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Flavescence dorée in allen 22 ungarischen Weinregionen nachgewiesen

Ungarn hat Flavescence dorée in Bükk bestätigt, der letzten zuvor als befallsfrei geltenden Weinregion des Landes. Nach Nachweisen in Mályi, Miskolc und Tibolddaróc richteten die Behörden Quarantänezonen ein.

Flavescence dorée in allen 22 ungarischen Weinregionen nachgewiesen

Erreger erreicht die letzte befallsfreie Weinregion

Flavescence dorée ist inzwischen in allen 22 ungarischen Weinregionen nachgewiesen. Laboruntersuchungen bestätigten den Quarantäneerreger in Bükk, der letzten Region, die zuvor als nicht betroffen galt. Wie Világgazdaság berichtet, wies das ungarische Amt für Lebensmittelsicherheit Nébih die FD-Phytoplasmen Mitte August in Proben aus Mályi, Miskolc und Tibolddaróc im Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén nach.

Nach den positiven Ergebnissen wurden unverzüglich Quarantäne- und Pflanzenschutzmaßnahmen eingeleitet. Rund um jeden betroffenen Weinberg legten die Behörden eine Befallszone mit einem Radius von einem Kilometer fest, in der sämtliche Rebstöcke untersucht werden müssen. Pflanzen mit Symptomen sind auf behördliche Anordnung zu vernichten. Rebenvermehrungsmaterial darf in diesem Gebiet weder vermarktet noch von dort abtransportiert werden.

Die Befallszone wird von einem weiteren, drei Kilometer breiten Puffergebiet umgeben. Dort beginnen intensive Kontrollen und ein verpflichtendes Bekämpfungsprogramm gegen die Amerikanische Rebzikade, den wichtigsten Überträger der Krankheit.

Deutlich schnellere Ausbreitung seit 2025

Ungarn stellte Flavescence dorée erstmals im August 2013 fest. Das Labor von Nébih fand den Erreger in Blattproben aus dem Raum Lenti im Komitat Zala sowie in Rebzikaden, die bei Kerkateskánd gefangen worden waren. Anschließend breitete sich die Krankheit schrittweise im Land aus, wobei das Tempo zuletzt deutlich zunahm.

Als die Krankheit im Juli 2025 in der Weinregion Somló bestätigt wurde, galten 15 ungarische Weinregionen als betroffen. Im Herbst wurde der Erreger unter anderem auch in Eger, Mátra und Tokaj gefunden. Mit dem Nachweis in Bükk verschwindet die letzte befallsfreie Weinregion von der ungarischen Karte. Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Weinberg des Landes infiziert ist. Der Befall kann zwischen einzelnen Anlagen derselben Region erheblich variieren.

Ertragsverluste und höhere Produktionskosten

Nach Angaben von Nébih kann eine Infektion den Ertrag der Reben um 20–50 % senken. Ohne ausreichende Gegenmaßnahmen kann sich die Zahl erkrankter Pflanzen innerhalb eines Jahres bis auf das Zehnfache erhöhen. Wird die Amerikanische Rebzikade nicht bekämpft, können 80–100 % der Rebstöcke eines Weinbergs infiziert werden. Besonders anfällige Sorten können innerhalb weniger Jahre aus einer betroffenen Anlage verschwinden.

Zu den empfindlicheren Sorten gehören Chardonnay, Zweigelt, Kékfrankos, Pinot noir, Pinot gris, Cabernet sauvignon, Cabernet franc und Riesling. Die Krankheit ist für Menschen ungefährlich, und der Erreger gelangt nicht in den Wein. Für die Betriebe können die wirtschaftlichen Folgen dennoch schwerwiegend sein: Neben Ertragsverlusten entstehen Kosten für die Rodung infizierter Stöcke und die Schädlingsbekämpfung, während Beschränkungen für Vermehrungsmaterial den Betrieb zusätzlich belasten.

Die Phytoplasmen lassen sich derzeit mit keinem Pflanzenschutzmittel direkt beseitigen. Die Bekämpfung beruht deshalb auf dem schnellen Auffinden und Vernichten infizierter Reben sowie der Eindämmung der Zikadenpopulation. Nébih zufolge bleiben Behandlungen gegen das Insekt auch nach der Lese wichtig. Für Neuanlagen und Nachpflanzungen darf ausschließlich amtlich kontrolliertes, gesundes Vermehrungsmaterial verwendet werden. Sichtbare Symptome allein reichen nicht zur Diagnose aus, da andere Krankheiten ähnliche Veränderungen verursachen können; erforderlich ist eine Laboruntersuchung.

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