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EU-Nutzfahrzeugzulassungen steigen im ersten Halbjahr 2026, Elektroantriebe bleiben zurück

Die EU-Zulassungen von Transportern, Lastkraftwagen und Bussen stiegen im ersten Halbjahr 2026, wobei Busse das stärkste Wachstum erzielten. Batterieelektrische Fahrzeuge gewannen Marktanteile, doch laut ACEA fehlen vor allem bei schweren Fahrzeugen Ladeinfrastruktur, Netzzugang und CO2-basierte Mautsysteme.

EU-Nutzfahrzeugzulassungen steigen im ersten Halbjahr 2026, Elektroantriebe bleiben zurück

Nutzfahrzeugmarkt kehrt zum Wachstum zurück

Die Zulassungen von Nutzfahrzeugen in der Europäischen Union sind im ersten Halbjahr 2026 trotz geopolitischer Belastungen gestiegen. Das berichtete ANSA unter Berufung auf den europäischen Herstellerverband ACEA. Bei Transportern und Lastkraftwagen handelte es sich um eine Erholung von niedrigem Niveau, während das Bussegment deutlich kräftiger expandierte.

Die Neuzulassungen von Transportern nahmen um 1,9% auf 742.759 Einheiten zu. Spanien führte das Wachstum unter den großen Märkten mit einem Plus von 7,9% an. Die Erholung verlief jedoch uneinheitlich: In Deutschland sanken die Zulassungen um 4,6%, in Italien um 4,7% und in Frankreich um 2,1%. Die Gesamtnachfrage verbessert sich somit, ohne dass die größten Fahrzeugmärkte der EU bereits einen breit angelegten Aufschwung zeigen.

Die Lkw-Zulassungen stiegen um 9,8% auf 171.933 Einheiten, vor allem dank eines Zuwachses von 11,1% bei schweren Lastkraftwagen. Das stärkste Ergebnis erzielten Busse mit einem Anstieg um 22,7% auf 22.590 Einheiten. Italien verbuchte mit 51,6% das höchste Busmarkt-Wachstum unter den großen europäischen Ländern.

Diesel dominiert weiterhin Transporter und Lkw

Diesel blieb bei Transportern und Lastkraftwagen der vorherrschende Antrieb. Sein Anteil lag bei 79,1% der neuen Transporter und bei 92,1% des Lkw-Marktes. Diese Werte zeigen, wie stark gewerbliche Flotten weiterhin von konventionellem Kraftstoff abhängen, insbesondere wenn Nutzlast, Reichweite und Einsatzpläne das Laden erschweren.

Die Zulassungen batterieelektrischer Modelle stiegen dennoch in allen drei Kategorien. Elektrische Transporter erreichten nach einem Zulassungsplus von 41,6% einen Marktanteil von 13,2%. Elektro-Lkw kamen bei einem Wachstum von 47,7% auf 4,8%. Elektrische Busse legten um 56,8% zu und erreichten einen Anteil von 27,7%. Nach Angaben von ANSA war Italien der größte europäische Markt für Elektrobusse.

Die Unterschiede zwischen den Fahrzeugklassen sind für Hersteller, Flottenbetreiber und Infrastrukturinvestoren entscheidend. Stadtbusse verkehren meist auf festen Routen und kehren in ihre Depots zurück, wodurch sich das Laden leichter organisieren lässt. Schwere Lastkraftwagen benötigen leistungsfähigere Infrastruktur, verlässlichen Netzzugang und Ladeabläufe, die mit dem Fernverkehr vereinbar sind.

Infrastrukturlücke gefährdet den Zielpfad bis 2030

Thomas Fabian, Nutzfahrzeugdirektor der ACEA, erklärte, derzeit sei weniger als eines von 40 neuen schweren Fahrzeugen in Europa emissionsfrei. Bis 2030 müsse sich der Anteil einem von drei Fahrzeugen annähern. Zugleich bestehen große nationale Unterschiede: In Schweden und den Niederlanden erreichen emissionsfreie Fahrzeuge rund 10% des Marktes, während ihr Anteil in Italien, Spanien und Polen noch nahe null liegt.

Laut Fabian ist das Fahrzeugangebot nicht das Hauptproblem. Für wettbewerbsfähige emissionsfreie Fahrzeuge fehlten Lade- und Betankungsinfrastruktur, Zugang zum Stromnetz sowie Mautsysteme auf Basis der CO2-Emissionen. Die Halbjahreszahlen zeigen damit zwei parallele Entwicklungen: Die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen erholt sich, und Elektrofahrzeuge wachsen rasch von einer niedrigen Basis. Der Markt für schwere Fahrzeuge bewegt sich jedoch noch nicht in dem Tempo, das für das Ziel von 2030 erforderlich wäre.

Vollständige Marktanalyse

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