
Walnüsse aus Oğuzlar sind für ihre dünne, leicht zu öffnende Schale, ihren milden Geschmack, ihre weißen Kerne und ihre lange Haltbarkeit bekannt. Diese Merkmale heben die Sorte auf dem türkischen Binnenmarkt hervor. Die begrenzte Verfügbarkeit in zwei aufeinanderfolgenden Saisons dürfte das Angebot jedoch verknappen. Wie Landwirt İsa Gümüş gegenüber Türkiye Gazetesi sagte, lassen sich Füllgrad und Qualität der diesjährigen Kerne erst während der Ernte beurteilen.
Das geringere Volumen trifft die gesamte örtliche Wertschöpfungskette. Die Betriebe müssen ihre Kosten für Pflege, Bewässerung und Ernte auf deutlich weniger Tonnen verteilen. Verarbeiter und Händler erhalten zugleich weniger Ware einer bekannten regionalen Herkunft. Auch Verbraucher könnten mit einem knapperen Angebot konfrontiert werden. Da die Quellen keine Erzeuger-, Großhandels- oder Einzelhandelspreise nennen, bleibt das Ausmaß möglicher Preissteigerungen offen.
Die Erzeuger haben Baumpflege und Bewässerung abgeschlossen und bereiten die Ernte vor. Oğuzlar gehört zu den Walnusssorten, die in Türkiye am frühesten geerntet werden. Laut Hantal sollen die Arbeiten am 5. September beginnen, rund 20 Tage dauern und Anfang Oktober vollständig abgeschlossen sein.
Hoffnung auf Erholung in der nächsten Saison
Neu gebildete Knospen geben Anlass zu vorsichtigem Optimismus. Hantal zufolge entstanden in diesem Jahr nach den Fruchtknospen weitere Knospen. Bleibt ein erneuter landwirtschaftlicher Frost aus, hoffen die Erzeuger, im kommenden Jahr wieder 90 % einer normalen Erntemenge zu erreichen. Diese Erwartung hängt vom Wetter und der Erholung der geschädigten Bäume ab.
Die bevorstehende Ernte ist damit sowohl eine begrenzte Verkaufssaison als auch eine Bestandsaufnahme der Obstgärten. Kernqualität, Regeneration der Äste und Entwicklung der neuen Knospen werden zeigen, ob der Bezirk seine Produktion nach zwei schwachen Saisons wieder aufbauen kann. Bis dahin bleiben die erwarteten rund 2.000 Tonnen weit unter dem Ergebnis von 2024 und das Angebot der geschützten Oğuzlar-Walnuss eingeschränkt.