Eridania investiert 20 Millionen Euro in Zuckerlogistik in Italien und eigene Süßungsmittelproduktion
Eridania, führende Marke auf den italienischen Märkten für Zucker und Süßungsmittel mit 217 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2025, hat ein Investitionsprogramm über 20 Millionen Euro angekündigt. Rund 75 % fließen in die Logistik und ein neues Lager am Standort Russi bei Ravenna, der ab Anfang 2028 der einzige Eingangspunkt für Zucker aus Frankreich nach Italien sein wird. Das Unternehmen erwartet strukturelle Einsparungen von rund 1,5 Millionen Euro pro Jahr und 20 % höhere Distributionsmengen binnen drei Jahren.
Eridania, führende Marke auf den italienischen Märkten für Zucker und Süßungsmittel, hat ein Investitionsprogramm über 20 Millionen Euro angekündigt. Das Geld soll das historische Zuckergeschäft stärken und die Entwicklung des Süßungsmittelsegments beschleunigen. Der Umsatz lag 2025 bei 217 Millionen Euro, einschließlich der im Auftrag von Srb vermarkteten Produkte. Das Unternehmen legte den Plan am 16. September in einer Mitteilung dar, über die Adnkronos und ANSA berichteten.
Rund 75 % der Mittel sind für die Logistik und ein neues Lager am Werk Russi in der Provinz Ravenna vorgesehen, das Eridania zum Referenzdrehkreuz für den gesamten Mittelmeerraum Europas ausbauen will. Das verbleibende Viertel finanziert Ausbau und Innovation im Süßungsmittelbereich.
Ein einziger Eingangspunkt für französischen Zucker
Das Logistikprojekt soll in den ersten Monaten des Jahres 2028 abgeschlossen sein. Laut der von Adnkronos wiedergegebenen Mitteilung handelt es sich um einen tiefgreifenden Umbau des nationalen Distributionsnetzes für Zucker, eines Bereichs, der derzeit rund 90 % des Einzelhandelsumsatzes von Eridania erwirtschaftet. Das neue Drehkreuz in Russi ersetzt die bestehende Plattform in Cervia und erlaubt es, die Beziehungen zu den ausgelagerten Logistikzentren im Nordwesten zu ordnen, die bislang direkt vom französischen Werk der Gruppe Cristal Union beliefert wurden.
In der neuen Konfiguration wird Russi der einzige Eingangspunkt für Zucker aus Frankreich nach Italien, überwiegend per Bahn und zu einem Restanteil per Lkw. Der Standort wird zugleich zum Zentrum der Abfüllung und der Belieferung des italienischen Marktes.
Damit ändert sich der physische Weg der Ware zum italienischen Kunden. Ein Teil der Menge lief bisher an Eridanias eigenem Netz vorbei und erreichte ausgelagerte Lager im Nordwesten direkt aus Frankreich. Die Bündelung dieser Ströme in Russi führt Wareneingang, Lagerung und Versand für den Binnenmarkt an einem Ort zusammen.
- Neue Logistikfläche von mehr als 10.000 Quadratmetern
- Kapazität für bis zu 95 Container, entsprechend rund 2,5 Bahnzügen
- Fertigstellung geplant für die ersten Monate 2028
- Ablösung der Plattform Cervia als nationale Distributionsbasis
Süßungsmittelverarbeitung kommt ins eigene Haus
Der zweite Strang des Plans betrifft die Süßungsmittelabteilung. Eridania holt die wesentlichen Verarbeitungsschritte, die heute externe Dienstleister übernehmen, ins eigene Haus. Die Produktion wird am Standort Russi aufgebaut.
Das Segment wächst schneller als das Kerngeschäft. Von Eridania zitierte Nielsen-Daten zeigen im ersten Halbjahr 2026 ein Plus von 5 % beim Wert und 8 % bei den Einheiten, gemessen im Perimeter des modernen Handels mit Stand 28. Juni 2026. Die Kategorie sei weiterhin von Innovationen und neuen Markteinführungen geprägt, so das Unternehmen.
Die Internalisierung verändert auch das industrielle Profil von Russi: Der Standort vereint künftig die Zuckerabfüllung für den italienischen Markt und die Süßungsmittelproduktion. Zucker bleibt mit rund 90 % des Einzelhandelsumsatzes der dominierende Beitrag, Süßungsmittel sind der kleinere, aber dynamischere Teil des Portfolios.
Einsparungen, Mengen und Emissionen
Eridania erwartet aus dem gesamten Plan strukturelle Einsparungen von rund 1,5 Millionen Euro pro Jahr. Die Neuorganisation soll die distribuierten Mengen zudem binnen drei Jahren um 20 % erhöhen, getragen von höherer Effizienz in der Lieferkette und der Bündelung der Aktivitäten in einem einzigen nationalen Drehkreuz.
Das Unternehmen ordnet das Projekt auch seiner Nachhaltigkeitsberichterstattung zu; der Bericht für 2025 wurde soeben vorgelegt. Die Zentralisierung der Logistikströme und der stärkere Einsatz der Bahn würden die auf der Straße zurückgelegten Kilometer und die mit der Distribution verbundenen Emissionen spürbar senken, heißt es in der Mitteilung.
Angaben zu Beschäftigungseffekten, zur Kapazität der neuen Abfülllinien oder eine feinere Aufschlüsselung der 20 Millionen Euro jenseits der Aufteilung zwischen Logistik und Süßungsmitteln enthält die Mitteilung nicht.