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Exportnachfrage könnte ukrainische Rohmilchpreise auf 16–16,5 Hrywnja je Kilogramm treiben

Die ukrainischen Erzeugerpreise für Rohmilch könnten im Oktober 16–16,5 Hrywnja je Kilogramm ohne Mehrwertsteuer erreichen, da Verarbeiter und Exporteure um ein knapperes Angebot konkurrieren. Höhere Logistikkosten, schwache Inlandsnachfrage und Verluste durch Angriffe auf Verteilzentren könnten den Anstieg begrenzen.

Exportnachfrage könnte ukrainische Rohmilchpreise auf 16–16,5 Hrywnja je Kilogramm treiben

Erzeugerpreise steigen im September

Die ukrainischen Ankaufspreise für Rohmilch stiegen in der zweiten Septemberhälfte weiter. Nachfrage von Verarbeitern und Exporteuren sowie ein sinkendes Angebot in einigen Regionen stützten den Markt. Laut UkrAgroConsult lag der gewichtete Durchschnittspreis der drei Qualitätsklassen am 20. September bei 15,40 Hrywnja je Kilogramm ohne Mehrwertsteuer und damit 0,65 Hrywnja über dem Stand des Vormonats.

Milch der Extraklasse kostete durchschnittlich 15,60 Hrywnja je Kilogramm ohne Mehrwertsteuer, die höhere Qualitätsklasse 15,40 Hrywnja und die erste Klasse 14,70 Hrywnja. Mit einem Plus von 0,90 Hrywnja je Kilogramm verzeichnete die erste Klasse den stärksten Monatsanstieg. Delo zufolge lag der gewichtete Durchschnitt dennoch 10% unter dem Niveau vom September 2025. Der jüngste Anstieg hat den vorherigen Rückgang somit noch nicht ausgeglichen.

Exporte und geringere EU-Produktion stützen die Nachfrage

Der Verband der Milcherzeuger erwartet laut UkrAgroConsult für September Ankaufspreise von 15,50–16,00 Hrywnja je Kilogramm. Im Oktober könnten sie auf 16,00–16,50 Hrywnja steigen. Ein wesentlicher Treiber ist die kräftige Auslandsnachfrage nach ukrainischer Butter und ukrainischem Milchpulver. Eine geringere Milcherzeugung in Teilen der Europäischen Union stützt die Weltmarktpreise dieser Produkte und verbessert die Marktbedingungen für ukrainische Verarbeiter.

Rabobank prognostiziert laut UkrAgroConsult, dass die EU-Milchproduktion im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahr um fast 2% sinken könnte. Ein Rückgang dieser Größenordnung könnte die Nachfrage nach ukrainischen Milchzutaten stabil halten und den Wettbewerb um heimische Rohmilch verschärfen. Auch kleinere ukrainische Verarbeiter für den Binnenmarkt kaufen mehr Milch. Delo und AgroPolit berichten, dass Einzelhändler nach russischen Angriffen auf einige Verteilzentren ihre Zusammenarbeit mit lokalen Herstellern ausgeweitet haben. Dadurch entsteht zusätzliche Rohstoffnachfrage.

Logistik und Warenverluste belasten Verarbeiter

Höhere Erzeugerpreise führen nicht automatisch zu höheren Verarbeitungsmargen. Russische Angriffe auf Lager und Verteilzentren beeinträchtigen Lieferungen, zerstören Fertigwaren und zwingen Unternehmen zu längeren Transportwegen. Von Delo zitierte Marktteilnehmer schätzen, dass Einzelhändler von Verarbeitern in manchen Fällen den Ersatz von 50–100% der durch Angriffe verlorenen Produkte verlangen. Diese Verpflichtungen erhöhen die Lieferkosten und können einen Teil der Mehreinnahmen aus höheren Molkereipreisen aufzehren.

Schwache Inlandsnachfrage und Schwierigkeiten beim Absatz von Fertigprodukten könnten die Ankaufspreise ebenfalls deckeln, so UkrAgroConsult. Verarbeiter stehen damit unter gegenläufigem Druck: Exportmärkte und ein knappes Milchangebot sprechen für höhere Gebote an die Erzeuger, während Logistikkosten und Entschädigungen für zerstörte Waren ihre Zahlungsfähigkeit begrenzen. Ob im Oktober 16–16,5 Hrywnja je Kilogramm erreicht werden, hängt davon ab, ob die Exportnachfrage diese Belastungen ausgleichen kann. Milchviehbetriebe erzielen bei einem Anstieg höhere nominale Erlöse, während Verarbeiter und Händler ihre Käufe weiter an Transportrisiken, lokaler Einzelhandelsnachfrage und den Margen bei Butter und Milchpulver ausrichten müssen.

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