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Frankreich lockert nach Dürre vorübergehend Regeln für Comté, Beaufort und Abondance

Frankreich hat die Produktionsregeln für Comté, Beaufort und Abondance vorübergehend gelockert, nachdem die Dürre das Graswachstum und die Fütterung von Milchkühen beeinträchtigt hatte. Die Ausnahmen ermöglichen alternative Futtermittel, ohne den geschützten Ursprungsstatus der Käse aufzuheben.

Frankreich lockert nach Dürre vorübergehend Regeln für Comté, Beaufort und Abondance

Dürre führt zu befristeten AOP-Ausnahmen

Frankreich hat die Produktionsregeln für Abondance, Beaufort und Comté vorübergehend gelockert, nachdem die Dürre die Futterversorgung der Milchkühe beeinträchtigt hatte. Drei am Mittwoch im Amtsblatt veröffentlichte Regierungsverordnungen erlauben ausnahmsweise Änderungen an den Vorgaben für die geschützten Käse, berichtete France 24 auf Grundlage einer AFP-Meldung.

Alle drei Käse tragen die geschützte Ursprungsbezeichnung AOP der Europäischen Union, die Produktionsmethoden und Rohstoffe an ein abgegrenztes Gebiet bindet. Normalerweise müssen die Betriebe ihre Kühe überwiegend mit Gras aus dem jeweiligen Gebiet füttern: aus den Alpen bei Abondance und Beaufort sowie aus dem Juramassiv bei Comté. Diese Vorschriften fördern die lokale Beschaffung und sichern die typischen Eigenschaften der einzelnen Käse.

Monatelang unzureichende Niederschläge haben die Weiden ausgetrocknet und die Einhaltung der Vorgaben erschwert. Nach Angaben des Statistikdienstes des Landwirtschaftsministeriums lag das kumulierte Wachstum des Dauergrünlands am 10. August um ein Drittel unter dem Durchschnitt für denselben Stichtag im Zeitraum 1989-2018. Mitte August bezeichnete das Ministerium die Futtersituation in fast allen Regionen als „sehr schlecht“.

Unterschiedliche Erleichterungen für jeden Käse

Die Ausnahmen berücksichtigen die verschiedenen Produktions- und Fütterungsvorgaben der drei Ursprungsbezeichnungen. Abondance-Betriebe dürfen den Anteil von Weidegras an der Ration deutlich senken und mehr Raufutter von außerhalb des geschützten Gebiets einsetzen. Damit können Höfe in den Alpen fehlenden Aufwuchs auf ihren Weiden flexibler ersetzen.

Bei Beaufort wurde der vorgeschriebene Anteil von Heu und Gras aus dem Produktionsgebiet gesenkt. Zudem dürfen die Landwirte mehr Ergänzungsfutter verabreichen. Die Anpassung für Comté ist enger begrenzt: Bis Ende Oktober darf ein Teil des verfütterten Grünmaises von außerhalb des jeweiligen Betriebs stammen.

Die Maßnahmen entziehen den Käsen nicht ihren AOP-Status. Sie ändern vorübergehend einzelne Herkunfts- und Fütterungspflichten, weil außergewöhnliches Wetter die normalen Vorgaben schwer erfüllbar gemacht hat. Für Milcherzeuger und Käsereien sinkt damit kurzfristig das Risiko, dass Futtermangel die Milchmenge begrenzt oder ansonsten geeignete Erzeugnisse gegen die Spezifikationen der Ursprungsbezeichnung verstoßen.

Breiter Druck auf Frankreichs Landwirtschaft

Das französische Institut für Herkunft und Qualität INAO bezeichnet die Dürre als historisch. Es hat auch vorübergehende Änderungen für weitere geschützte Käse genehmigt, darunter Reblochon, Cantal, Bleu d’Auvergne und Fourme d’Ambert. Diese Änderungen müssen noch durch Verordnungen im Amtsblatt formalisiert werden. Nach der Dürre von 2022 waren mehreren Ursprungsbezeichnungen vergleichbare Ausnahmen gewährt worden.

Die Futterkrise ist Teil umfassenderer Schäden, die Hitze und Dürre in der französischen Landwirtschaft verursacht haben. Tomaten und Äpfel leiden, Weiden sind verdorrt und die Legeleistung ist zurückgegangen. Die Folgen für Produktionskosten und Verbraucherpreise bleiben ungewiss. Landwirtschaftsministerin Annie Genevard will am Donnerstag per Videokonferenz mit Präfekten aus ganz Frankreich die Schäden erfassen und am 3. September einen Plan mit Sofortmaßnahmen vorstellen.

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