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EU-Exportwert von Olivenöl und Tafeloliven sinkt im ersten Halbjahr um 13%

Die EU exportierte von Januar bis Juni 2026 Olivenöl und Tafeloliven im Wert von 2,812 Milliarden Euro, 13% weniger als im Vorjahr. Gesunkene Preise und ein Rückgang der Mengen für vier wichtige Überseemärkte um 7% belasteten das Ergebnis.

EU-Exportwert von Olivenöl und Tafeloliven sinkt im ersten Halbjahr um 13%

Niedrigere Preise treffen auf schwächere Absatzmengen

Der Wert der EU-Ausfuhren von Olivenöl und Tafeloliven sank in den ersten sechs Monaten 2026 auf 2,812 Milliarden Euro und lag damit 13% unter dem Vorjahreszeitraum. Das berichtete Teatro Naturale unter Berufung auf den jüngsten Handelsbericht der Europäischen Kommission. Verantwortlich waren sowohl rückläufige internationale Olivenölpreise als auch geringere Lieferungen an mehrere wichtige Abnehmerländer.

Die Durchschnittspreise gingen um 6% zurück, während die Exportmengen in die USA, nach Kanada, Australien und Japan um 7% sanken. Der gleichzeitige Rückgang von Preisen und Mengen zeigt, dass sich die niedrigeren Exporterlöse nicht allein mit einer Normalisierung nach den außergewöhnlich hohen Notierungen der vergangenen Jahre erklären lassen. EU-Anbieter verkauften in vier etablierten Überseemärkten auch physisch weniger Ware.

Besonders deutlich war die Schwäche in den USA. Die gesamten Agrar- und Lebensmittelexporte der EU in den US-Markt fielen von Januar bis Juni im Jahresvergleich um 11% auf 13,462 Milliarden Euro. Nach Angaben der Kommission wird der Vergleich durch die außergewöhnlich hohen Exporte Anfang 2025 beeinflusst. Unternehmen könnten damals Lieferungen vorgezogen haben, weil die US-Regierung Zölle angekündigt hatte. Bei Olivenöl gingen sowohl Wert als auch Menge zurück.

Auch der gesamte Agrar- und Lebensmittelhandel verliert

Die Entwicklung beim Olivenöl war Teil eines breiteren, wenn auch moderateren Rückgangs der EU-Agrar- und Lebensmittelexporte. Im ersten Halbjahr belief sich ihr Wert auf 117,2 Milliarden Euro und lag damit 2% unter dem entsprechenden Zeitraum 2025. Vor allem geringere Exporte von Olivenöl, Kakao und Schweinefleisch belasteten das Gesamtergebnis.

Zwischen den Zielmärkten bestanden erhebliche Unterschiede. Das Vereinigte Königreich blieb der größte Abnehmer von Agrar- und Lebensmitteln aus der EU, obwohl der Exportwert um 3% auf 26,966 Milliarden Euro sank. Die Verkäufe nach Japan gingen um 12% auf 3,580 Milliarden Euro zurück, die Ausfuhren in die Vereinigten Arabischen Emirate um 25% auf 1,195 Milliarden Euro.

Andere Märkte legten zu. Die EU-Ausfuhren von Agrar- und Lebensmitteln nach Ägypten stiegen um 28% auf 1,298 Milliarden Euro. Auch Indien verzeichnete einen Zuwachs von 28% auf 856 Millionen Euro. Die Ukraine erhöhte ihre Bezüge um 12% auf 2,320 Milliarden Euro. Die Nachfrage war somit nicht überall schwach, doch die Quelle nennt für diese Ziele keine gesonderten Olivenölzahlen.

Erholung im Juni gleicht Halbjahresminus nicht aus

Die Monatsdaten lieferten ein positiveres Signal. Im Juni erreichten die EU-Agrar- und Lebensmittelexporte 20,3 Milliarden Euro, 5% mehr als im Mai und 6% mehr als im Juni 2025. Die Verbesserung reichte jedoch nicht aus, um den über sechs Monate aufgelaufenen Rückgang auszugleichen.

Auch die Agrar- und Lebensmittelimporte der EU sanken im ersten Halbjahr, und zwar um 4% auf 93,4 Milliarden Euro. Im Juni lagen sie bei rund 15,7 Milliarden Euro, ein Plus von 1% gegenüber Mai und 2% gegenüber dem Vorjahr. Für den Halbjahresrückgang waren vor allem geringere Einfuhren von Kakaoerzeugnissen, Getreide und Sojaschrot verantwortlich.

Für Erzeuger, Verarbeiter und Exporteure von Olivenöl besteht die zentrale Herausforderung in der Kombination aus einem Preisrückgang von 6% und sinkenden Mengen in wichtigen Märkten außerhalb der EU. Besonders in den USA und anderen etablierten Absatzländern müssen sie ihre Marktanteile verteidigen. Das Wachstum des breiteren EU-Agrarhandels mit Ägypten, Indien und der Ukraine weist auf Möglichkeiten zur Diversifizierung hin, die für Olivenöl jedoch noch auf Produktebene geprüft werden müssen.

Vollständige Marktanalyse

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