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EU-Apfelernte fällt auf Neunjahrestief, Hitze beschleunigt Erntebeginn

Die EU-Apfelproduktion dürfte 2026 um 16 % auf 9,5 Millionen Tonnen sinken und damit den niedrigsten Stand seit neun Jahren erreichen. Italien begrenzt das Minus voraussichtlich auf 2 %, während Rekordhitze die Ernte vorzieht und die Fruchtentwicklung beeinflusst.

EU-Apfelernte fällt auf Neunjahrestief, Hitze beschleunigt Erntebeginn

Europäische Produktion fällt unter 10 Millionen Tonnen

Die Apfelproduktion in der Europäischen Union wird 2026 auf 9,5 Millionen Tonnen geschätzt. Das sind 16 % weniger als 2025 und 14 % weniger als im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre, wie die von myfruit.it veröffentlichten Zahlen der Prognosfruit-Konferenz zeigen. Es wäre die kleinste EU-Ernte seit neun Jahren und erst die zweite Ernte unter 10 Millionen Tonnen innerhalb von 16 Jahren.

Frühjahrsfröste, anhaltende Hitzewellen, Dürre und Hagel haben das Produktionspotenzial in mehreren Ländern verringert. Hinzu kommen ein stärkerer Befall durch Blattläuse, andere Schaderreger und Pflanzenkrankheiten sowie unzureichende Bekämpfungsmöglichkeiten in einigen Regionen. In den meisten Erzeugerländern dürfte die Ernte früher beginnen; zugleich werden im Durchschnitt etwas kleinere Früchte als im Vorjahr erwartet.

Polen und Frankreich verzeichnen starke Rückgänge

Polens Ernte wird auf 2,7 Millionen Tonnen geschätzt, 30 % weniger als 2025. Nach Wintertemperaturen von bis zu -30 °C trafen starke Fröste die Obstgärten während der Blüte im April. Mehr als die Hälfte der polnischen Ernte soll in die Verarbeitung gehen. Der Ausfall ist deshalb sowohl für industrielle Abnehmer als auch für den Frischmarkt relevant.

Frankreich dürfte rund 1,2 Millionen Tonnen erzeugen, ein Rückgang um 24 %. Als Gründe gelten schrumpfende Anbauflächen, hohe Sommertemperaturen sowie der Druck durch Blattläuse und Krankheitserreger. In Deutschland wird ein Minus von 11 % auf rund 1 Million Tonnen erwartet. Für Belgien und die Niederlande werden Rückgänge von 25 % beziehungsweise 17 % prognostiziert; zugleich belasten dort hohe Restbestände, niedrige Preise und ungünstiges Wetter den Markt.

Spanien bildet eine Ausnahme: Nach einer Saison ohne besonders schädliche Wetterereignisse soll die Produktion um 8 % steigen, obwohl die Sommerhitze die Fruchtgröße beeinträchtigt. Für Griechenland wird eine Erholung um 53 % erwartet. Bestände in europäischen Kühlhäusern können das Angebot zu Beginn der neuen Saison stützen. Nach deren Abbau rechnen die Teilnehmer von Prognosfruit jedoch mit einem mengenmäßig deutlich leichteren Markt.

Italien wahrt seine Lieferfähigkeit

Italiens Ernte wird auf 2.269.106 Tonnen geschätzt und liegt damit nur 2 % unter 2025. In Südtirol wird ein Rückgang um 2 % und im Trentino um 9 % erwartet. Emilia-Romagna soll um 5 %, Friaul-Julisch Venetien um 9 % sowie Piemont und Venetien jeweils um 2 % zulegen. Die italienische Bioproduktion dürfte um 2 % auf 171.333 Tonnen sinken und rund 7,6 % der nationalen Ernte ausmachen. Rekordhitze hat in Teilen Italiens dennoch einen vorgezogenen Erntebeginn erzwungen und seit den überdurchschnittlichen Temperaturen ab Mitte Juni das Fruchtwachstum gebremst.

Bei Golden Delicious wird EU-weit ein Rückgang um 11 % und bei Gala um 9 % erwartet. Fuji bleibt mit einem Plus von 1 % nahezu stabil. Neue Clubsorten dürften mit mehr als 690.000 Tonnen einen Rekord erreichen, 9 % mehr als zuvor. In Italien sinkt Golden Delicious voraussichtlich um 8 % auf 610.570 Tonnen, während Clubsorten um 7 % auf den Rekordwert von 346.602 Tonnen steigen. Das kleinere europäische Angebot könnte Italiens Lieferanten bessere Marktbedingungen eröffnen. Eine kontinuierliche Versorgung hängt jedoch von Lagerführung, Fruchtqualität und dem Schutz der Anlagen gegen Wetterextreme und Krankheiten ab.

Vollständige Marktanalyse

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